Bürgergemeinschaft warb um Unterstützung bei Dorfentwicklung.

Dieses Grundstück an der Einfahrt zum Sportplatz will die Bürgergemeinschaft neu bepflanzen und in Patenschaft pflegen. Baumstümpfe musste sie jetzt auch selbst entfernen.
Dieses Grundstück an der Einfahrt zum Sportplatz will die Bürgergemeinschaft neu bepflanzen und in Patenschaft pflegen. Baumstümpfe musste sie jetzt auch selbst entfernen.

Dieses Grundstück an der Einfahrt zum Sportplatz will die Bürgergemeinschaft neu bepflanzen und in Patenschaft pflegen. Baumstümpfe musste sie jetzt auch selbst entfernen.

Gerhard Bartsch

Dieses Grundstück an der Einfahrt zum Sportplatz will die Bürgergemeinschaft neu bepflanzen und in Patenschaft pflegen. Baumstümpfe musste sie jetzt auch selbst entfernen.

Herzkamp. Einstimmig hatten die Parteien vor drei Jahren im Stadtentwicklungsausschuss versprochen, der Bürgergemeinschaft Herzkamp bei der Umsetzung der Ziele des Dorfentwicklungskonzepts behilflich zu sein - zumindest ideell, wenn die Finanzlage nicht mehr zulasse.

Dass es dabei manchmal hakt, wurde am Dienstag Abend deutlich, als die Bürgergemeinschaft Parteienvertreter eingeladen hatten. Unsicherheit herrscht etwa, inwieweit der Plan zur Umgestaltung des Wendehammers "Zum Sportplatz" und des hässlichen Eingangs zur Grundschule zu einem Platz mit Aufenthaltsqualität unterstützt wird.

Sollte die Stadt, wie ein Vorschlag der Verwaltung lautet, die Erneuerung des Sportplatzes in Herzkamp (inklusive einseitiger Laufbahn mit 540000Euro kalkuliert) aus Infrastrukturmitteln des Konjunkturpakets II bezahlen (muss wie berichtet verfassungsrechtlich noch abgeklärt werden), bliebe für die Wendehammer-Umgestaltung kaum etwas übrig.

Fördert die Politik Konkurrenz um Konjunkturmittel im Dorf?

"Bitte treiben Sie hier keinen Spaltpilz in den Ort, wenn wir uns nachher mit hiesigen Vereinen Konkurrenz machen müssen", bat Rüdiger Putzmann die hochkarätige Politiker-Runde.

Auf dem Podium saßen sechs Ratsmitglieder, darunter die Bürgermeisterkandidaten Britta Altenhein (Grüne) und Willibald Limberg (CDU), FDP-Chef Bodo Middeldorf und der stellvertretende SPD-Vorsitzende Michael Bartelt. Dazu hatte sich die Bürgermeisterkandidatin der Linken, Christina Flügge, quasi selbst eingeladen.

Vor drei Jahren hatte die Bürgergemeinschaft unter Delegation eines Dortmunder Planungsbüros einen Dorfentwicklungsplan für Herzkamp erarbeitet. Der (eigentlich städtischen) Eigenanteil von 12500 Euro brachte die Bürgergemeinschaft selbst auf. Festgelegt sind im Dorfentwicklungskonzept darin Ziele der Ortsverschönerung wie Baumpflanzung, Schaffung von Plätzen und Wegen, der Verbesserung der Infrastruktur (Nahverkehr, Geschäfte) und Verkehrsberuhigung insbesondere an Elberfelder und Barmer Straße.

In diesem Jahr nimmt Herzkamp am Landeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teil. Prüfer werden am 22. Juni ab 9Uhr bei einem Rundgang den Ortsteil begutachten.

Bartelt und Limberg bekräftigten, dass ihre Parteien die Kunstrasenpläne, für die der VfL Gennebreck bereits sammelt, unterstützen. Das wollten sie aber nicht als Entscheidung gegen das Wendehammer-Projekt gewertet wissen. Limberg: "Man muss sehen, wie beides geht." Die FDP würde den Sportplatz lieber wie in Obersprockhövel ratenweise aus der Sportpauschale bezahlen und wie auch die Grünen die Konjunkturmittel für mehrere kleinere Projekte einsetzen.

Bürgergemeinschaft fühlt sich von der Verwaltung abgeblockt

In die Kritik geriet an diesem Abend die Verwaltung. "Wir fühlen uns teilweise nicht genügend unterstützt", sagte Versammlungsleiter Holger Wanzke. Beispiel Pflanzung von Alleebäumen, die von der Bürgergemeinschaft initiiert wurde:

Da habe man sich mehr Rückendeckung gegenüber dem Landesbetrieb Straßen gewünscht. Der pochte auf eine Pflanzung 4,50 Meter von der Straße entfernt. Auf Privatgrundstücken sei das aber ein Problem, weil es viel Platz raube.

Beispiel Bepflanzung an der Einmündung in die Straße Zum Sportplatz: Der Bauhof habe zwar wie versprochen sieben Bäume dort gefällt, allerdings die Stümpfe stehen lassen. Weil die Bürgergemeinschaft die nun auf eigene Kosten entfernte, erhob sich die generelle Frage, ob das Geld, das die Stadt durch ehrenamtliches Engagement bei der Grünpflege spart, nicht in den Ortsteil zurückgegeben werden könne.

"Da würden wir ein Fass aufmachen, denn wir dürfen die vielen anderen Initiativen nicht vergessen, die im Stadtgebiet ehrenamtliche Grünpflege leisten", gab Michael Bartelt zu bedenken.

Generell, so betonten alle Parteien, wolle man aber die Bürgergemeinschaft bei der Umsetzung des Dorfentwicklungsplans weiter unterstützen. Das werde man auch gegenüber der Verwaltung deutlich machen.

Die rund 20 Zuhörer registrierten es zufrieden. Die relative geringe Beteiligung zeigte aber auch, dass die Bürgergemeinschaft selbst im eigenen "Dorf" keinen leichten Stand hat.

 

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