Schnee und Minusgrade halten viele Kunden fern – und auch manche Händler.

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Sigrid Schmand bietet auch bei Schnee und Eis Apfelsinen auf dem Haßlinghauser Wochenmarkt an.

Sigrid Schmand bietet auch bei Schnee und Eis Apfelsinen auf dem Haßlinghauser Wochenmarkt an.

Andreas Fischer

Sigrid Schmand bietet auch bei Schnee und Eis Apfelsinen auf dem Haßlinghauser Wochenmarkt an.

Haßlinghausen. Tradition ist, wenn man es trotzdem tut, beispielsweise trotz Schnee und Kälte. Seit seinem sensationellen Start bei der Wiedereröffnung 2004 kämpft Haßlinghausens Wochenmarkt tapfer um Händler und Kunden.

Der frostige Winter stellt Koordinator Hans-Ulrich Brandenstein nun vor eine neue Zerreißprobe. "Immer donnerstags von 7 bis 13 Uhr" ist nun mal ein Versprechen, das gegenüber den Besuchern eingehalten werden will.

Grillhähnchen, Fisch, Fleisch, Wurst, Gemüse und Obst gibt’s donnerstags auf dem Rathausparkplatz - auch bei Minusgraden. Auf Käse mussten die Käufer jetzt jedoch verzichten, denn dem Bochumer Käsehändler schien es offenbar nicht lukrativ, bei Frost die Stellung zu halten.

Nachdem Brandenstein, selbst Obst- und Gemüsehändler aus Hattingen, den Hänger schon am Mittwoch auf den Platz gefahren hat, steht seine Angestellte Sigrid Schmand nun auf Einzelposten hinter dem Tresen. "Es kommt kaum ein Kunde vorbei", gibt sie zu.

"Ich ärgere mich nicht, wenn es mal schlechter läuft."

René Wevers, Markthändler aus Holland

Dabei sei das Wetter im Grunde fürs Geschäft nicht schlecht. In der Vorweihnachtszeit habe der Markt sogar Zugewinn durch eine Bekleidungshändlerin erhalten. Trotz offenkundigen Erfolgs sei die Dame bisher nicht wieder erschienen.

2004 feierte der Traditionsmarkt auf dem Rathausplatz nach mehreren Jahren Pause seine Wiederauferstehung. Zunächst wurde er vom Werbering Haßlinghausen organisiert, inzwischen von Obst- und Gemüsehändler Hans-Ulrich Brandenstein. An den Ständen werden Produkte von Fisch bis Gemüse verkauft.

Der Markt ist immer donnerstags von 7 bis 13 Uhr.

"Verse en warme gebakken Vis" hält gleich gegenüber René Wevers aus Enschede bereit. Die lange Anfahrt aus Holland scheut er nicht, ihm erscheint der Haßlinghauser Wochenmarkt als lohnende Einrichtung.

"Ich ärgere mich nicht, wenn es mal schlechter läuft", sagt er mit überzeugendem Lachen und reicht den Kunden sogar Kaffee, selbst wenn sie nur ein Pläuschchen mit ihm halten wollen. Den ansonsten beliebten Backfisch von Wevers verzehrt kaum einer vor Ort, man lässt sich die Ware lieber einpacken.

Freundliche Bedienung und Frische zum günstigen Preis sind Aushängeschilder des Wochenmarktes, daran ändert auch die Kälte nichts. Mike Kipper von Kartoffeln Sieg aus Bochum blickt hinüber zur Fleischerei Ligensa, dem einzigen Händler aus Sprockhövel.

Gasbrenner beheizen Kippers Vorzelt, an dem außen die Nasen aus Eis triefen. Die wenigen Kunden, die bei Sieg vorbeischauen, äußern ihren Wunsch in knappen Worten: "Mehlige, bitte." Die Spezialitäten entdeckt nur, wer sich ein wenig Zeit nimmt: Zwiebeln aus dem bretonischen Roscoff, eine Köstlichkeit zu jeder Jahreszeit.

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