Vor allem die Industrie hat sich gut erholt.

Ennepe-Ruhr. Die Wirtschaft im märkischen Südwestfalen hat sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 in einem nicht zu erwartenden Tempo von der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten erholt. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Hagen (SIHK), an der sich 208 Unternehmen mit 326 000 Beschäftigten beteiligt haben.

Seit Jahresbeginn verzeichnen diese ein sich monatlich beschleunigendes Wachstum und inzwischen eine Auslastung von 78 Prozent - wie vor der Wirtschaftskrise. Allerdings blieben Risiken, weil die südwestfälische Wirtschaft stark exportorientiert sei und die wirtschaftliche Erholung an Dynamik verliere.

Der SIHK-Konjunkturklimaindikator - der die Bewertungen der derzeitigen Lage und der Geschäftserwartungen vereint - hat mit 129 Punkten (von maximal 200) im September einen langjährigen Spitzenwert erreicht und liegt um 77 Punkte über dem Niveau bei Ausbruch der Wirtschaftskrise zum Jahreswechsel 2008/2009.

Seit Jahresbeginn ist die Stimmung insbesondere in der Industrie (plus 30 Klimapunkte auf 131) und Dienstleistern (37/132) gestiegen, während am Bau (minus 16/95) - mit Ausnahme des Straßenbaus - Ernüchterung eingetreten ist, und der Aufschwung am Einzelhandel (minus 16/67) bisher vorbeiläuft.

Dazu passt, dass von den 346 Insolvenzen im ersten Halbjahr (plus 46 Prozent gegenüber 2009) verstärkt Kleinstbetriebe aus den Bereichen Handel, Bau, Dienstleistungen und vor allem Gastronomie betroffen waren.

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