Der Einzelhandel erwartet viele Käufe auf den letzten Drücker. Internet macht zu schaffen.

Sprockhövel. Die Sprockhöveler Einzelhändler hoffen auf einen Kundenansturm in den letzten Tagen vor Weihnachten. „Die Tage vor Weihnachten sind erfahrungsgemäß immer ganz gut“, sagt Bianca Herrling, Inhaberin des Kindermodegeschäfts Lutz & Lucy an der Hauptstraße. „Es gibt immer Kunden, die noch auf den letzten Drücker ein Outfit kaufen“, weiß sie.

Schnee machte Händlern zu schaffen

Insgesamt sind die Sprockhöveler Händler bisher einigermaßen zufrieden mit dem Vorweihnachtsgeschäft. „Die Stimmung bei den Händlern ist nicht schlecht“, sagt Lutz Heuser, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Interessengemeinschafts Sprockhövel (WIS). Der durch die starke Online-Konkurrenz erwartete Einbruch sei bislang ausgeblieben, zeigt sich auch Wolfgang Weiss, Vorsitzender des Werberings Haßlinghausen, erleichtert. Dennoch hätten die örtlichen Einzelhändler zu kämpfen. „Der Schnee und das damit zusammenhängende Verkehrschaos Anfang Dezember waren sehr bitter für uns“, räumt Weiss ein. „Da gab es wahnsinnige Einbußen, die nicht wieder einzuholen sein werden“, sagt er. Weiss, der in seinem Geschäft an der Mittelstraße Parfüm und Fotobedarf anbietet, habe am ersten Dezember-Samstag alle Mitarbeiter nach Hause geschickt, weil einfach keine Kunden mehr in den Laden gekommen seien. Jetzt müsse man abwarten, wie das Geschäft in den kommenden Tagen laufe.

Viele Einzelhändler hätten jedenfalls ihr Personal schon Arbeitsstunden einsparen lassen, damit nun ein größerer Kundenansturm bewältigt werden könne. Längere Öffnungszeiten machen aus seiner Sicht aber keinen Sinn, sagt Weiss. „Länger als 18.30 Uhr braucht man hier nicht zu öffnen, dann ist hier nichts mehr los“, so Weiss. Samstags reiche eine Öffnungszeit bis 16 Uhr, da viele Sprockhöveler auch in den umliegenden Städten Shoppen gingen. Und natürlich im Internet. Wegen des Booms im Onlinehandel, seien die Umsatzerwartungen im Einzelhandel auch „nicht so prickelnd“, sagt Weiss.

Die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer versucht dem zum Beispiel mit ihren Aktionstagen im Herbst zum Thema „Heimat shoppen“ entgegen wirken, bei denen Sprockhövel seit drei Jahren mitmache, so Weiss. Dabei würden Kunden zum Beispiel auf den Zusammenhang hingewiesen, dass es zu weniger lokalen Steuereinnahmen führt, wenn sie nicht vor Ort einkaufen. „Den meisten ist das nicht bewusst“, sagt Weiss, der schon mehrere positive Reaktionen von Kunden auf die Aktion bekommen hat. Dabei könne der lokale Handel auch mit einer guten Beratung punkten. Doch viele testeten Waren nur noch im Laden um die Ecke und kauften dann im Internet. „Beratungsklau“ wird das genannt. Dabei sollten Kunden seiner Ansicht nach weiterdenken, dass langfristig die Qualität des Ortes von den Steuereinnahmen abhänge.

Doch nun stürzen sich die Einzelhändler erst einmal in den letzten Tage vor dem Fest. Und sie hoffen auf den großen Ansturm, damit sie während der Feiertage ruhiger schlafen können. Im Januar werde man sich dann weiter Gedanken machen, wie auf den Onlinehandel reagiert werden könne.

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