Das Projekt der TSG-Sprockhövel wird mit VHS-Hilfe realisiert. Die Bauarbeiter sind Langzeitarbeitslose.

Baupläne, Tageszeitung und aktuelle Geldmünzen sind in der Patrone, die Polier Manfred Schröder (M.) und Bürgermeister Klaus Walterscheid und TSG-Chef Dirk Engelhard (r.) im Grundstein Einmauern.
Baupläne, Tageszeitung und aktuelle Geldmünzen sind in der Patrone, die Polier Manfred Schröder (M.) und Bürgermeister Klaus Walterscheid und TSG-Chef Dirk Engelhard (r.) im Grundstein Einmauern.

Baupläne, Tageszeitung und aktuelle Geldmünzen sind in der Patrone, die Polier Manfred Schröder (M.) und Bürgermeister Klaus Walterscheid und TSG-Chef Dirk Engelhard (r.) im Grundstein Einmauern.

Gerhard Bartsch

Baupläne, Tageszeitung und aktuelle Geldmünzen sind in der Patrone, die Polier Manfred Schröder (M.) und Bürgermeister Klaus Walterscheid und TSG-Chef Dirk Engelhard (r.) im Grundstein Einmauern.

Niedersprockhövel. Die eigentlichen Hauptakteure hielten sich schüchtern im Hintergrund, als ihr Polier Manfred Schröder mit Bürgermeister Klaus Walterscheid am Montag zur Grundsteinlegung im Baumhof schritt: Sechs Langzeitarbeitslose aus dem Qualifizierungsprogramm der VHS werden in den nächsten Wochen und Monaten den Gesundheits- und Fitnesstreff der TSG-Sprockhövel hochziehen.

Vom Umfang her ist es eigentlich ein Millionenprojekt, das für den Verein aber dank der von der Arbeitsagentur gestellten Helfer, Eigenarbeit und Bankenunterstützung zu stemmen ist. 750000Euro bleiben als Gesamtkosten übrig, abgerechnet 120000 Euro Sport- und Umweltförderung des Landes.

"Es tut richtig gut, wie das jetzt fluppt."

DirkEngelhard, TSG-Chef, zum zügigen Baufortschritt nach langer Vorgeschichte.

"Es tut richtig gut, wie das jetzt fluppt", bekannte Dirk Engelhard, der Chef des 3089 Mitglieder starken Großvereins, angesichts der sechs Jahre langen Vorgeschichte. Pläne für ein Gesundheits- und Fitnesszentrum in der Zeche Alte Haase erwiesen sich ebenso als nicht realisierbar wie ein noch ehrgeizigeres Projekt im Freibad. "Wir standen ein paar mal kurz vor der Aufgabe", bekannte Engelhard denn auch.

Jetzt ist der Fortschritt unverkennbar. In sechs Wochen haben Manfred Schröder und sein Bautrupp bereits ganze Arbeit geleistet. Der Clou des Gebäudes, die hunderte Meter langen Rohrleitungsschleifen im Untergrund sind gelegt, das Fundament darüber gegossen.

In den durch Glasschotter gut gedämmten Schleifen soll später Salzwasser zirkulieren, dessen Restwärme von konstant 12 bis 15Grad für die Temperierung des Gebäudes genutzt wird. So und durch die gute Dämmung kann Passivhausstandard erreicht werden.

Still liegen derzeit die Arbeiten auf der Freibadwiese, wo die TSG einerseits die Vorarbeiten für ein DFB-Kleinspielfeld leistet, andererseits zwei neue Volleyballfelder anlegen will. Die geplante Einweihung mit der Freibadöffnung am 1.Mai ist nicht mehr möglich.

Das verregnete Frühjahr hat uns acht Wochen Verzögerung gebracht, wir müssen erst warten bis der Untergrund abtrocknet, bevor wir weitermachen können", sagt TSG-Chef Dirk Engelhard.

Das aus dem DFB-Kleinspielfelder-Programm angelegte 13 mal 20 Meter große Kunstrasenfeld mit Bande und Toren soll nun möglichst bis Ende Mai fertig sein. Pläne das Spielfeld auf 20 Mal 40 Meter zu vergrößern, wurden zunächst aufgeschoben, weil die DFB-Förderung nur für das Normspielfeld gilt. Die entsprechende Fläche neben dem Kleinspielfeld wurde aber bereits planiert, soll vorerst einen Aschebelag bekommen.

Anders als das Kleinspielfeld, sollen die Volleyball-Felder wieder ins Freibadgelände integriert werden. Bis zu ihrer Fertigstellung bleibt die Baustelle aber vom Freibadgelände aus abgesperrt, der Freibadbetrieb unberührt.

"Auch für uns ist das ein Leuchtturmprojekt", sagte VHS-Leiter Achim Battenberg - früher übrigens selbst TSG-Kicker. Er hoffe, dass es nach vielversprechendem Beginn so weitergehe, schließlich könne man bei einer solchen Qualifizierungsmaßnahme nie ganz genau planen.

"Unser Ziel ist es, unsere Mitarbeiter im ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. Da bei diesem Projekt auch viele heimische Firmen beteiligt sind, hoffe ich, dass die Chancen dazu gut sind."

Das hieße aber auch, dass vielleicht nicht jeder der Arbeiter bis zum Schluss dabei sei. Neben Arbeitslosen-GeldII erhalten die sechs Männer 1,50 Euro pro Stunde für ihre "Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwand", landläufig "Ein-Euro-Job".

Am 15. August soll der Betrieb im Gesundheits- und Fitnesszentrum möglichst starten. Das umfasst 200 Quadratmeter Kraft- und Fitnessraum sowie einen Bewegungsraum (100 Quadratmeter). Kabinen für Fitnessgäste und Sportplatznutzer sowie eine Sauna entstehen im Untergeschoss.

Mit dem Werben um Mitglieder, will die TSG nach dem Richtfest beginnen. 300 bis 400 Nutzer, die neben dem Mitglieds- noch einen Zusatzbeitrag bezahlen, braucht der Verein, damit der Bau sich rechnet.

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