Die Stadt entscheidet, fremde Anmeldungen zuzulassen – nur mit Hattingen gibt es noch Unstimmigkeiten.

Grund zur Fröhlichkeit an der Grundschule Gennebreck. Im Sommer gibt es zwei Eingangsklassen, auch Kinder aus Wuppertal dürfen dabei sein.
Grund zur Fröhlichkeit an der Grundschule Gennebreck. Im Sommer gibt es zwei Eingangsklassen, auch Kinder aus Wuppertal dürfen dabei sein.

Grund zur Fröhlichkeit an der Grundschule Gennebreck. Im Sommer gibt es zwei Eingangsklassen, auch Kinder aus Wuppertal dürfen dabei sein.

UweSchinkel

Grund zur Fröhlichkeit an der Grundschule Gennebreck. Im Sommer gibt es zwei Eingangsklassen, auch Kinder aus Wuppertal dürfen dabei sein.

Sprockhövel. Sprockhövels Grundschulen sind gefragt - und das auch bei Eltern aus Nachbarstädten. Mehr als 20 Kinder aus Wuppertal, Schwelm, Gevelsberg und Hattingen hatten sich im Herbst an den fünf Sprockhöveler Grundschulen angemeldet, acht allein an der kleinen Grundschule Gennebreck, die dadurch auf 44 Schüler kommt. Erstmals seit zwei Jahren sind wieder zwei Eingangsklassen möglich.

Allerdings fiel erst jetzt im Rathaus die Entscheidung, dass auswärtige Kinder auch angenommen werden dürfen. "Wir mussten uns erst mit den Schulämtern in den Nachbarstädten kurzschließen. In Wuppertal und Schwelm gab es keine Bedenken", sagte Evelyn Müller Leiterin des Fachbereichs Schule, Familie und Soziales.

Für Eltern und Schulleitungen war das ein quälender Schwebezustand, der bereits seit den Anmeldungen im Herbst andauerte. Nach der Aufhebung der Schulbezirke durch die Landesregierung im vergangenen Jahr, hat sich der Konkurrenzkampf verschärft und es geht die Angst an den Schulen um, Kinder wieder zu verlieren.

Im vergangenen Jahr war das an der Grundschule Gennebreck so. Von ursprünglich 41Anmeldungen blieben nur noch 25 übrig. Dabei hatte die Schulpflegschaft darum gekämpft, dass die Schule ebenso wie die kleine Nachbarschule Hobeuken bis 2010 zweizügig betrieben werden darf - Voraussetzung für eine zweite Eingangsklasse.

Aber die Diskussion dauerte vielen Eltern wohl zu lange, sie entschieden sich noch um. Ähnliches hatte die Schulpflegschaft auch jetzt befürchtet, und bei der Stadt noch einmal auf den Ratsbeschluss hingewiesen.

186 Kinder haben sich vorige Woche an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule angemeldet, weniger als in den Jahren zuvor. Vor allem aus Sprockhövel selbst, sei ein Rückgang spürbar gewesen, so Schulleiterin Dorothea Waskönig-Kessel.

Bei sechs Eingangsklassen und einer Sollstärke von 28 Kindern, werden etwa 20 Kinder nicht aufgenommen.

Jetzt kam die Entwarnung. Auch Hobeuken (35 Anmeldungen plus drei Auswärtige) und Haßlinghausen (54 plus vier) dürfen auswärtige Kinder aufnehmen. In diesem Fall vor allem aus Linderhausen, wo letztes Jahr die Grundschule aufgelöst wurde.

Heikel bleibt das Thema in Niedersprockhövel. Drei Kinder aus Hattingen-Bredenscheid würden gern die Grundschule Nord besuchen (ansonsten 17 Anmeldungen), drei die Grundschule Börgersbruch (59), aber dadurch könnte die kleine Grundschule in Bredenscheid in ihrem Bestand gefährdet sein.

Es sei denn, das Schulamt in Schwelm gibt eine Ausnahmegenehmigung, auch mit 15 Kindern eine Eingangsklasse bilden zu können. Darum bemühen sich Hattingen und Sprockhövel jetzt.

"Wir sind nicht sehr glücklich mit der Situation. In Zeiten des demografischen Wandels brauchen wir jeden Schüler", gibt Christa Heinbruch, Schulleiterin am Börgersbruch zu. Für ihre Schule könnte von der Aufnahme der Schüler aus Hattingen abhängen, ob zwei oder drei Klassen gebildet werden, denn mit ihnen wäre der obere Schwellenwert von 30 Kindern pro Klasse überschritten.

"Natürlich haben wir Interesse daran, drei kleine Klassen zu bilden, so etwas ist für die Eltern ein wichtiges Auswahlkriterium", sagt Hainbruch. Noch brisanter ist die Ausgangslage an der Nachbargrundschule Nord. Dort könnte es sogar um die Frage gehen, ob überhaupt eine Eingangsklasse gebildet werden darf.

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