Sprockhövel sammelt bisher weniger verwertbare Abfälle als andere Städte.

Sprockhövel sammelt bisher weniger verwertbare Abfälle als andere Städte.
Britta Altenhein und Bettina Mangold-Beyerle setzen sich für mehr Recycling ein.

Britta Altenhein und Bettina Mangold-Beyerle setzen sich für mehr Recycling ein.

Gerhard Bartsch

Britta Altenhein und Bettina Mangold-Beyerle setzen sich für mehr Recycling ein.

Sprockhövel. Die Stadt recycelt zu wenig Müll. Das findet die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und hat deshalb im Umweltausschuss die Einrichtung eines Arbeitskreises Abfallentsorgung beantragt. Mit den Stimmen von CDU und WfS wurde der Antrag mit 6:5 Stimmen angenommen.

In der vergangenen Sitzung hatte Elisabeth Henne vom Ennepe-Ruhr-Kreis die Zahlen rund um den Müll in Sprockhövel vorgestellt. Diese liefern ein deutliches Bild: Im Vergleich zu den anderen Städten des Kreises fällt in Sprockhövel wenig verwertbarer Abfall an. So liegt der Wert des gesammelten Altpapiers an vorletzter Stelle unter allen Städten des EN-Kreises.

2016 wurden 71,37 Kilo Altpapier pro Einwohner und Jahr gesammelt. Für 2025 hat der Kreis das Ziel 77 Kilo gesetzt. Bio-Müll fällt in Sprockhövel nur 60 Kilo pro Einwohner und Jahr an, während Witten etwa 86 und Herdecke 87 einfahren. Bis 2025 will der Kreis das auf 160 Kilo steigern.

Beim Restmüll hingegen liegt Sprockhövel mit 133 Kilo deutlich vor Gevelsberg (104) und Wetter (117) und muss noch einiges verändern, um den Zielwert von 106 Kilo bis 2025 zu erreichen.

„Der Vortrag von Frau Henne in der letzten Sitzung hat dargelegt, dass die Zuführung des Abfalls zur Wiederverwertung in Sprockhövel deutlich zu den vergleichbaren Städten im Kreis zurückfällt und somit verbesserungswürdig ist“, sagt Britta Altenhein, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen.

Der Weg zur Sammelstelle in Gevelsberg ist vielen zu weit

Das Grundproblem sei, dass ein Wertstoffhof in Sprockhövel fehlt. „Großkunststoffe wie alte Gartenmöbel können zurzeit gar nicht abgegeben werden, Altmetalle nur im Zusammenhang mit Elektrogroßgeräten.“ Der Weg nach Gevelsberg, wo die nächste Sammelstation steht, sei vielen Sprockhövelern zu weit.

Auch bei Biomüll sehen die Grünen deutlichen Verbesserungsbedarf. „Bei der Sammlung von Bio- und Grünabfällen liegt der Sprockhöveler Wert deutlich unter dem kreisweiten Wert.“ Das kann natürlich einerseits darauf beruhen, dass im ländlichen Sprockhövel viele Bewohner ihre Gartenabfälle selbst kompostieren. Doch Britta Altenhein sieht auch strukturelle Gründe: „Warum stellt die Stadt nicht einfach Laubgitter auf für das Herbstlaub?“ Auch hier fehle ein wohnortnaher und praktikabler Abgabeort. Schließlich wird die Biotonne in Sprockhövel nur 14-tägig geleert – was im Herbst oft nicht ausreicht, um die Laubmengen zu entsorgen.

Selbst bei Altpapier liegen die Sprockhöveler unter dem Durchschnitt, obwohl sie ihr Papier bequem in die blaue Tonne werfen können. „Vielleicht sind die Tonnen zu voll und Pappe wird anders entsorgt? Oder wir haben nicht so viel Werbung im Briefkasten?“, mutmaßt Britta Altenhein. Der Arbeitskreis soll jetzt die genauen Gründe herausfinden. Den Grünen ist es jedenfalls wichtig, Altpapier möglichst umfassend der Wiederverwertung zuzuführen.

„Eine Verbesserung der Abgabewerte würde zu Rohstoff-Ersparnissen führen, durch die Verringerung von Bringefahrten könnte der CO2-Ausstoß verringert werden. Außerdem können sich je nach Nutzung neuer Angebote Kostenersparnisse für den einzelnen Haushalt ergeben. Hierbei sind auch die Angebote der städtischen Grünabfallabnahme zu prüfen, inwieweit diese ausreichend sind, oder ob auch hier eine Verbesserung erzielt werden kann“, begründen die Grünen ihren Vorstoß.

Für die Abfallentsorgung in Sprockhövel ist ein Privatunternehmen zuständig. „Wir müssen die Verträge mit dem Entsorgungsunternehmen prüfen, ob sich da im Detail etwas verbessern lässt. Oder wir müssen längerfristig für die nächste Ausschreibung unsere Wünsche einfließen lassen“, nennt Britta Altenhein ihre Pläne.

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