Seit Beginn dieses Monats sind zahlreiche neue Anbieter von Erdgas auf den Markt geströmt – und unterbieten die AVU.

Es ist schwieriger geworden, die Strom- und Gaspreise im Auge zu halten – Anbieter und spezielle Angebote mehren sich merklich.
Es ist schwieriger geworden, die Strom- und Gaspreise im Auge zu halten – Anbieter und spezielle Angebote mehren sich merklich.

Es ist schwieriger geworden, die Strom- und Gaspreise im Auge zu halten – Anbieter und spezielle Angebote mehren sich merklich.

Stefan Fries

Es ist schwieriger geworden, die Strom- und Gaspreise im Auge zu halten – Anbieter und spezielle Angebote mehren sich merklich.

Ennepe-Ruhr. Gut ein Jahr nach der Liberalisierung des Gasmarktes kommt nun richtig Bewegung in die Anbieterstruktur. War im Ennepe-Ruhr-Kreis nach dem heimischen Versorger AVU bisher nur die eon-Tochter "E wie einfach" am Start, sind zum Anfang dieses Monats rund ein Dutzend weitere Anbieter hinzugekommen. Wie beim Strom, agieren nun auch zahlreiche Stadtwerke außerhalb ihres eigentlichen Gebiets. Zum 1. Mai kommt noch die Gas-Tochter der Gelsenwasser hinzu.

Zum Teil unterbieten die Neuen den Grundtarif der AVU deutlich - obwohl der heimische Versorger die Preise zum 1. April um durchschnittlich zehn Prozent gesenkt hatte. Der Spitzenreiter laut Internet-Vergleichsrechner Verivox ist bei einem Jahresverbrauch von 20000Kilowattstunden gleich um mehr als 300 Euro billiger, rechnet allerdings 200 Euro Kaution und einen Zusatzbonus mit ein. Zudem verlangt er für ein Jahr Vorkasse

Auf dem Erdgas-Markt ist ^eine neue Situation entstanden

In jedem Fall empfiehlt es sich, die Angebote genau zu prüfen, um einen wirklichen Vergleich zu haben. "Auf dem Gasmarkt läuft das jetzt ähnlich wie zuvor beim Strom. Wir werden das natürlich genau beobachten", sagt AVU-Sprecher Jörg Prostka.

Bisher habe es bei den Privatkunden nur wenige Wechsler gegeben. Doch nun sei sicherlich eine neue Situation entstanden. "Wie wir darauf reagieren, kann ich noch nicht sagen", sagt Prostka.

Viele AVU-Kunden hätten beispielsweise vor der jüngsten Preiserhöhung im Herbst das Festpreisangebot angenommen. Für die Zukunft schließt Prostka weitere differenzierte Angebote nicht aus. Derzeit denke man intensiv über eine weitere Preissenkung in ähnlicher Größenordnung wie zum 1. April für Mitte des Jahres nach.

Zum 1. März hatte sich der Strompreis zuletzt um fünf Prozent erhöht. Grünstrom-Kunden (Tarif für Strom aus erneuerbaren Energien) müssen sich zum 1.Mai auf eine Erhöhung um rund fünf Prozent einstellen (22,09 statt 20,90 Cent pro Kilowattstunde bei einem monatlichen Grundpreis von unverändert 7,18 Euro). Das macht rund vier Euro mehr pro Monat an Stromkosten aus. "Derzeit ist eine weitere Erhöhung der Strompreise nicht geplant", sagt AVU-Marketing-Mitarbeiterin Britta Worms.

Der Preistrend bei Erdgas geht genau in die entgegen gesetzte Richtung: Laut Britta Worms aus der AVU-Marketingabteilung werden die Preise voraussichtlich - der Aufsichtsrat muss noch zustimmen - erneut um 0,7 Cent netto sinken.

Das wäre eine logische Folge des niedrigen Heizölpreises. Der hatte im Februar seinen Tiefstand erreicht. Er bestimmt durch die Tarifbindung mit dreimonatiger Verzögerung die Entwicklung der Gaspreise. Prostka: "Einen Aufsichtsratsbeschluss haben wir aber noch nicht." Der erhöhte Wettbewerb spreche allerdings ebenfalls dafür.

Als vor wenigen Jahren der Strommarkt liberalisiert wurde und binnen kurzer Zeit zahlreiche Anbieter auftauchten, tendierte die Preisentwicklung zunächst auch deutlich nach unten. Inzwischen hat sich das Niveau aber eingependelt, zuletzt gab es wieder Preissteigerungen. Auch mit Blick auf den Strom tauchten jüngst allerdings neue Anbieter auf, die Strom und Gas anbieten.

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