Nach der Anhebung der Strafen zum 1. Februar ist die Einnahmeerwartung um 200 000 Euro erhöht worden.

Der Einsatz seines Radarwagens – hier ein Exemplar aus Wuppertal – dürfte sich für den Kreis noch mehr lohnen. Noch häufiger eingesetzt werden soll er nicht.
Der Einsatz seines Radarwagens – hier ein Exemplar aus Wuppertal – dürfte sich für den Kreis noch mehr lohnen. Noch häufiger eingesetzt werden soll er nicht.

Der Einsatz seines Radarwagens – hier ein Exemplar aus Wuppertal – dürfte sich für den Kreis noch mehr lohnen. Noch häufiger eingesetzt werden soll er nicht.

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Der Einsatz seines Radarwagens – hier ein Exemplar aus Wuppertal – dürfte sich für den Kreis noch mehr lohnen. Noch häufiger eingesetzt werden soll er nicht.

Ennepe-Ruhr. Für Autofahrer, die zu kräftig aufs Gaspedal treten oder sich angetrunken ans Steuer setzen, wird es seit 1.Februar deutlich teurer. Ob die bundesweite drastische Anhebung der Bußgelder den erwünschten Abschreckungseffekt erzielt und zu einer vernünftigeren Fahrweise und einer Senkung der Unfallzahlen führt, lässt sich nach einer Woche noch nicht feststellen.

Das Straßenverkehrsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises rechnet allerdings damit, dass unter dem Strich die Bußgeldeinnahmen weiter steigen werden. 4,1 Millionen Euro sind als Einnahmeerwartung in den Etat 2009 eingesetzt, 200000Euro oder fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

"Es gibt keine Extra-Kontrollen, weil die Bußgelder hochgehen."

Dietmar Trust, Sprecher der Kreispolizei

Angesichts der für schwere Tempoverstöße und auch zu dichtes Auffahren drastisch erhöhten Bußgelder ist die Anhebung noch moderat. Möglicherweise spielt dabei auch eine Rolle, dass die Zahl der Tempo-Verstöße am Blitzer im Autobahnkreuz Nord zuletzt leicht rückläufig war.

Von November 2007 bis Januar 2009 wurden dort 62000 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen. Die Messstelle ist damit an den Bußgeldeinnahme des Kreises allerdings weiter maßgeblich beteiligt.

Zusätzliche Messungen, die aufgrund der verschärften Gesetzeslage auch deutlich mehr Einnahmen versprechen und von so manchem Landesverkehrsminister sogar gefordert wurden, sind vorerst aber nicht geplant. "Unsere Anlagen und unser Personal sind voll ausgelastet", sagte Kreissprecher Ingo Niemann.

Für die Tempo-Überwachung setzt der Ennepe-Ruhr-Kreis neben den stationären Blitzern an der A46 im Autobahnkreuz Wuppertal Nord, drei Kameras für die weitere Starenkastenstandorte ein. Hinzu kommen ein mobiles Messgerät (wegen seiner Form blitzende Mülltonne genannt) und ein Radarwagen.

Bis zu einer Tempoüberschreitung von bis zu 20Stundenkilometer inner- und außerorts bleibt die Höhe der Verwarngelder unverändert. Danach wird es teuer, bei plus 21 bis 25 km/h innerorts 80 statt 50 Euro, außerorts 70 statt 40. Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille Blutalkohol am Steuer erwischt wird, zahlt 500 statt 250 Euro.

Weitere Anschaffungen gebe es vorerst nicht. Speziell wegen des Blitzers auf der A 46 waren im vergangenen Jahr neun zusätzliche Sachbearbeiter in der Bußgeldstelle eingesetzt worden, ein weiteres Aufstocken sei nicht vorgesehen.

Polizei: Verstärkte Kontrollen lediglich wegen Karneval

Auch die Kreispolizei plant keine Veränderung ihrer Strategie. Es gibt keine Extra-Kontrollen, weil die Bußgelder hochgehen", sagt Sprecher Dietmar Trust.

Dass die Polizei-Präsenz an den Straßen in den nächsten Tagen deutlich zunehmen werde, habe ausschließlich mit Karneval zu tun. "Da verstärken wir traditionell die Alkohol-Kontrollen", sagt Trust und schickt hinterher:

"Hoffentlich zeigen sich die Autofahrer zu Karneval genau so diszipliniert wie an Silvester. Da habe die Kreispolizei noch mehr kontrolliert als ein Jahr zuvor, erfreulicherweise sei allerdings nur ein einziger Fahrer festgestellt worden, der zu viel Alkohol getrunken und sich trotzdem ans Steuer gesetzt hatte.

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