Begeisterte Zuschauer sorgten für Stimmung beim temporeichen Schlussteil der Kür.

Daniel und Carolina Hermann zeigen sich bei der EM in Helsinki von ihrer besten Seite.
Daniel und Carolina Hermann zeigen sich bei der EM in Helsinki von ihrer besten Seite.

Daniel und Carolina Hermann zeigen sich bei der EM in Helsinki von ihrer besten Seite.

dpa

Daniel und Carolina Hermann zeigen sich bei der EM in Helsinki von ihrer besten Seite.

Sprockhövel/Helsinki. "Suuuuuuper!” Diese SMS von ihrem ersten Eislauftrainer Ulf Jagals hatten Carolina und Daniel Hermann bereits am Freitagabend kurz nach ihrer gelungenen Kür bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften auf dem Handy. Eine Fülle von Glückwünschen erreichte das deutsche Eislauf-Nachwuchspaar.

Das ist zwar noch ein deutliches Stück von der Weltspitze entfernt, hat mit Platz 12 aber immerhin die beste deutsche EM-Platzierung erreicht, seitdem das Vorzeige-Eistanzpaar Winkler/Lohse 2004 seine Karriere beendete. Der Glückwunsch des Wuppertalers Jagals kam also nicht von ungefähr.

Vor fast 15 Jahren hatte er die Anfänge der beiden auf Kufen begleitet, als Daniel Lust auf Eislaufen bekam und Mutter Martina die kleine Carolina mit in die Eislaufhalle nach Solingen nahm.

Den Zeitplan für die WM schon im Gepäck

Jetzt ruhen die Zukunfts-Hoffnungen der Deutschen Eislauf Union auf den beiden Geschwistern, die mit 21 und 22 Jahren zudem noch viel Steigerungspotenzial haben. "Bundestrainer Martin Skotnicky hat uns schon in Helsinki den Zeitplan für die Weltmeisterschaft Ende März in Los Angeles ausgehändigt", berichtet Daniel Hermann stolz.

Damit sind die von den DM-Zweiten Zhiganshina/Gazsi ausgelösten Diskussionen, die Hermanns wären bei den Deutschen Meisterschaften vom Kampfgericht bevorzugt worden, zumindest für diese Saison beendet. Dass sie in Helsinki mit 146 Punkten satte 20 weniger bekommen hatten als bei der DM, ist für Daniel ganz normal.

International werde einfach härter gewertet. Glück für die Beiden, dass zwei stärker einzuschätzende Paare wegen Krankheit vorzeitig aufgegeben hatten und die Titelverteidiger Delobel/Schoenfelder gar nicht angetreten waren.

Dass Daniel in der Kür gleich zu Beginn bei einer synchronen Drehung (Twizzle) vorzeitig aufmachen musste, schiebt er allerdings nicht auf die Nervosität. "Vor dem Pflichttanz und dem Kurzprogramm war es viel schlimmer. In der Kür waren wir schon wieder relativ ruhig."

Seinen Patzer konnte er noch halbwegs korrigieren. Nachdem gleich anschließend zwei wichtige Hebungen und die Pirouette funktionierten, war ein entscheidender Teil der Kür bereits geschafft. "Auch die Hebung zum Schluss haben wir sogar besser gemeistert, als bei der DM", berichtet Daniel.

"Beim temporeichen Schlussteil sind die Zuschauer richtig mitgegangen, ab da war es für den Rest des Wettkampfs eine einzigartige Stimmung", erzählt Mutter Martina, die mit ihrem Mann Martin und Oma Lisa auf der Tribüne mehr zitterte als die beiden auf dem Eis.

Einen kleinen Ausblick in die Zukunft gab es auch schon: Bundestrainer Martin Skotnicky will bereits nächste Woche nach Dortmund kommen und im Eislaufzentrum mit den Geschwistern für die Universiade den Pflichttanz Paso Doble einstudieren. Ende Februar werden die Hermanns Deutschland bei dieser Studenten-Olympiade in China vertreten.

"Bis dahin und bis zur WM Ende März wollen wir noch eine Hebung und den Ansatz zur Pirouette überarbeiten, bei denen wir immer Probleme hatten", sagt Daniel.

Morgen muss sich der BWL-Student allerdings erst einmal bei seiner neuen Praktikumsstelle in Dortmund melden, denn das Studium (BundespolizistinCarolina ist für Pädagogik in Hagen eingeschrieben) läuft für beide parallel weiter. "Acht Wochen Praktikum muss ich bis Ende März machen, sonst wird das nicht anerkannt", berichtet Daniel.

Dieser Zeitplan könnte durch Universiade und WM jetzt allerdings ins Wanken geraten. Nicht ausgeschlossen, dass der 22-Jährige dadurch ein Zusatzsemester einschieben muss. Doch ihren sportlichen Lauf wollen die beiden jetzt erst einmal ausnutzen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer