Stadt hat kein Geld zum Streuen und sucht andere Lösungen. Allerdings müssen versicherungsrechtliche Fragen geklärt werden.

Glatteis
Evelyn Müller vom Fachbereich Schule und Sport.

Evelyn Müller vom Fachbereich Schule und Sport.

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Evelyn Müller vom Fachbereich Schule und Sport.

Sprockhövel. Durchatmen heißt es derzeit beim Städtischen Fachbereich Schule und Sport. Pünktlich zum Schulstart nach den Weihnachtsferien hatte sich dank des Tauwetters das Eis auf den Schulhöfen verabschiedet – und sich damit vorerst auch eine Diskussion erübrigt, wer denn jetzt die Räumung der Plätze übernimmt. Denn der Stadt fehlen die Mittel, was dazu führte, dass überhaupt nicht mehr gestreut wurde und die meisten Schulhöfe Ende Dezember gesperrt waren.

Das Problem habe sich jetzt aber nicht erledigt, warnt Evelyn Müller, Fachbereichsleiterin der Sprockhöveler Schulverwaltung. „Der Winter kommt ja zurück.“ Wenn das passiert, will die Stadt vorbereitet sein.

Diskutiert wurden bereits ehrenamtliche Lösungen in einigen Schulen (siehe Infoskasten). Ein Landschaftsgärtner habe sich ebenfalls angeboten, so Müller.

Der Stadt hat nur noch 5000 Euro für alle Schulen zur Verfügung

Das Problem: Die Stadt muss erst versicherungsrechtliche Fragen klären, weshalb sich die Schulen mit solchen Lösungen bislang noch eher zurückgehalten haben. „Wer haftet, wenn trotz Freiräumens etwas passieren sollte?“, fragt Müller. Kämmerer Rainer Kaschel prüfe dies derzeit. „Wenn die Ehrenamtler aus der Pflicht raus sein sollten, melden sich bestimmt noch mehr“, ist sich Müller sicher.

Auf viel Geld von Seiten der Stadt können die Schulen indes nicht hoffen. Nach den vielen durchschnittlichen Wintern in der Vergangenheit war der Winter 2009/2010 die erste Bewährungsprobe. Nach der langen Kälte- und Schneephase waren bereits 20 000 Euro ausgegeben worden – obwohl ursprünglich sogar nur 10 000 Euro festgelegt worden waren.

Im Dezember war dann nichts mehr übrig. Für 2011 und einen noch härter erwarteten Winter stehen gerade einmal 5000 Euro für alle Schulen zur Verfügung – nachdem die Summe infolge des Sparzwangs sogar auf Null gesetzt werden sollte.

„Allerdings gilt das Freiräumen der Schulhöfe als freiwillige Leistung der Stadt“, sagt Müller. Mehr Geld dürfe angesichts der angespannten Haushaltslage dafür nicht ausgegeben werden. Im Gegensatz zu allen anderen Städten in Ennepe-Ruhr-Kreis habe Sprockhövel überhaupt noch räumen lassen. „Daran haben sich die Bürger und die Schulen mittlerweile gewöhnt“, sagt Evelyn Müller.

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