Die IHK Hagen präsentiert Ergebnisse aus dem Projekt „Einzelhandelslabor Südwestfalen“. In vielen Bereichen existiert in Sachen Digitalisierung noch Nachholbedarf.

Die IHK Hagen präsentiert Ergebnisse aus dem Projekt „Einzelhandelslabor Südwestfalen“. In vielen Bereichen existiert in Sachen Digitalisierung noch Nachholbedarf.
Bei Eggers präsentierte die IHK die Ergebnisse der Umfrage.

Bei Eggers präsentierte die IHK die Ergebnisse der Umfrage.

Stefan Fries

Bei Eggers präsentierte die IHK die Ergebnisse der Umfrage.

Niedersprockhövel. In Zeiten der Digitalisierung müssen sich auch kleine Einzelhändler im Internet präsentieren, werben und ihre Produkte über das Netz vertreiben. Um die digitale Kompetenz der Einzelhändler in der Region zu stärken, haben die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Hagen und Arnsberg gemeinsam mit drei Hochschulen im April 2016 das Projekt „Einzelhandelslabor Südwestfalen“ gestartet. In dem auf drei Jahre angelegten Vorhaben ist nun eine wichtige Etappe erreicht: Die ersten Erkenntnisse zum Stand der Digitalisierung im Einzelhandel liegen vor.

Nun folgt ab März eine Workshop-Phase, in der die Geschäfte in Fragen der Digitalisierung ertüchtigt werden sollen. Die Projektleiterin der IHK Hagen, Stephanie Erben, präsentierte am Dienstagabend im Hotel/Restaurant Eggers in Niedersprockhövel die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Umfrage der Fachhochschule Südwestfalen zum Stand der Digitalisierung. Rund 250 Einzelhändler – darunter auch einige aus Sprockhövel – hatten sich beteiligt.

Das Ergebnis zeigt noch digitalen Nachholbedarf bei den Geschäften: So haben zwar 60 Prozent der Händler ein Interesse an lokalen Online-Marktplätzen. Größere Online-Verkaufsportale wie eBay oder Amazon werden jedoch bislang nur von etwa 17 Prozent genutzt. Fast alle Befragten haben zwar eine Internetseite - doch nur etwas mehr als die Hälfte verfügt über eine mobil optimierte Webseite, also eine Homepage, die auch auf dem Handy oder dem Tablet gut zu lesen ist.

„Wer im Internet nicht auffindbar ist, der existiert für die Kunden nicht.“

Stephanie Erben, Projektleiterin

Gerade ein solcher Service ist nach Angaben von Projektleiterin Erben aber unverzichtbar. „Wer im Internet nicht auffindbar ist, der existiert für die Kunden nicht“, mahnte sie. Und diese Einschätzung gelte nicht nur für die jungen Käufer, sondern jeden potenziellen Kunden bis etwa 60 Jahre.

An dem Modellprojekt „Einzelhandelslabor Südwestfalen“ beteiligen sich neben Sprockhövel noch 26 weitere Kommunen aus der Region. 1,2 Millionen Euro stellen die EU und das Land NRW zur Verfügung, das Geld soll in Info-Veranstaltungen, Befragungen, wissenschaftliche Untersuchungen und Workshops fließen. Derzeit befinde man sich noch in einer „Sensibilisierungsphase“, betonte Erben.

Die Einzelhändler sollten auf das Problem der fehlenden digitalen Kompetenz aufmerksam gemacht, Wege aus der Problemzone aufgezeigt werden. Laut Erben geht es aber nicht einfach darum, das Offline- durch das Online-Geschäft zu ersetzen. Auch junge und Internet-affine Menschen legten durchaus Wert darauf, in realen Geschäften einzukaufen. Allerdings hätten sie veränderte Bedürfnisse, die der lokale Einzelhandel erfüllen müsse, um auch im Zeitalter der Digitalisierung bestehen zu können. Der Einzelhandel müsse „cross-channel-fähig“ werden, sprich: in der Lage sein, sowohl online wie auch offline die Ansprüche der Kunden zu erfüllen und miteinander zu verzahnen.

Nach Erkenntnissen der IHK Hagen ist in dieser Frage Eile geboten. „Der lokale Einzelhandel muss sich profilieren und selbst zur Marke werden“, erklärte sie. Und dazu gehören auch Tipps zur Optimierung bei der Google-Suche. Anhand einer Keyword-Liste sollte jeder Einzelhändler schauen, mit welchen Begriffen er sein Geschäftsmodell definiert, erläuterte die Projektleiterin. Auch die Verwendung hochwertiger Texte und die regelmäßige Überarbeitung der Inhalte der Internetseite seien unumgänglich.

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