In einem Spezialtruck konnten alle Atemschutzträger der Feuerwehr Sprockhövel für den Ernstfall üben.

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Realistisch: Im Brand-Truck müssen die Wehrleute einen simulierten Maschinenbrand bekämpfen.

Realistisch: Im Brand-Truck müssen die Wehrleute einen simulierten Maschinenbrand bekämpfen.

Gerhard Bartsch

Realistisch: Im Brand-Truck müssen die Wehrleute einen simulierten Maschinenbrand bekämpfen.

Sprockhövel. Das Szenario ist furchteinflößend: Unter der Decke haben sich nach einem Zimmerbrand Rauchgase gesammelt, die sich beim Öffnen der Tür explosionsartig entzünden.

Wer nicht damit rechnet, wird voll erwischt. Der Trick: Die Tür stoßweise immer nur kurz öffnen, ducken, sich mit einem Sprühnebel aus dem Hohlstrahlrohr des Löschschlauchs schützen.

Das übten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel am Wochenende. Für realistisches Ambiente sorgte ein Brandcontainer, der aus Neuwied zum Feuerwehrhaus Gennebreck bestellt worden war.

In ihm wurden gleich mehrere Brände durchgespielt. Die Flammen werden dabei durch gezielte Gaszufuhr gesteuert.

Alle 100 Sprockhöveler Wehrleute, die im Ernstfall Atemschutz tragen können, durften sich in Dreier-Trupps darin jeweils eine halbe Stunde lang erproben. Auch 24 Kameraden aus Nachbarstädten kamen in den "Genuss", um das Fahrzeug Samstag und Sonntag voll auszulasten und den Sprockhöveler Kostenanteil zu drücken. 5000 Euro kostet der Truck pro Wochenende.

Von den Brandtrainer-Containern gibt es in ganz Deutschland nur vier. Die 700 000 Euro teuren Auflieger sind in ganz Deutschland und im abgrenzenden Ausland unterwegs. Von Herzkamp aus ging es für eine Woche nach Österreich.

"Gut angelegtes Geld", sagt Bürgermeister Klaus Walterscheid (SPD). "Im normalen Einsatz sind Brände - zum Glück - nicht so häufig, und dann sind auch stets nur wenige Kameraden direkt am Brandherd", erklärt der Atemschutzbeauftragte der Sprockhöveler Wehr, Udo Oberste-Vorth, warum der Umgang mit echtem Feuer für Feuerwehrleute nicht selbstverständlich ist. Deshalb schlug er vor, den "Brandtrainer" anzufordern.

"Beeindruckend", schildert Feuerwehrmann Karsten Schreiber, der sich nach seinem "Durchgang" gerade schweißnass aus der Schutzkleidung geschält hat, die enorme Hitze, die sich in dem Container besonders unter der Decke sammelt. "Im normalen Einsatz kommt man gar nicht dazu, darüber nachzudenken, hier erlebt man das mal bewusst", ergänzte er.

Umso wichtiger sei es, Automatismen auszubilden, die dann im Ernstfall die richtige Reaktion garantieren. Sein letzter Feuereinsatz? Schreiber muss lange nachdenken und lacht: "Ich glaube das war ein Osterfeuer am Ochsenkamp."

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