Bürgerinitiative und Fraktion teilen sich künftig einen Namen. Nicht alle Mitglieder der Initiative sind von der Entwicklung überzeugt.

Sprockhövel. Der Name Miteinander in Sprockhövel sorgt inzwischen für Verwirrung. Neben der Bürgerinitiative beansprucht auch die neue Ratsfraktion der ehemaligen Piraten den Namen für sich. Sie begründet das damit, im Namen der Bürgerinitiative deren Ziele politisch durchsetzen zu wollen. „Vor der Gründungsversammlung unserer Wählergemeinschaft hat sich ein großer Teil der Bürgerinitiative dafür ausgesprochen, sich uns anzuschließen. Nur eine kleine Gruppe wollte auch weiterhin unpolitisch bleiben“, sagt Holger Krefting. Er besetzt einen der beiden Sitze der Fraktion im Rat.

Dort möchte Annette Faßbender von der Bürgerinitiative die Anliegen von Miteinander in Sprockhövel jedoch gar nicht vertreten wissen. „Wir möchten darauf hinweisen, dass es die Interessengemeinschaft der bisherigen Bürgerinitative nach wie vor gibt, die sich allerdings in keiner Weise politisch orientiert und dies auch vorher nicht getan hat“, betont die Mitgründerin. Sie seien Bürger der Stadt Sprockhövel, die sich in diesem Fall gegen eine konkrete politische Entscheidung zur Wehr gesetzt hätten und ihre Ziele ausschließlich aus Gründen des Bürgerinteresses verfolgten.

Die Verschmelzung mit einer politischen Partei betrachtet Annette Faßbender als problematisch. „Persönlich bin ich dagegen, weil die Interessengemeinschaft weiter besteht und die Namensgleichheit für Verwirrung sorgt.“ Noch wichtiger sei ihr allerdings, deutlich zu machen, dass die Bürgerinitiative zum Zeitpunkt des Bürgerentscheides gegen die Bebauung des Bolzplatzes am Gedulder Weg nicht politisch tätig war. „Denn ich bin davon überzeugt, dass wir sonst viele Stimmen nicht bekommen hätten.“

MiS/Die Piraten will sich für Bürgerthemen einsetzen

Weit weniger problematisch beurteilt Holger Krefting das gemeinsame Miteinander in Sprockhövel. „Viele Mitglieder der Bürgerinitiative sind auch Teil der Wählergemeinschaft.“ Er sieht daher keine Gefahr der Vermischung. „Bürgerinitiative und Wählergemeinschaft sind verwandt, lassen sich aber auch sicher getrennt betrachten.“ Zumal die Fraktion im Rat künftig den Zusatz Die Piraten tragen wird.

„Martin Debold und ich sind Piraten, die bürgerliche Politik als Ziel verfolgen. Deshalb können wir mit dem Zusatz gut leben. Der Hintergrund ist jedoch ein rein rechtlicher und kein politischer.“

Für die Zukunft habe sich die Fraktion vorgenommen, für Bürgerthemen zu kämpfen. Dazu gehörten unter anderem die Öffnungszeiten des Freibades. „Da gibt es hier eine große Unzufriedenheit. Viele Leute befürchten eine Schließung auf Raten. Darum werden wir uns kümmern.“ Daneben stünden auch Verkehrs- und Wirtschaftsthemen auf der Agenda. „Wir brauchen für die Mittel- und die Hauptstraße intelligente Konzepte. Dazu gehört auch ein vernünftiges Radwegenetz“, betont Holger Krefting. Er fahre täglich mit dem Rad durch Haßlinghausen und das sei lebensgefährlich.

Bei den Gewerbegebieten wolle die Fraktion ebenfalls genauer hinschauen. „Sie bringen zwar einerseits Geld und Arbeitsplätze, gleichzeitig vernichten sie aber auch Flächen, und das Grün ist das einzige Pfund, mit dem wir noch wuchern können.“

Thema bleibe außerdem die Bebauung des Bolzplatzes. Da ergibt sich erneut eine Schnittmenge mit der Bürgerinitiative, die ebenfalls fest entschlossen ist, weiter für den Erhalt oder zumindest eine Alternative zu kämpfen.

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