Der Fußball-Oberligist fördert konsequent seine Juniorenteams und entwickelt junge Spieler mit Erfolg weiter.

Der Fußball-Oberligist fördert konsequent seine Juniorenteams und entwickelt junge Spieler mit Erfolg weiter.
Einst in Sprockhövel, nun beim SC Paderborn: Christopher Antwi-Adjej (re.).

Einst in Sprockhövel, nun beim SC Paderborn: Christopher Antwi-Adjej (re.).

Jan-Niklas Budde spielt seit 2016 für die TSG Sprockhövel, davor für den Wuppertaler SV und Fortuna Düsseldorf. Nebenbei studiert er an der Uni Wuppertal.

dpa, Bild 1 von 2

Einst in Sprockhövel, nun beim SC Paderborn: Christopher Antwi-Adjej (re.).

Sprockhövel. In der vorigen Woche schaute Fußball-Deutschland für 90 Minuten nach Paderborn. Schließlich stand im DFB-Pokal der Kampf David gegen Goliath an: Drittligist SC Paderborn gegen Rekordmeister Bayern München. Auch in Sprockhövel beobachtete man mit großem Interesse das Geschehen in Ostwestfalen. Nicht in erster Linie wegen des Spiels, sondern vor allem wegen Christopher Antwi-Adjej. Der 24-Jährige steht exemplarisch für den Weg, den der Oberligist bereits seit vielen Jahren erfolgreich bestreitet. Nämlich vielversprechende Talente, die anderswo den Sprung nicht geschafft haben, aufzufangen, weiterzuentwickeln und bestenfalls mit ihnen sportliche Erfolge zu feiern. Zugegeben, dieses Konzept ist nicht wirklich neu, doch fast nirgendwo in der Region wird so konsequent auf junge Spieler gesetzt wie bei der TSG. Nicht von ungefähr hat der aktuelle Kader des Fünftligisten gerade einmal ein Durchschnittsalter von knapp 21 Jahren.

Der Verein scoutet in der Region intensiv nach jungen Spielern

Das liegt auch daran, dass der Verein regelmäßig Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Mannschaft integriert. Derzeit sind es zehn Akteure, die schon zu Jugendzeit das TSG-Trikot getragen haben. „Wir investieren viel in unsere Jugendarbeit“, erläutert Geschäftsführer André Meister. „Das fängt schon bei den Jugendteams an, in denen die Kinder von ausgebildeten Trainern trainiert werden. Dazu scouten wir auch lange und intensiv in der Region und schauen, welche jungen Spieler für uns in Frage kommen.“ Hinzu kommt noch ein weiterer Faktor. „Einen fertigen Oberliga-Spieler können wir uns nicht leisten“, betont Meister. Vielmehr setze der Klub auf junge Spieler „mit dem Willen und dem Hunger, sich weiterzuentwickeln. Unser Trainer setzt das auch konsequent um“. In der Tat ist Andrius Balaika so etwas wie ein Schmied, der aus dem vorhandenen Rohmaterial regelmäßig das Optimum herausholt. Antwi-Adjej ist so ein Beispiel, der in der Jugend des MSV Duisburg den Durchbruch nicht schaffte, über Eintracht Dortmund sowie Westfalia Herne zur TSG kam und mittlerweile mit Paderborn auf dem Weg in Richtung 2. Liga ist. Oder auch Christian März. Der 23-Jährige war in der Jugend für den VfL Osnabrück und Hertha BSC Berlin aktiv und absolvierte zudem von der U15 bis zur U18 insgesamt 18 Länderspiele für den DFB. Doch irgendwann verlief seine Karriere in eine Sackgasse. In Sprockhövel wurde er jedoch schnell zum Leistungsträger und wechselte im vergangenen Sommer zum ambitionierten Regionalligisten SV Rödinghausen. Auf einen ähnlichen Weg hoffen nun auch Liron Peretz (20 Jahre, VfL Bochum, Rot-Weiss Essen, vier U15-Länderspiele) oder Blerton Muharremi (19, Wuppertaler SV, Fortuna Düsseldorf, ein U17-Länderspiel für Albanien). Einer, der in Sprockhövel bereits eine neue sportliche Heimat gefunden hat, ist Jan-Niklas Budde. Der 22-Jährige wurde beim Wuppertaler SV und Fortuna Düsseldorf ausgebildet. Sich allein auf den Fußball verlassen, wollte der Abwehrspieler aber auch nicht. Stattdessen schrieb er sich an der Universität Wuppertal für ein Lehramtsstudium für Sport und Geschichte ein. Auf Leistungssport wollte er allerdings auch nicht verzichten. Bei der TSG fand er das passende Umfeld dafür. „Studium und Fußball lassen sich in Sprockhövel sehr gut vereinbaren“, berichtet Budde, der mit seinen 22 Jahren bereits zu den älteren Spielern gehört. Aber wer weiß: Vielleicht gelingt ihm ja auch noch mal der Sprung in eine höhere Liga. Christopher Antwi-Adjej hat es jedenfalls schon erfolgreich vorgemacht.

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