Eine Ausstellung widmet sich dem Werk von Waldtraut Schultze-Gebhardt.

wza_1500x1004_770607.jpeg
Ein Ständchen für die Mutter: Sohn Till am Cello, Tochter Katrin und Freundin Diana Wild (ganz links) eröffneten die Ausstellung musikalisch.

Ein Ständchen für die Mutter: Sohn Till am Cello, Tochter Katrin und Freundin Diana Wild (ganz links) eröffneten die Ausstellung musikalisch.

Gerhardt Bartsch

Ein Ständchen für die Mutter: Sohn Till am Cello, Tochter Katrin und Freundin Diana Wild (ganz links) eröffneten die Ausstellung musikalisch.

Sprockhövel. "Meine Frau wollte nie ihre Bilder öffentlich zeigen. Sie war ein sehr introvertierter Mensch", erzählte Erich Schultze-Gebhard in seiner Begrüßungsrede zur Eröffnung der Ausstellung. Landschaftsaquarelle, Zeichnungen und Skizzen von Waldtraut Schultze-Gebhardt sind nun in der Scheune auf dem Schee, die sonst als Heimatmuseum genutzt wird, ausgestellt.

"Jede freie Minute malte und zeichnete sie. Am liebsten am Wochenende und in den Ferien." Ihre Vorliebe für Landschaften, Horizonte und das weite Meer sind dabei nicht zu übersehen. "Sie liebte die freie Atmosphäre und den unverstellten Blick. Berge wären nichts für sie gewesen", erklärte der Ehemann.

Schultze-Gebhardt wuchs in einem Künstlerhaus mit viel Freiheit auf

Über 100 Studien, mehr als 150Aquarelle und etwa 50 Skizzen-Bücher sind in der Ausstellung zu sehen. Eines der wichtigsten Motive ist der eigene Garten, jener Raum, den sie "so liebte, der sie so zufrieden machte". Mit feinem Pinselstrich strahlen blühende Wiesen, Bäume in kräftigem Grün und Himmel in sattem Blau aus den Bildern.

Das einfache Landleben ist porträtiert, fotografisch genau, doch unverkennbar gemalt sind es Bauernkaten, Fachwerkhäuser und immer wieder Natur, die abgebildet werden. Als "stille, zurückhaltende und feine Frau" erinnerte sich Stadtarchivarin Karin Hockamp in ihrer Laudatio zur Vernissage am Sonntagmorgen an die Tochter des Malers Eugen Spieker. An einen Menschen, der "anders war und die Welt anders wahrnahm" auch in schweren Zeiten.

Waldtraut Schultze-Gebhard wurde 1933 in Wuppertal-Elberfeld geboren und wuchs "in der Freiheit des Denkens" auf. "Es wurde gemalt, musiziert und philosophiert. Das Talent hat sie mit der Muttermilch aufgesogen."

Zum ersten Mal sind ihre Werke in der Öffentlichkeit zu sehen

Waldtraut Schultze-Gebhardts Landschaftsaquarelle, Zeichnungen und Skizzen sind in der Scheune auf dem Schee, Auf dem Schee 10, zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags 16 bis 18, sonntags 11 bis 13Uhr und nach Vereinbarung unter Telefonnummer 0202-523507.

Bislang waren es nur Freunde und Verwandte, die ihr Können beurteilen durften und konnten. Für sie gestaltete Waldtraut Schultze-Gebhard Jahr für Jahr Kalender mit ihren eigenen Motiven. Mit der Ausstellung werden nun erstmals ihre Zeichnungen und Aquarelle für alle zugänglich gemacht.

Mit wenigen Strichen ist eine Skizze Ibizas entstanden, einige Schraffierungen genügen, und eine Landschaft entsteht. An den Wänden, in Vitrinen, und in Mappen können diese Arbeiten jetzt angesehen werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer