Am Pfingstsonntag verabschiedete die Gemeinde ihren Pastor Mihai Imbria. Sein Nachfolger steht nun fest.

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Auch die Kindergartenkinder waren bei der Verabschiedung von Pastor Mihai Imbria (rechts) dabei.

Auch die Kindergartenkinder waren bei der Verabschiedung von Pastor Mihai Imbria (rechts) dabei.

Gerhard Bartsch

Auch die Kindergartenkinder waren bei der Verabschiedung von Pastor Mihai Imbria (rechts) dabei.

Haßlinghausen. Pfingsten - das christliche Fest zur Feier des Heiligen Geistes, der 50 Tage nach Jesu Auferstehung herab zu den Menschen kam. In der Haßlinghauser Gemeinde St.Josef war es am Sonntag auch das Fest, an dem sich Pastor Mihai Imbria von der Gemeinde verabschiedete. Genau vor einem Jahr hatte er beim Bischof ein Versetzungsgesuch gestellt.

Wegen "Differenzen im Pastoralteam", nachdem St. Josef in die neue Großgemeinde St. Peter und Paul integriert worden war. Kommende Woche wird er seine neue Pfarrstelle in Bochum (Nikolaus von Flüe) antreten.

Die Begegnung mit Menschen lag dem Pastor am Herzen

Lang anhaltender Beifall brandete in der bis in den Eingang besetzten Kirche auf, als Imbria am Ende des Gottesdienstes persönliche Worte in eigener Sache an die Gemeinde richtete. "Danke, dass ich unter Ihnen sein durfte, es war für mich eine große Bereicherung." 2002 war er als 44-jähriger Pfarrer (diesen Status verlor er mit der Bistumsreform) in die Gemeinde gekommen.

Dass die Menschlichkeit diesen Mann auszeichnete, wurde nach dem Gottesdienst in vielen Gesprächen deutlich. "Er war ein Pfarrer der Kinder", sagte eine Mutter aus dem Kindergarten von St. Josef. "Mit den Kleinen hat er Fußball gespielt und geknetet, mit den Größeren Tischtennis gespielt."

"Er hatte eine tolle Gabe, auf Kinder zuzugehen", ergänzte Erzieherin Dorothee Lohmann. Als Beispiel nannte sie den Umgang mit seinem für die Kleinen schwer zu sprechenden Namen. "Nennt mich einfach Pi (Pastor Imbria)", habe er kurzerhand gesagt. Küsterin Monika Weber beschrieb die freundliche Stimmung, die er stets verbreitet habe, schilderte, dass Krankenbesuche dem Seelsorger stets ein Bedürfnis waren.

St. Josef ist mit rund 3.600 Gemeindegliedern die größte von sieben Einzelgemeinden in der Großpfarrei St. Peter und Paul mit Sitz in Herbede.

Bis nach den Sommerferien wird die Zahl der Gottesdienste - wie auch in der Sprockhöveler Nachbargemeinde St. Januarius - reduziert. So gibt es keine Vorabendmesse. Den Gottesdienst leiten Vertretungen aus Schwelm, Hattingen und Herbede selbst.

Geboren wurde Mihai Imbria am 1.Januar 1958 in Herkulesbad in Rumänien. Dort war er auch Pfarrer, ehe er 1996 für die pastorale Tätigkeit in Deutschland freigestellt wurde.

Pastor zur Aushilfe in Oberhausen-Sterkrade, drei Jahre Vikar in Gelsenkirchen-Erle, seit Oktober 2002 der inzwischen 15.Pfarrer (Pastor) an St. Josef. Dort löste er Franz Heister ab, der mit 57Jahren in den Ruhestand ging.

Der Gemeinderatsvorsitzende Manfred Berretz erinnerte in seiner Ansprache beim Empfang im Gemeindehaus an "das Grillen in Pfarrers Garten", das Imbria freitags fest eingeführt hatte, und an Pilgerreisen nach Rom, bei denen der Rumäne seine umfangreichen Sprachkenntnisse zum Nutzen der Mitfahrer einsetzte.

Aber in seiner Arbeit ging Imbria auch keine Kompromisse ein, wie sein Versetzungsgesuch vor einem Jahr verdeutlichte - das "ausdrücklich nichts mit der Gemeinde selbst zu tun" habe.

Strahlend und bisweilen mit feuchten Augen nahm Imbria am Sonntag die guten Wünsche zu seiner Verabschiedung entgegen. In diese Stimmung mischte sich auch Erleichterung darüber, dass seit dem Wochenende klar ist, wie es personell in der Gemeinde weitergeht. "Ein neuer Pastor für St. Josef ist endlich gefunden", verkündete Pfarrer Jochen Winter, Oberhaupt der Großgemeinde, von der Kanzel.

Der sechste Kandidat, den das Bistum angesprochen habe, habe zugesagt. "Und sie haben Glück, es ist ein ganz Junger", beschrieb er den 34-jährigen Burkhard Schmelz. Der ist bis jetzt noch Vikar in Wattenscheid. Er wird Anfang September in St. Josef eingeführt und ins Pfarrhaus einziehen.

Auch Winter fiel ein Stein vom Herzen. Sieben Gemeinden, mit ihm nur drei offizielle Geistliche - das ist für die Großgemeinde kein Zustand. Der 65-Jährige selbst leitete am Wochenende sechs Gottesdienste - schon fast Normalzustand, wie er beschrieb.

Von Schmelz erhofft er sich nicht nur Unterstützung, sondern auch frischen Wind. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir St. Josef zum Zentrum der Jugendarbeit der Großgemeinde machen."

Mihai Imbria versprach indes bereits am Sonntag, schon in drei Wochen nach St. Josef zurückzukehren - dann aber als Besucher auf dem Gemeindefest.

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