In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mitglieder um 500 gesunken – neue sollen her.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Mitglieder um 500 gesunken – neue sollen her.
Julia Beinhauer, Rita Gehner, Lena Windhövel (in der Tür), Mike Weiser (in der Tür), Lutz Heuser und Willibald Limberg (v.l.) würden sich über neue Mitglieder und Interessenten beim DRK freuen.

Julia Beinhauer, Rita Gehner, Lena Windhövel (in der Tür), Mike Weiser (in der Tür), Lutz Heuser und Willibald Limberg (v.l.) würden sich über neue Mitglieder und Interessenten beim DRK freuen.

Anna Schwartz

Julia Beinhauer, Rita Gehner, Lena Windhövel (in der Tür), Mike Weiser (in der Tür), Lutz Heuser und Willibald Limberg (v.l.) würden sich über neue Mitglieder und Interessenten beim DRK freuen.

Sprockhövel. Beim Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Sprockhövel gibt es immer viel zu tun. Da zählt jede helfende Hand. Doch genau das ist das Problem des Vereins: Es fehlen die Mitglieder. In den vergangenen zehn Jahren sei ein Verlust von etwa 500 Mitgliedern zu beklagen, erklärte der Vorsitzende Lutz Heuser. Der Grund für diesen radikalen Einbruch sei die hohe Altersstruktur der Mitglieder: „Wir müssen unbedingt junge Leute dazu animieren mitzumachen“, so Heuser. „Wir haben schon den Schulsanitätsdienst und hoffen, so Leute bekommen zu können.“

Doch das sei nicht immer so einfach. Denn der Verein ist eine Betreuungseinheit. Das heißt, dass der Ortsverein im Falle von Katastrophen und Unfällen die Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) und der Feuerwehr mit Essen und Wasser versorgt: „Dadurch stehen wir nicht so sehr im Rampenlicht wie THW und Feuerwehr“, so Heuser. „Aber wir möchten auch gar nicht, dass man uns sieht, um die Arbeit der anderen nicht zu behindern. Nur so fehlt eben die nötige Werbung.“

Und genau da liegt das Problem: Viele Leute würden nicht verstehen, wie wichtig diese Arbeit „hinter den Kulissen“ ist: „Jemand, der ehrenamtlich ist, muss eigentlich nur Motivation und Engagement mitbringen. Eine spezielle Ausbildung ist nicht nötig. Wichtig ist nur, dass der Gedanke passt“, will Heuser klarstellen. „Wir brauchen Hände und Köpfe. Klar ist jede helfende Hand wichtig. Aber wir brauchen auch Leute mit Ideen zum Beispiel was die Finanzen und die Organisation angeht.“

Beim DRK in Sprockhövel arbeiten Ehrenamtliche mit Hauptamtlichen zusammen: „Viele haben auch bei uns ihre Karriere gestartet. Sie haben ehrenamtlich angefangen, dann eine Ausbildung gemacht und sind jetzt hauptberuflich tätig. Also hier kann man sein Hobby zum Beruf machen“, erklärt Heuser.

„In der Gesellschaft gibt es einen hohen Hang zur Hilfsbereitschaft“

Ehrenamtliche können in jedem Bereich eingesetzt werden: Ob es jemand ist, der im Kindergarten Geschichten vorliest, jemand, der den geplanten Anbau des DRK mit plant oder ein neuer Feldkoch für die Feldküche des DRK: „Im Ehrenamt haben wir Leute, die wir uns im Hauptamt nicht leisten können“, erklärt Heuser die Wichtigkeit der Ehrenamtlichen.

„Und in der heutigen Gesellschaft gibt es einen hohen Hang zur Hilfsbereitschaft“, fügt der zweite Vorsitzende Willibald Limberg hinzu. „Die muss nur aktiviert und akquiriert werden.“

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