Nach Bränden und Likören stellt Michael Habbel, Chef der gleichnamigen Destillerie, jetzt originalen Malt Whisky her.

Nimmt eine Kostprobe des Whiskys: Michael Habbel.
Nimmt eine Kostprobe des Whiskys: Michael Habbel.

Nimmt eine Kostprobe des Whiskys: Michael Habbel.

Andreas Fischer

Nimmt eine Kostprobe des Whiskys: Michael Habbel.

Sprockhövel. Es ist nur folgerichtig, dass Michael Habbel nun Malt Whisky brennt. Schließlich hat schon der Großvater Heinrich sein Geld als Kornbrenner verdient. Und der heutige Chef der gleichnamigen Destillerie und Brennerei versteht sein Handwerk perfekt.

Das schottische Monopol auf die Whisky-Herstellung ist aufgehoben

Wer einmal von seinen Bränden oder Likören probiert hat, wird sich künftig nur ungern mit konventioneller Ware begnügen. "Ich wollte bereits 1977 Whisky machen", sagt der 62-Jährige. Damals sei Malt Whisky noch nicht im Trend wie heute und wenn überhaupt nur echten Connaisseurs vorbehalten gewesen.

Michael Habbel stellte beim zuständigen Zollamt einen Antrag, der jedoch abgelehnt wurde. Erst als die EU die Verwendung von Malz neu regeln ließ und das Monopol Schottlands auf die Whisky-Herstellung fiel, war das lange Warten vorbei. Habbel durfte in seiner Destillerie in Sprockhövel Fässer mit dem berühmten Malt Whisky, der bevorzugt in den malerischen schottischen Highlands hergestellt wird, füllen.

Das Geheimrezept? Nur das Feinste vom Feinen an Zutaten: Bestes Rauchmalz und normales Malz im Verhältnis ein Drittel zu zwei Dritteln - das gebe "einen gewissen Charakter", weiß der Fachmann. Dazu kommt Maische von der Schwelmer Brauerei. 13 000 Liter des begehrten Lebenswassers, (Gälisch: usige beatha) wie Experten ihren Lieblingstrunk nennen, hat Habbel gebrannt und in Fässern gelagert.

Geschmack braucht Zeit. "Der Zeitaufwand ist wie bei einer Williamsbirne", sagt Habbel, "aber der Trick ist die Lagerung." Angestrebt ist, bis zu fünf verschiedene Produkte herzustellen. Die reifen bereits in Fässern aus amerikanischer Weißeiche, Sherry-, Sauternes- und Bourbon-Fässern. Der Plan ist, nach drei Jahren, also 2013, eine kleine Menge des Produkts auf Flaschen zu ziehen. Der größte Anteil soll indes rund zwölf Jahre lagern.

Die "Liqueur Manufactur" an der Gevelsberger Straße ist montags bis freitags von 8 bis 18.30 und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

Wie gesagt, Geschmack braucht Zeit. Und während der Malt vor sich hinreift und 20 Prozent des Destillats in die Luft verfliegen, das sei "der Anteil der Engel", weiß der Geschäftsmann, überlegt er sich, wie die Etiketten für die Malt-Flaschen aussehen sollen. Der Maler Wolfgang Zellmer, der schon zahlreiche Etiketten für die Habbel-Brände zeichnete, könnte wieder beauftragt werden.

Vor dem geistigen Auge sieht er bereits das Whisky-Etikett: "Ich kann mir Symbole wie eine Uhr und Getreide vorstellen." Das würde stilistisch passen, denn sie würden die Zeit, die es braucht, um ein solches Edelgetränk herzustellen und ein wichtiges Grundprodukt abbilden. Doch keine Eile. Bis zum ersten Mal der gälische Trinkspruch "Slainte Mhath" gewünscht werden kann, dauert es ja noch.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer