Mehr als 110 vorwiegend historische Fahrzeuge beim großen Treffen.

Manfred Barenscheidt (M.) und sein Sohn Matthias (l.) genießen vor ihrem Holder B12b die Sonne.
Manfred Barenscheidt (M.) und sein Sohn Matthias (l.) genießen vor ihrem Holder B12b die Sonne.

Manfred Barenscheidt (M.) und sein Sohn Matthias (l.) genießen vor ihrem Holder B12b die Sonne.

Gerhard Bartsch

Manfred Barenscheidt (M.) und sein Sohn Matthias (l.) genießen vor ihrem Holder B12b die Sonne.

Hiddinghausen. Es ist Samstagvormittag, in Velbert lässt Manfred Barenscheidt seinen Trecker an: einen Holder B12b.

Sein Sohn Matthias klettert auf den Beifahrersitz über dem rechten Hinterrad, und los tuckern sie mit 12 PS und maximal 20 km/h Richtung Hiddinghausen. Zum Treckertreffen auf Hof Dittmer. Dorthin, wo Marken wie Bautz, Lanz, Güldner oder Fahr keine Fremdwörter sind, sondern sofort mit Treckergeschichte verbunden werden.

Ungefähr eineinhalb Stunden, dann biegen sie an dem Kran, an dem weit sichtbar ein Trecker hängt, aufs Festivalgelände ab. Stellen den Holder in eine der langen Reihen historischer Trecker. Mehr als einhundert parken da am Samstag Nachmittag.

Treckertreffen: Fahren, Gucken, Fachsimpeln

Es wird geguckt und gefachsimpelt, Motorhauben geöffnet, diskutiert. Jeder Trecker hat seine Geschichte. Der Holder, Baujahr 1961, stand zuletzt in einer Baumschule in Dienst. Manfred Barenscheidt: „Mein Schwiegervater hat ihn erstanden, so ist er in die Familie gekommen.“ Matthias: „Solide Technik. Sinnvoll eingesetzt, ist sie nicht kaputt zu kriegen. Bei uns im Verein nennen sie ihn ,Rüttelplatte’.“ Der Verein, das sind die Treckerfreunde Linderhausen.

Der Lanz Bulldog hinter dem Holder ist per Tieflader aus Witten angereist. „Vor 30 Jahren war das ein Schrotthaufen“, sagt sein Besitzer. „Gebaut ist er etwa 1945. Historische Maschinen sollte man erhalten.“ Der ehemalige Schrotthaufen blitzt wie eben vom Band gelaufen. Sein Retter nimmt vorne einen Brenner ab, löscht ihn, ein Anlasserrad wird herumgeworfen - der ohrenbetäubende Klang des Glühkopfmotors lockt eine Zuschauertraube an.

Drumherum pulsiert das Fest: Kettenkarrussell, Kinder toben auf riesigen Hüpftieren, jagen die Kistenrutsche herunter, Verkaufsstände, ausgesuchte Trecker werden vorgestellt (am Mikro der Landmaschinenmechaniker-Meister Achim Brenne). Der Pferdezirkus ist wieder dabei, auf der Bühne wird Livemusik geben. Väter schieben den Nachwuchs im Kinderwagen über die Wiese.

Immer neue Besucherautos kommen auf die riesige Parkwiese. Noch mehr Trecker tuckern heran. „Schöne Sache, so eine Ausfahrt“, hatte Manfred Berenscheidt gesagt. „Die Leute lachen und grüßen, was will man mehr?“

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