Der Pfarrer bleibt noch bis zum Frühjahr in Sprockhövel. Dort betreute er fünf Gemeinden. Der 43-Jährige wechselt in den Dienst als Militärpfarrer.

Der Pfarrer bleibt noch bis zum Frühjahr in Sprockhövel. Dort betreute er fünf Gemeinden. Der 43-Jährige wechselt in den Dienst als Militärpfarrer.
Burkhard Schmelz wird am Ende neun Jahre lang in Sprockhövel tätig gewesen sein. Archiv

Burkhard Schmelz wird am Ende neun Jahre lang in Sprockhövel tätig gewesen sein. Archiv

Andreas Fischer

Burkhard Schmelz wird am Ende neun Jahre lang in Sprockhövel tätig gewesen sein. Archiv

Sprockhövel. Die Kirchen in St. Josef und St. Janurius wird Burkhard Schmelz bald gegen eine Kaserne irgendwo in Deutschland eintauschen. Der 43-jährige Pfarrer der katholischen Großgemeinde St. Peter und Paul, zu der auch die Sprockhöveler Gemeinden gehören, wechselt zum Sommer 2018 in den Dienst als Militärpfarrer. In Sprockhövel wird Schmelz noch bis zum Frühjahr bleiben und dann bis zum Sommer ein „Sabbatjahr“ als Auszeit einschieben. Das gab die Gemeinde vor kurzem bekannt. Als Grund für den Wechsel, das gebe er gern zu, nennt Schmelz unter anderem eine hohe Arbeitsbelastung.

„Die Belastung war einfach zu groß, ich musste etwas ändern“, sagt Schmelz, der als Pfarrer fünf Gemeinden in Sprockhövel, Wetter und Witten-Herbede betreut. Neben Gottesdiensten in mehreren Kirchen standen für ihn viele Verwaltungsaufgaben auf der Tagesordnung - nicht zuletzt die Mitorganisation des Pfarrentwicklungsprozesses.

In diesem Prozess erarbeiten die Gemeinden im Bistum Essen, wie sie sich, nicht zuletzt angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen, für die Zukunft aufstellen wollen und können. Ein kräftezehrender Prozess, wie aufgeregte Diskussionen bei Gemeindeversammlungen zeigen.

Doch nicht nur die Arbeitsbelastung habe bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt, betont Schmelz. Es sei eine Entscheidung, die sich über längere Zeit herauskristallisiert habe. Dazu gehöre auch: „Ich möchte noch einmal etwas Neues machen“, sagt Schmelz.

„Das ist ein ganz anderes Feld der Seelsorge, bei dem man mit Menschen arbeitet, mit denen man sonst in der Gemeinde eher nicht in Kontakt kommt.“

Burkhard Schmelz freut sich auch auf die Auslandseinsätze

„Das gibt es bei uns immer mal wieder, da ist Pfarrer Schmelz nicht der Erste“, betont Thomas Rünker, Sprecher des Bistums Essen. Auch bei der Kirche sei es normal, dass sich Mitarbeiter neu orientieren, da unterscheide sich die Kirche nicht von einem normalen Unternehmen. Doch die hohe Arbeitsbelastung der Pastoren und Pfarrer habe das Bistum durchaus als Problem erkannt. „Wir haben das wach im Blick“, so Rünker. Im September hat das Bistum deshalb einen Diskussionsprozess gestartet, bei dem Seelsorger über die Zukunft ihrer Arbeit diskutieren.

Für Burkhard Schmelz ist nun eine weitere Aufgabe hinzugekommen: Seine Zukunft organisieren. Wo es für ihn als Militärpfarrer hingeht, weiß er noch nicht. „Das kann in Flensburg oder Bad Reichenhall sein oder sonst wo in Deutschland“, sagt Schmelz.

Und auch Auslandseinsätze werden zu seiner Arbeit gehören, auf die sich Schmelz bereits freut. „Das ist ein ganz anderes Feld der Seelsorge, bei dem man mit Menschen arbeitet, mit denen man sonst in der Gemeinde eher nicht in Kontakt kommt“, sagt er.

In den Sprockhöveler Gemeinden erlebt Schmelz viel Verständnis für seine Entscheidung: „Viele sagen: ’Schade, dass Sie gehen.’“, so Schmelz. Aber dass er etwas Neues machen möchte, verstünden viele. Für den aus Bochum stammenden Schmelz geht im kommenden Frühjahr eine dann neunjährige Arbeitszeit in Sprockhövel zu Ende.

2009 wurde er Pastor der Gemeinde St. Josef in Haßlinghausen, 2012 übernahm er auch St. Januarius und 2014 wurde Schmelz Pfarrer der Großgemeinde St. Peter und Paul Witten-Sprockhövel-Wetter.

Er erlebt Sprockhövel als eine „junge Stadt mit vielen jungen Menschen und Familien, die anpacken können“. Und das wird er selbst bis zu seinem letzten Arbeitstag in Sprockhövel mit Sicherheit auch tun, da kann man sich sicher sein.

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