Sprockhövel prüft, ob die Stadt sich der Landesinitiative Ehrenamtskarte anschließt und wo Rabatte gewährt werden können.

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Rund 50 Städte haben die Ehrenamtskarte bereits eingeführt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind es Witten und Herdecke.

Rund 50 Städte haben die Ehrenamtskarte bereits eingeführt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind es Witten und Herdecke.

Simone Bahrmann

Rund 50 Städte haben die Ehrenamtskarte bereits eingeführt. Im Ennepe-Ruhr-Kreis sind es Witten und Herdecke.

Sprockhövel. Sie leisten jeden Tag unverzichtbare Dienste in Sportvereinen, sozialen Organisationen, Kirchengemeinden und privaten Initiativen: Ehrenamtler verstärken auch in Sprockhövel das soziale Netzwerk entscheidend. Dafür könnten sie demnächst neben einem Dankeschön auch eine handfeste Anerkennung erhalten. Der Ausschuss für Soziales und Demografie hat der Stadtverwaltung jetzt Prüfaufträge zur Einführung der Ehrenamtskarte NRW erteilt.

Die vom Landesinnenministerium ausgestellten goldenen Scheckkarten sind bereits in rund 50 Städten eingeführt worden und teilweise mit Rabatten, etwa bei Eintrittsgeldern in öffentlichen und privaten Einrichtungen oder bei Dienstleistungen, verbunden. Das Ministerium selbst hatte beim Ennepe-Ruhr-Kreis angeregt, die Initiative aufzugreifen. Witten und Herdecke haben sich bereits angeschlossen.

In Sprockhövel muss nun aber zunächst geprüft werden, für welche Einrichtungen (beispielsweise Freibad oder Stadtbücherei) Vergünstigungen in Frage kämen, und ob die Stadt sich das trotz Haushaltssicherungskonzepts überhaupt leisten kann.

Die Rabatte in Sprockhövel würden nicht nur für Sprockhöveler, sondern landesweit für alle Ehrenamtskarteninhaber zählen. Genauso würden die Sprockhöveler von den bereits in anderen Städten gewährten Vergünstigungen profitieren. Die Zoom-Erlebniswelt beispielsweise gibt Rabatt, auch mancher Restaurantbetreiber oder Dienstleister hat sich der Aktion angeschlossen. Deshalb sollen Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung nun auch in Sprockhövel nachforschen, welcher Betrieb sich eventuell dazu bereit erklärt.

"Die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die die Ehrenamtskarte bereits besitzen, nicht unbedingt Schnäppchenjäger sind. Sie wird durchschnittlich nur einmal im Monat benutzt", berichtete Evelyn Müller, Fachbereichsleiterin Jugend, Familie, Soziales und Senioren, im Ausschuss. Für viele sei die durch die Karte ausgedrückte Anerkennung ihrer Leistungen wichtiger.

Inhaber müssen seit mindestens zwei Jahren ehrenamtlich tätig zu sein, mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr leisten und dürfen keine pauschale Aufwandsentschädigung erhalten.

Bei der Anerkennung ehrenamtlicher Leistung will die Stadt aber nicht nur auf die Ehrenamtskarte setzen, die 2011 eingeführt werden könnte. Müller: "Wir überlegen uns bereits für nächstes Jahr andere Aktionen, beispielsweise Dankeschön-Nachmittage mit dem Bürgermeistern."

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