Die Theatergruppe Schnick-Schnack bringt das Stück „Momo“ nach Michael Ende auf die Bühne.

Eine Szene aus der Vorpremiere des Familienstücks „Momo“ der Theatergruppe Schnick Schnack im Evangelischen Gemeindehaus, Perthes-Ring 18, Sprockhövel.
Eine Szene aus der Vorpremiere des Familienstücks „Momo“ der Theatergruppe Schnick Schnack im Evangelischen Gemeindehaus, Perthes-Ring 18, Sprockhövel.

Eine Szene aus der Vorpremiere des Familienstücks „Momo“ der Theatergruppe Schnick Schnack im Evangelischen Gemeindehaus, Perthes-Ring 18, Sprockhövel.

Andreas Fischer

Eine Szene aus der Vorpremiere des Familienstücks „Momo“ der Theatergruppe Schnick Schnack im Evangelischen Gemeindehaus, Perthes-Ring 18, Sprockhövel.

Sprockhövel. „Alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist verlorene Zeit“. Dieses Zitat von Michael Ende ist die Kernaussage seines berühmten Kinderbuchs „Momo“. Jeder, der der Theatergruppe Schnick-Schnack ungefähr 9000 Sekunden oder zweieinhalb Stunden seiner Zeit schenkt, kann diese Geschichte jetzt auf der Bühne erleben.

Sandra Gerhartz, die gemeinsam mit Zora Niephaus Regie geführt hat, sagt: „Es ist ein langer Traum von mir gewesen, Momo auf die Bühne zu bringen. Das ist meine Generation, aber auch die Kinder kennen das zum großen Teil.“ Die Hauptrolle spielt die dreizehnjährige Lea Zabel. Seit mehreren Jahren ist sie Mitglied der Theatergruppe, die Rolle von Momo mag sie gerne: „Sie kann anderen gut zuhören und schlichten, sie ist immer präsent.“ Und so steht Lea als Momo mit zerstrubbelten Haaren und Flickenrock auf der Bühne.

Begleitet werden sie und ihre Kollegen von einem kleinen Orchester, das Geräusche und Musik in einem Nebenraum produziert. Das gut abzustimmen sei eine große Herausforderung, sagt Gerhartz.

Die Geschichte des Stücks: Momo lebt in einem kleinen Ort in einem alten Amphitheater. Ihre Freunde, unter anderem der Straßenkehrer Beppo, der Fremdenführer Gigi und die Kinder der Stadt, kommen sie regelmäßig besuchen. Sie erzählen sich gegenseitig Geschichten. Doch plötzlich tauchen in dem Ort graue Herren auf – sie stehlen den Menschen die Zeit und sammeln sie in einer Zeitsparkasse. Momo verliert ihre Freunde und die grauen Herren wollen immer mehr Zeit haben, alle Zeit der Welt. Die Welt wird immer grauer. Doch damit möchte Momo sich nicht einfach abfinden. Hilfe bekommt sie schließlich von Meister Hora, der die Zeit verteilt, und seiner Schildkröte Kassiopeia, die eine halbe Stunde in die Zukunft schauen kann.

Momo hat eine Sicht auf die Welt, an der sich so mancher ein Beispiel nehmen kann. Sie will Spaß haben, lebt für den Augenblick und möchte die Welt verstehen. Sie stellt lauter Fragen. Ihre drängendste: Was ist die Zeit eigentlich? Meister Hora sagt ihr daraufhin, dass es schön wäre, wenn sie die Frage selbst beantworten könnte. Momo: „Sie ist da, aber anfassen und festhalten kann man sie nicht. Sie geht vorbei, also muss sie irgendwoher kommen.“ Zu diesem Ort nimmt Meister Hora sie mit. Als Momo ihn anschließend fragt, wo sie waren, entgegnet er: „In deinem eigenen Herzen.“

Ob und wie es Momo schließlich gelingt, die gestohlene Zeit zurückzuholen – dieses Geheimnis lüftet die Theatergruppe auf der Bühne. Und auch die Antwort auf Momos drängendste Frage wird von Meister Hora beantwortet: „Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen.“

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