Ulli Winkelmann ist in seiner Altersklasse erneut Weltmeister geworden.

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Die Zeit immer im Auge hat der Sprockhöveler Ulli Winkelmann – ob beim Kindertriathlon in seiner Stadt oder beim Wettkampf auf Hawaii.

Die Zeit immer im Auge hat der Sprockhöveler Ulli Winkelmann – ob beim Kindertriathlon in seiner Stadt oder beim Wettkampf auf Hawaii.

Gerhard Bartsch

Die Zeit immer im Auge hat der Sprockhöveler Ulli Winkelmann – ob beim Kindertriathlon in seiner Stadt oder beim Wettkampf auf Hawaii.

Sprockhövel. Boris Becker sprach immer vom Centre Court in Wimbledon als seinem Wohnzimmer. Für Ulli Winkelmann müsste bei diesem Vergleich wohl gleich eine komplette Insel herhalten. Denn, wenn es einen Ort gibt, wo sich der Sprockhöveler Triathlet Zuhause fühlt, dann auf Hawaii - dem Mekka der Szene.

Man möchte meinen, der 52-Jährige kenne das Inselparadies inzwischen wie seine Westentasche, schließlich ist er dreimal pro Jahr dort. Zum Trainieren und der legendären Wettkämpfe wegen, klar. Aber auch die Liebe treibt ihn ans andere Ende der Welt. Schließlich lebt dort seine Freundin, die Kolumbianerin Ysabel Thomas.

Gerade war Winkelmann wieder in sportlicher Mission auf Big Island. Zum gefürchteten Ultraman, gewissermaßen ein Triathlon XXL. Etwas für die ganz harten Vertreter der Branche. Etwas für Leute, die Spaß am Austesten der eigenen Grenzen haben, die wissen wollen, was sie herausholen können aus dem eigenen Körper bei einer Tortur, die drei Tage anhält.

Soviel Zeit haben die Organisatoren vorgesehen für eine Inselumrundung der besonderen Art: Es beginnt mit zehn Kilometer Schwimmen und 145 km Radfahren. Am zweiten Tag folgen 276 km Radfahren und am dritten Tag müssen die Athleten noch 84 km in Laufschuhen hintendrauf packen.

Schwimmen im Pazifik ist für viele Sportler ein Problem

Viel Erfahrung mit solcherlei Belastungen ist da ein unschätzbarer Vorteil. Erfahrung hat ein alter Hase wie Winkelmann ohne Ende. Bereits 14 Mal hatte er zuvor bei einem Ultraman das Ziel erreicht. Doch auch Erfahrung schützt nicht, wenn der Körper nicht mitspielt. Und es ist immer wieder die Schwimmstrecke im offenen Meer, die den Eisenmännern (und Frauen) zu schaffen macht.

Manche kämpfen mit Seekrankheit andere schlucken unterwegs schlicht zuviel Salzwasser und müssen hinterher dafür büßen. So erging es in diesem Jahr dem Mann aus Sprockhövel. Auf der Radstrecke rebellierte sein Magen endgültig. Nichts ging mehr für den Routinier.

"Ich vertrage das Salzwasser nicht", stöhnte Winkelmann, dessen ausgezehrter Körper immer mehr an Substanz verlor. Vor allem, weil die Athleten unterwegs immer wieder Essen und große Mengen an Wasser, Cola oder Powergels zuführen müssen, um den Motor am Laufen zu halten.

Vor zwei Jahren musste Winkelmann entkräftet aufgeben, diesmal biss er sich durch. Nachdem er sich am Abend ins Ziel gerettet hatte, bekam er mit Toastbrot den Magen wieder in den Griff und saß am nächsten Tag wieder im Sattel.

Und von Minute zu Minute lief es besser, wie Winkelmann später selbst verblüfft feststellen musste. Somit stand nur noch der doppelte Marathon zwischen Iron-Ulli und dem Ziel. Zwar wird morgens um sechs gestartet, doch die Sonne lauert hinter dem Horizont. Unzählige Läuferschicksale hat die sengend-heiße Sonne in den schier endlosen Lavafeldern schon besiegelt.

Nach neuen Stunden konnten die Korken knallen

Immer wieder ließ sich Winkelmann mit Eiswürfeln und kalten Getränken vom Begleitfahrzeug versorgen. Immer wieder trieb er sich an weiterzulaufen, bis die Strapazen nach neun Stunden endlich ein Ende hatten.

Und dann durften die Korken knallen. Denn mit einer Gesamtzeit von 30:18:37 Stunden wurde der Mann von der TSG Spockhövel, der als Lehrer an der Gemeinschaftshauptschule Niedersprockhövel unterrichtet, zum dritten Mal Weltmeister in seiner Altersklasse.

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