Im Gemeindehaus am Perthesring findet der erste Kulturtag statt.

Sprockhövel. Das gab es in Sprockhövel noch nie. Am Samstag, 18. November, von 10 bis 22 Uhr geben sich im evangelischen Gemeindehaus am Perthes-Ring Kulturschaffende aller Sparten die Klinke in die Hand. Schlag auf Schlag bieten sie Musik, Lesungen, Film, Theater, Kunst und Mitmachaktionen (Symbolfoto: dpa) für alle Altersklassen.

Die Idee zum ersten Sprockhöveler Kulturtag ist gar nicht so neu. Bereits 2010 gab es eine erste Kulturnacht, berichtet Daniel Wiese, Vorsitzender der organisierenden Theatergruppe Schnick-Schnack. Diesmal sollten sich noch mehr Kulturschaffende beteiligen, knapp 20 Künstler haben sich angemeldet. Die Organisatoren sind mit der Resonanz zufrieden: „Zwei, drei Programmpunkte hätten wir noch unterbekommen. Das Haus ist voll“, so Meikel Gerhartz vom Vorstand der Theatergruppe Schnick-Schnack.

Die Sprockhöveler Familie Böll macht den Kulturtag zu einem Familienausflug. Während Bettina Bülow Böll im Obergeschoss ihre farbenfrohe Malerei ausstellt, bringt Filmemacher Christoph Böll einen einstündigen Film mit. Beide legen den Fokus auf außergewöhnliche Blickwinkel. „Pforten der Wahrnehmung zeigt einen Zusammenschnitt aus eigenen Filmen, die in 40 Jahren entstanden sind“, so Böll. Auch Ingrid Leukers-Bölicke hat sich dem Genre Film verschrieben. Sie bringt zwei ihrer Werke mit. „‚Für Alte Haase wach auf‘ habe ich in Räumen der Zeche gedreht, sie sonst nicht zugänglich sind. Ich habe ihnen mit Farbe, Klang und Theater neues Leben eingehaucht.“ Die Besucher erhalten hier außergewöhnliche Einblicke.

Einen besonderen Blick auf ihre Heimatstadt Sprockhövel hat auch Dagmar Schmelzing. Sie fängt mit ihrer Kamera Portraits von „Schutzsuchenden“ – das Wort Flüchtlinge mag sie nicht – ein. „In den Lebensfalten, Augen und der Mimik Spuren der Identität und eines facettenreich gelebten Lebens suchen und finden zu dürfen ist mir ein berührendes Privileg“, sagt die Sprockhövelerin über ihre Arbeit.

Wo Ingrid Leukers-Bölicke und Dagmar Schmelzing auftreten, ist auch das Café Miteinander nicht weit. Das Projekt der Flüchtlingshilfe empfängt die Gäste des Kulturtages neben einer Schreibwerkstatt auch mit einer Installation „Tauben für den Frieden.“ Natürlich geben die Mitglieder der Theatergruppe Schnick-Schnack mehrere Kostproben ihres Könnens. Thomas Schwoerer-Böhning – im Ensemble meist die Stimme aus dem Off – hat sich vorgenommen, mit einer Geschichte über Freundschaft die jungen Besucher ab vier Jahren in seinen Bann zu ziehen.

Für die musikalische Begleitung sorgen die Musikschule, der Chor Canzonas und die Gruppe Blue House, die ab 20.30 Uhr mit Rock und Pop zum Abschluss des Tages noch einmal das ganze Haus zum Beben bringt.

Der Eintritt ist frei, aber der Erlös und die erhofften Spenden, werden für die Sanierung des Zwiebelturms eingesetzt. „Aktuell liegt der Spendenstand bei 50 000 Euro“, weiß Pfarrer Arne Stolorz. Der erste Bauabschnitt, bei dem im kommenden Jahr Dach und Dachstuhl erneuert werden sollen, schlägt mit 75 000 Euro zu Buche. Der Kulturtag soll helfen, die Lücke zu schließen.

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