Auf rund 42 000 Anwohner kommen lediglich 18 niedergelassene Internisten und Allgemeinmediziner.

Lediglich ein Versorgungsgrad von 71 Prozent: Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es in Kaarst viel zu wenige Hausärzte.
Lediglich ein Versorgungsgrad von 71 Prozent: Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es in Kaarst viel zu wenige Hausärzte.

Lediglich ein Versorgungsgrad von 71 Prozent: Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es in Kaarst viel zu wenige Hausärzte.

dpa

Lediglich ein Versorgungsgrad von 71 Prozent: Laut der Kassenärztlichen Vereinigung gibt es in Kaarst viel zu wenige Hausärzte.

Kaarst. Auch knapp ein Jahr nachdem die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein das kreisweite Niederlassungsverbot für Mediziner aufgehoben hat, fehlen in der Stadt Hausärzte, und zwar mindestens acht. Das hat jetzt erstmals auch die Verwaltung bestätigt. „Im Dezember hat es ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Kaarster Ärztenetzwerks gegeben“, sagt der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler.

Tatsache ist: Laut Versorgungsbericht der KV mit Daten aus dem Jahr 2013 besteht in Kaarst mit einem Versorgungsgrad von 71 Prozent oder 2279 Einwohnern pro niedergelassenem Hausarzt ein erhebliches Defizit bei der hausärztlichen Betreuung. Auf rund 42 000 Kaarster kommen 18 niedergelassene Internisten und Allgemeinmediziner. Das ist viel zu wenig.

Der bundeseinheitliche Richtwert hat sich bei 1671 Einwohnern pro Hausarzt eingependelt. Zum Vergleich: In Dormagen liegt der Versorgungsgrad bei 115 Prozent, in Neuss bei 105 und in Meerbusch bei 103.

Die FDP hat die Stadt deshalb bereits im vergangenen Jahr aufgefordert, beim Thema Versorgung der Bevölkerung mit Hausärzten nachhaltig zu handeln. „Gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss und der Kassenärztlichen Vereinigung soll ein Konzept entwickelt werden“, sagte Fraktionschef Günter Kopp.

Bedarfsplanung wurde mittlerweile umgestellt

Ein Problem war in der Vergangenheit, dass im gesamten Rhein-Kreis ein Niederlassungsverbot herrschte. Heißt: Trotz Unterversorgung einzelner Kommunen durfte kein neuer Arzt eine Praxis eröffnen, nur Umzüge innerhalb des Kreisgebietes waren möglich. Mittlerweile wurde die Bedarfsplanung umgestellt. Seither ist der Kreis in sechs Regionen aufgeteilt. Eine Verbesserung für Kaarst hat sich trotzdem nicht ergeben. Die Kassenärztliche Vereinigung sieht darin kein großes Problem.

„Die Vergütungssituation im GKV-Bereich ist in Nordrhein ohne Frage unbefriedigend für die Niedergelassenen, jedenfalls im Vergleich zu anderen Bundesländern“, sagt Heiko Schmitz, Sprecher der KV Nordrhein. „Es gibt aber definitiv keine finanziellen Fehlanreize zulasten der Hausärzte.“

„Mit der Situation in Kaarst haben wir uns schon vielfach beschäftigt“, sagt KV-Sprecher Heiko Schmitz. Anhaltspunkte für eine Unterversorgung oder eine drohende Unterversorgung mit Hausärzten in Kaarst seien aber nicht festgestellt worden.

Viele Patienten gehen in einer anderen Stadt zum Arzt

Fast 28 Prozent der Kaarster Patienten suchten einen Hausarzt außerhalb Kaarsts auf. „Dadurch ergeben sich in den Kaarster Hausarztpraxen nur durchschnittliche Zahlen an Behandlungsfällen pro Jahr.“ Dazu, sagt Schmitz, seien die vorhandenen Hausarztpraxen innerhalb des Mittelbereichs gut erreichbar: 88 Prozent der Kaarster erreichten die nächste Hausarztpraxis binnen 15 Gehminuten. „Kurz: Die Lage ist nicht dramatisch.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer