Creditreform registriert 2012 einen Rückgang der Firmenpleiten um 10 Prozent. Trend durchwachsen.

Rhein-Kreis Neuss. Die Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss haben 2012 relativ gut überstanden. Die Entwicklung der Insolvenzen zeigt sich zumindest im zweiten Halbjahr trotz zunehmender konjunktureller Eintrübungstendenzen und weiterhin globaler Unsicherheiten im Gesamtjahr robust. Das meldet die Neusser Wirtschaftsauskunftei Creditreform.

Die Anzahl der Firmenpleiten ist in den vergangenen zwölf Monaten spürbar und im Gegensatz zum Bundestrend zurückgegangen: Nach einem drastischen Rückgang in den ersten sechs Monaten stieg die Zahl der Konkurse im zweiten Halbjahr aber kräftig an.

Mit 245 Firmenpleiten ist die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr zurückgegangen. 2011 waren es im Kreis noch 273 Firmen. Das entspricht einem Rückgang von 10 Prozent. Zum Vergleich: In Düsseldorf mussten 504 Unternehmen Insolvenz beantragen (2011: 565 Fälle).

Bei einer differenzierten Betrachtung nach Branchengruppen zeigt sich, dass im vorigen Jahr die meisten Insolvenzen im Dienstleistungssegment (unter anderem Finanzierung, Immobiliensektor, Handel) zu finden sind. Auch die Bereiche Gastronomie, Kfz-Handel und Bau geben leichten Anlass zur Sorge.

Auffällig ist laut Creditreform, dass das Forderungsvolumen bei den Insolvenzen sprunghaft angestiegen ist. Während es im Rhein-Kreis 2012 rund 185 Millionen Euro betrug, lag es 2011 bei nur 79 Millionen Euro. Ursächlich für diese Entwicklung ist vor allem die erheblich höhere Zahl an Großinsolvenzen, so die Creditreform.

Angesichts der zunehmend uneinheitlichen Konjunkturprognosen sei für die nächsten Monate eher von einer Verschlechterung als von einer Verbesserung der Finanzlage auszugehen. Unternehmen können sich an einer Online-Umfrage zum Zahlungsverhalten beteiligen, das ein wichtiger Indikator für Liquiditätsengpässe und auch für die künftige Insolvenzentwicklung ist. „Wir wollen wissen, ob und inwieweit sich die Finanzierungs- und Liquiditätslage der Mittelständler verändert hat“, erklärt Detlef Frormann, Geschäftsführer der Creditreform. E.S.

www.duesseldorf.creditreform. de

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