200 Tonnen Metall verschoben. Schrotthändler muss 24 000 Euro Geldstrafe zahlen.

SYB Polizei
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Jörg Knappe

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Rhein-Kreis Neuss. Aus dem Schützenverein kannte ein Schrotthändler aus dem Kreis Neuss zwei Kumpel, die ihm jede Menge Stahlplatten, insgesamt rund 200 Tonen, anboten. Der 49-Jährige kaufte, ohne lange nachzufragen, woher das Metall eigentlich kam.

Dafür war er wegen Hehlerei zu einer Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten verurteilt worden: Dagegen hatte der Unternehmer Berufung eingelegt, die gestern vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt wurde.

Stahlplatten angeblich nicht mehr in den Büchern geführt

Die Stahlplatten waren vom Gelände einer Neusser Firma gestohlen worden. Bereits seit längerem waren sie in dem Außenlager deponiert und wurden angeblich nicht mehr in den Büchern geführt.

Ein Mitarbeiter der Firma half dabei, die bis zu 25 Tonnen schweren Platten nachts zu zerschneiden und mit dem Kran auf einen Lastwagen zu laden. In mindestens zehn Fällen sollen sie in passende Stücke „portioniert“ und anschließend abtransportiert worden sein.

Gericht wertete Aussagen als Geständnis

Der Schrotthändler behauptete, nichts davon gewusst zu haben, dass es sich um Diebesgut handelte. Tatsächlich verkaufte er die Stahlplatten dann an ein Unternehmen, das gleich gegenüber der Firma liegt, wo sie auch gestohlen worden waren. Der Schützenbruder habe teilweise Fantasie-Firmennamen auf die Lieferscheine eingetragen oder behauptet, das Metall sei nicht aus der Gegend.

Immerhin räumte der 49-Jährige ein, dass er sich darauf nicht hätte verlassen und die Herkunft der rund 20 000 Euro teuren Platten besser hätte prüfen sollen. Das wurde vom Gericht als Geständnis gewertet. Der Rechtsanwalt des Unternehmers erklärte, dass man das Kontrollsystem inzwischen umgestellt habe.

Lieferungen werden nur noch bei Vorlage des Personalausweises und mit genauem Herkunfts-Nachweis der Ware angenommen. Er fügte hinzu: „Schrott ist ein heißes Gut.“

Wegen des Geständnisses und weil der Schrotthändler bislang nicht vorbestraft ist, wurde der 49-Jährige zu einer Geldstrafe verurteilt. Die fiel allerdings mit 24 000 Euro relativ hoch aus.

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