Der Dormagener schielt in Kaunas heimlich nach Medaille.

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Karsten Dilla ist rechtzeitig wieder in Form gekommen.

Karsten Dilla ist rechtzeitig wieder in Form gekommen.

Franke

Karsten Dilla ist rechtzeitig wieder in Form gekommen.

Dormagen. Zwei große Ziele hatte sich der knapp 20 Jahre alte Dormagener Karsten Dilla für dieses Jahr vorgenommen. Zuerst wollte er sein Abitur erfolgreich hinter sich bringen und sich dann für die U23-Europameisterschaften in Kaunas (Litauen) qualifizieren. Beide Vorhaben haben geklappt.

Am Freitag um 10.10 Uhr Ortszeit beginnt für Dilla in Kaunas die Ausscheidung für das Finale am Sonntag um 15.50 Uhr. Er muss dann unter die besten zwölf Teilnehmer der 23 gemeldeten Springer kommen. Nach der bisher vorliegenden Starterliste kann sich Dilla sogar leichte Medaillenchancen ausrechnen. In der Tabelle der besten europäischen Stabhochspringer unter 23 Jahren nimmt er mit der Höhe von 5,50 Meter Rang sieben ein.

An der Spitze steht der 21-jährige Pole Lukasz Michalski mit 5,71 Meter vor dem 21-jährigen Tschechen Jan Kudlicka mit der Höhe von 5,60 Meter. Dahinter kommt der Zweibrückener Raphael Holzdeppe, der sich in diesem Jahr (nicht zuletzt wegen seines Abiturs) bislang nur über 5,60 Meter schwingen konnte, im Vorjahr bei den Olympischen Spielen in Peking aber schon Achter wurde und dabei sogar 5,80 Meter überquert hatte. Holzdeppe wurde im Vorjahr bei der U20-WM in Bydgoczsz (Polen) Weltmeister. Dort hatte Karsten Dilla Bronze gewonnen.

Die Leistungskurve von Karsten Dilla hatte zuletzt eher Achterbahn-Charakter. Nach seinem tollen 5,50 Meter-Sprung in Ingolstadt, womit er sich für die EM qualifizierte, fand er sich bei den Deutschen U23-Junioren-Meisterschaften in Göttingen mit nur 5,20 Meter auf Rang acht wieder. Danach wurde dann doch stark an seiner EM-Tauglichkeit gezweifelt.

Doch alle Zweifel vertrieb Dilla schließlich bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm, als er mit der Höhe von 5,40 Meter Rang acht belegte und bei 5,50 Meter viel Pech hatte, als er jeweils in Windböen lief und nicht richtig zum Absprung kam.

Sein Trainer Torsten Tesch hatte schon vor längerem angekündigt: "Hat Karsten erst mal sein Abitur in der Tasche und bleibt er gesund, dann wird er im Sommer spätestens bei der U23-EM angreifen".

Deshalb schob Karsten Dilla in den vergangenen Tagen noch manche Sonderschicht, wobei besonders intensiv an der Technik gefeilt wurde. "Ich habe bei allen Sprüngen immer die Höhe, falle dann aber von oben auf die Latte drauf", erklärt der junge Dormagener Überflieger die bislang misslungenen Sprungversuche über 5,60 Meter. Das soll in Kaunas nun endlich klappen. Und wahrscheinlich wäre mit dieser Höhe dann auch eine Medaille drin.

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