Neusser besiegen TuS Grevenbroich im Finale nach Neunmeterschießen/Nur der Bezirksligist FC Delhoven bricht in die Phalanx der Landesligisten unter den besten Vier ein.

Grevenbroich. Der VfR Neuss ist neuer Hallenkreismeister. Die Mannschaft von Trainer Jörg Ferber setzte sich in einem nicht hochklassigen, aber jederzeit spannenden Finale erst im Neunmeter-Schießen gegen den Landesliga-Konkurrenten TuS Grevenbroich durch. Held des Neusser Erfolges war Torhüter Timo Brandes, der gleich drei Strafstöße der Schloss-Städter parieren konnte.

"Wir kennen uns halt schon sehr lange. Da hat man eine Ahnung, wo der jeweilige Schütze hinschießt. Ich habe halt dreimal die richtige Entscheidung getroffen", erklärte Brandes, nachdem er unter der Spielertraube, die ihn nach dem letzten gehaltenen Neunmeter begraben hatte, wieder zum Vorschein gekommen war.

"Auch wenn ein Neunmeter-Schießen immer glücklich ist, glaube ich, dass wir ein verdienter Kreismeister sind", jubelte VfR-Coach Jörg Ferber. Man habe gesehen, dass "wir richtig Lust auf Hallenfußball haben. Im Moment ist das eine willkommene Abwechselung, denn draußen kann man ja bei den Witterungsverhältnissen außer Konditionstraining nicht viel machen."

In einem ausgeglichenen Finale war der TuS Grevenbroich nach zwei Minuten durch einen Treffer von Tayfun Kula schnell in Führung gegangen. Doch schon im Gegenzug konnte der VfR durch Kai Pelzer ausgleichen. Dieses Ergebniss hatte bis drei Minuten vor dem Ende bestand, nachdem sich die beiden stärksten Mannschaften der Endrunde neutralisiert hatten und es nur zu wenig hochkarätigen Chancen gekommen war. Dann traf erneut Pelzer und schien die Grün-Weißen aus der Quirinusstadt auf die Siegesstraße geschossen zu haben. Doch 90 Sekunden später glich Markus Pieper mit einem trockenen Schuss unter die Latte nach einer Ecke von Marius Schoenen wieder aus.

Das erste Neunmeter-Schießen nach etlichen Jahren musste die Entscheidung bringen. Dort verschoss der TuS gleich die ersten beiden Neunmeter, doch ein Fehlschuss von Kevin Scholz brachte die Grevenbroicher zurück in die Partie. Nachdem allerdings Niklas Fischel zum 5:4 vorgelegt hatte, war es an Lars Faßbender, den TuS in der Partie zu halten. Doch der Abwehrrecke scheiterte an Brandes, der sich anschließend gebührend feiern ließ.

Der Trend zu taktisch kontrolliertem Spiel mit weniger Toren hielt auch in diesem Jahr bei den Kreishallenmeisterschaften an. 62 Tore fielen insgesamt in den Partien der Vorrunde, der Halfinalspiele sowie den beiden Platzierungspartien. Der erfolgreichste Torschütze kommt dabei aus dem Lager des Endspielverlierers: Sinisa Spasovski vom TuS Grevenbroich traf sechsmal. Samir Saysay (Uedesheim) und Kai Pelzer (VfR Neuss) erzielten je vier Tore.

In den Halbfinalpartien hatte sich der VfR zuvor mit einem trockenen 2:0 gegen Ausrichter 1. FC Grevenbroich-Süd durchgesetzt. In der zweiten Vorschlussrunden-Partie blieb der TuS gegen den Bezirksligisten FC Delhoven, der in den Gruppenspielen den Landesligisten SV Uedesheim ausgeschaltet hatte, in der torreichsten Partie des Nachmittags mit 5:4 siegreich, nachdem die Truppe von Trainer Uwe Kühn nach den ersten acht Minuten bereits mit 5:1 vorne gelegen hatte.

Im Spiel um Platz drei setzte sich der Landesligist aus Neuenhausen dann gegen die von Spielertrainer Dirk Hermes angeführten Delhovener mit 4:2 ebenfalls nach Neunmeter-Schießen durch. Den fünften Platz sicherte sich der SV Uedesheim.

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