Totgesagte leben länger: Schwarz-Weiß Neuss feiert in Düsseldorf nach 0:3-Rückstand eine sensationelle Wiederauferstehung.

Schwarz-Weiß gab sich in Düsseldorf nie auf, kämpfte bis zur letzten Minute und konnte sich am Ende über einen lebensnotwendigen Sieg freuen.
Schwarz-Weiß gab sich in Düsseldorf nie auf, kämpfte bis zur letzten Minute und konnte sich am Ende über einen lebensnotwendigen Sieg freuen.

Schwarz-Weiß gab sich in Düsseldorf nie auf, kämpfte bis zur letzten Minute und konnte sich am Ende über einen lebensnotwendigen Sieg freuen.

Schwarz-Weiß gab sich in Düsseldorf nie auf, kämpfte bis zur letzten Minute und konnte sich am Ende über einen lebensnotwendigen Sieg freuen.

Wentz, Bild 1 von 2

Schwarz-Weiß gab sich in Düsseldorf nie auf, kämpfte bis zur letzten Minute und konnte sich am Ende über einen lebensnotwendigen Sieg freuen.

Düsseldorf. 38 Minuten waren auf der Anlage des Düsseldorfer Hockey Clubs am Seestern im Abstiegsrundenduell der 1. Hockey-Bundesliga zwischen dem gastgebenden DHC und dem HTC Schwarz-Weiß Neuss gespielt, als das 3:0 für die Düsseldorfer fiel. Beinahe allen 500 Zuschauern war in diesem Moment klar: Neuss ist abgestiegen, die Partie entschieden.

Einzig die Neusser Hockeyspieler schienen diesen Gedanken noch nicht realisiert zu haben, denn was sie im Anschluss an diesen großen Rückstand auf das Feld zauberten, war das Beste, was die Mannschaft von Trainer Andreas Bauch in dieser Saison auf den Kunstrasen gebracht hat.

Mit der folgenden, nur als sensationell zu bezeichnenden Aufholjagd hat sich der Abstiegskandidat Nummer eins durch den 4:3 (0:2) Erfolg vorerst am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen und in der Tabelle wieder den Anschluss geschafft.

"Der letzte Sargnagel war eigentlich schon eingeschlagen und dann hat sich die Mannschaft zusammengerissen und als echtes Team dieses Spiel noch gewonnen. Ich bin immer noch ganz begeistert", jubelte SWN-Coach Bauch nach dem Abpfiff. "Am Ende hatten wir sicher auch etwas Glück, aber das hatten wir uns auch erarbeitet. Jetzt haben wir wenigstens wieder eine Chance auf den Klassenerhalt."

Danach sah es in der ersten Hälfte allerdings überhaupt nicht aus. Düsseldorf hatte das Geschehen fest im Griff und ging durch den wieder genesenen Alexander Otte hoch verdient in Führung (13.). Neuss, für die eine Niederlage wohl den vorzeitigen Abstieg bedeutet hätte, fand auch mit dem nach seinem Freispruch zurück gekehrten Weltmeister Sebastian Draguhn nicht ins Spiel und hatte kaum nennenswerte Offensivszenen.

1:0 Alexander Otte (13.), 2:0 Alexander Otte (35.), 3:0 Jan Simon (38., KE), 3:1 Sebastian Draguhn (49., KE), 3:2 Christoph Martial (56.), 3:3 Lukas Blasberg (65.), 3:4 Lukas Blasberg (66.).

5 (1 Tor) / 4 (1 Tor); Zuschauer: 500; Gelbe Karten: Andreas Bauch (SWN) Lukas Blasberg (SWN); Julius Heimanns (DHC), Oliver Korn (DHC), Schiedsrichter: Zysk / F. Blasch

Düsseldofer HC - HTC SW Neuss 3:4 Harvestehude - Frankenthal 2:4 n.P.

1 Harvestehude 10:5 7
2 Frankenthal 8:12 7
3 Düsseldorf 13:10 6
4 SW Neuss 6:10

So erhöhte Otte, wenn auch etwas umstritten, noch vor der Pause auf 2:0. Nach einem vermeintlichen Foulspiel an Draguhn im Mittelfeld hörten alle auf zu spielen, nur ein Düsseldorfer nicht, der die Kugel in den Kreis zu Otte schon, der dann den Treffer kurz vor dem Pausenpfiff markierte (35).

In Unterzahl kassierte Neuss nach dem Wiederanpfiff durch den starken Jan Simon per Strafecke sogar das dritte Gegentor. Für die 500 Zuschauer war die Partie damit wohl schon gelaufen, doch da sollten sie sich gewaltig geirrt haben. Sebastian Draguhns Eckentreffer in der 49. Minute war eine Initialzündung für die Gäste.

Plötzlich lief der Ball, klappten die Kombinationen. Düsseldorf zeigte sich beeindruckt, ließ sich in der eigenen Hälfte einschnüren, produzierte individuelle Fehler und hatte kaum noch etwas zuzusetzen. In der 56. Minute erzielte Christoph Martial den 2:3-Anschlusstreffer und der agile Lukas Blasberg stellte die Partie mit seinem Doppelschlag (65. und 66.) auf den Kopf.

Jetzt warf Düsseldorf, das überhaupt durch einige gute Paraden seines Torhüters Akim Bouchouchi noch im Spiel war, noch mal alles nach vorn, hatte auch noch eine Ecke - doch Neuss brachte den knappen Vorsprung nach Hause.

"Ich weiß noch gar nicht, was da eben passiert ist", so DHC-Betreuer Michael Bergander. "Das erste Tor der Neusser hat ihnen wohl Flügel verliehen und wir hatten dem Druck dann nichts mehr dagegen zu setzen. So ist der Sieg dann am Ende wohl auch verdient. Wir haben den Sack eben nicht zu gemacht."

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