Im wichtigsten Spiel der Saison unterliegen die Neusser Damen dem Rüsselsheimer RK.

Für Janne Müller-Wieland war es die letzte Partie im Trikot von Schwarz-Weiß Neuss.
Für Janne Müller-Wieland war es die letzte Partie im Trikot von Schwarz-Weiß Neuss.

Für Janne Müller-Wieland war es die letzte Partie im Trikot von Schwarz-Weiß Neuss.

Ralph Wentz

Für Janne Müller-Wieland war es die letzte Partie im Trikot von Schwarz-Weiß Neuss.

Duisburg. Bereits drei Minuten vor dem Ende der Halbfinalpartie gegen den Rüsselsheimer RK schien es bei den Neusser Damen ins Bewußtsein zu sichern, dass die große Chance, das Finale der Deutschen Hallenmeisterschaften zu erreichen, wohl vorüber zu gehen schien.

Mit 2:3 lag das Team von Trainer Markus Lonnes hinten, als Lisa Hahn die Gelbe Karte sah und eine Zwei-Minuten Strafe absitzen musste. Unterzahl, 180 Sekunden zu spielen und im Rückstand. Hahn sank auf den "Büßerstuhl" und konnte ihre Tränen nicht zurück halten.

Auch wenn die Neusserinnen diese brenzlige Situation noch einmal schadlos überstanden und am Ende gar noch etwas mehr als 60 Sekunden in zahlenmäßiger Ausgeglichenheit hatten, um zu egalisieren, es sollte nicht sein. Eine letzte Strafecke 20 Sekunden vor der Schlusssirene wurde vergeben, die Rüsselsheimerinnen ließen die Uhr runter laufen und stürzten dann jubelnd übereinander, um den Einzug ins Finale gebührend zu feiern.

Auf der anderen Seite des Platzes sanken die Neusser Spielerinnen zusammen, Tränen rannen über die eine oder andere Wange. "Die Enttäschung ist riesen groß. Wir waren hier absolut gleichwertig, hatten aus dem Spiel heraus die besseren Chancen und gehen dennoch als Verlieren vom Platz. Das ist bitter", erklärte HTC-Manager Horst Busse.

Coach Lonnes konnte seine Enttäuschung ebenfalls nicht verbergen, dennoch gratulierte er dem Finalisten umgehend: "Rüsselsheim steht verdient im Finale. Sie haben einfach mehr Leidenschaft in die Begegnung gelegt."

Gerade dieser Fakt war es jedoch, den Lonnes nicht verstehen konnte: "Wir standen auch in Berlin als Außenseiter unter gehörigem Druck und sind bestens mit der Situation umgegangen. Heute haben wir hingenen nur 70 Prozent unserer Leistung abrufen können."

Auf die Nachfrage, wie das sein könne, fiel Lonnes nichts ein: "Wenn ich so etwas wüsste, wäre ich sicherlich stein reich", so der HTC-Coach. Er haben das Gefühl gehabt, dass keine seiner Spielerinnen im gesamten Spielverlauf ein einziges Mal einen richtigen Sprint über den Platz gemacht hätte. "Uns fehlte die Aggressivität. Es sah nicht so aus, als ob wir hier eine einmalige Chance zu nutzen suchten", befand Lonnes.

Auch seine Spielerinnen hatten keine Begründung für dieses "Fehlverhalten": "Irgendwie hat es heute nicht Klick gemacht. Trotz der 2:0-Führung hat sich nie die Sicherheit eingestellt, die mit einer solchen Führung eigentlich kommen sollte. Darüber hinaus war alles langsamer und gehemmter als sonst", befand Stürmerin Corinna Busse.

Dennoch hätte man die Chance gehabt, das Finale zu erreichen, "doch wir sind einfach zu spät aufgewacht", so Lonnes.

HTC Schwarz-weiss Neuss - Rüsselsheimer RK 2:3 (2:1)

Sowohl der HTC SChwarz-Weiß Neuss als auch der Rüsselsheimer RK achteten zu Beginn ihrer Halfinalpartie darauf, defensiv sicher zu stehen. Daher sahen die gut 1000 Zuschauer zu Beginn auch nicht so viele Chancen. Neuss agierte etwas druckvoller und ging durch Lisa Hahn und einen Siebenmeter von Corinna Busse früh mit 2:0 in Führung.

Nur langsam fand auch der RRK ins Spiel, befreite sich und startete nun seinerseits offensive Aktionen. Silke Müller jubelte in der 14. Minute schon, der Treffer nach tollem Dribbling wurde aber nicht gegeben. Kurz darauf machte sie es besser, als sie ein Zuspiel von Vera Battenberg zum Anschluss nutzte. Jetzt war Fahrt im Spiel. Beide Teams gingen hohes Tempo und erarbeiteten sich gute Chancen. Nach einer Auszeit (27.) drehte Rüsselsheim noch einmal auf, konnte bis zur Pause Yvonne Frank im SWN-Tor aber nicht mehr überwinden.

Mit Chancen auf beiden Seiten begann auch der zweite Durchgang. Mit der siebten Ecke schaffte Lena Jacobi schnell den Ausgleich für Rüsselsheim. Die Partie war in dieser Phase völlig offen - mal mit leichten Vorteilen für Neuss, mal für den RRK.

Doch Steindor, Geyer und Hahn für die Schwarz-Weißen und auf der anderen Seite Acht und Jacobi vergaben oder scheiterten an den starken Torhüterinnen. Erst, als es fünf Minuten vor Schluss noch immer Unentschieden stand, wurden die Teams etwas vorsichtiger. In dieser Phase leistete sich Neuss den entscheidenden Abwehrfehler:

Ein Pass rutschte vor dem Neusser Tor durch die Schläger und Vera Battenberg war am langen Pfosten zur Stelle. Die letzte Strafecke für Neuss verfehlte ihr Ziel und die Rüsselsheimerinnen zogen ins Finale ein.

 

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