Bundesligist TSV Dormagen kassiert in letzter Sekunde noch das 23:23 gegen Minden.

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Christoph Schindler zeigte eine überragende Partie im Trikot des TSV.

Christoph Schindler zeigte eine überragende Partie im Trikot des TSV.

Wentz

Christoph Schindler zeigte eine überragende Partie im Trikot des TSV.

Dormagen. Dramatisches Ende eines spannenden Spiels - allerdings ohne Happy End für den Handball-Bundesligisten TSV Dormagen: Mindens Stephan Just verwandelte in der Schluss-Sekunde einen direkten Freiwurf und rettete damit das 23:23 für die Gäste.

Vor 2610 Zuschauern zeigte der ohne die verletzten Florian Wisotzki, Konstantinos Chantziaras und Max Holst antretende TSV eine starke kämpferische Leistung mit einem hervorragenden Christoph Schindler, der die Tore 18 bis 23 für den TSV erzielte. Frustrierendes Fazit dennoch: Die Dormagener werden nach dieser Niederlage wohl auf Tabellenrang 16 kleben bleiben.

Obschon die Abstiegsfrage bereits so gut wie geklärt ist, schenkten sich Dormagen und Minden am Samstagabend nichts und lieferten sich einen erbitterten Kampf.

Als der letzte Wurf im Dormagener Gehäuse einschlug und der Gastgeber den ersehnten Sieg so doch noch verpasst hatte, wich die Trauer in den Gesichtern der heimischen Fans und Spieler dennoch schnell. Trotz personeller Probleme auf beiden Seiten hatten die Teams eine ordentliche Partie abgeliefert, die in den turbulenten letzten Sekunden ihren Höhepunkt hatte.

Keine Mannschaft konnte sich mit mehr als zwei Toren absetzen

So abwechslungsreich wie die Schlussminuten waren, gestaltete sich eigentlich die Partie von Beginn an, wobei die Führung ständig wechselte. Erst beim 9:11 durch Michael Haaß führte nach 20 Minute ein Team erstmals mit zwei Toren. Und dies sollte der einzige Zwei-Tore-Vorsprung einer Mannschaft in dieser Auseinandersetzung bleiben.

Der TSV Dormagen hat einen Linkshänder verpflichtet: Vom Zweitligisten Bergischer HC kommt Junioren-Nationalspieler Kristian Nippes (21), der im rechten Rückraum und auf Linksaußen spielen kann. Tim Henkel wird den TSV Dormagen hingegen verlassen und ab Juli das Trikot des Bergischen HC tragen. Dies gab der TSV nach dem Spiel gegen Minden bekannt.

Feshchanka, Kurth - Schindler (8), Henkel (2), Zakharov, Meyer (1), Linder (3), Landsberg (1), Mahé (1), Meckes, Laurencz (3), Lochtenbergh (4/3)

Medhus, Besirevic - Hegemann (2), Henriksson (2), Gylfason (2), Haaß (6), Simon, Just (2), Schäpsmeier (4), Schmidt (5/1), Ingimundarson.

Beide Teams beklagten große Verletzungsprobleme und hatten auf der Bank lediglich junge Nachwuchskräfte. Die Deckungsreihen offenbarten dabei fast folgerichtig Abstimmungsschwierigkeiten.

Auch der Rückraum tat sich auf beiden Seiten schwer mit einfachen Treffern aus der Distanz, Tore ergaben sich so oft vor allem aus Kontern. Technische Kabinettstückchen blieben dagegen Mangelware.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen ging im zweiten Abschnitt mit abwechselnden Führungen weiter. Beim TSV übernahm nun Christoph Schindler Verantwortung. Er forderte immer wieder den Ball und suchte bedingungslos den Torerfolg.

Die letzten sechs Dormagener Treffer gingen allesamt auf das Konto des Halbrechten, den Minden einfach nicht in den Griff bekam. Doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln, Haaß glich zum 22:22 aus und so ging es mit einem Gleichstand in die Schlussminute.

Dormagens Trainer Kai Wandschneider nahm 35 Sekunden vor Spielende eine Auszeit. Der Plan der Dormagener war klar, der Ball musste zu Schindler. Dorthin kam er auch, Schindler zog zum Kreis und wurde durch einen Griff in den Arm am Wurf gehindert. Da dieser von hinten erfolgte, kassierte Andreas Simon zurecht direkt Rot.

Dormagen blieb noch genügend Zeit, der nächste Angriff wurde aufgebaut, wieder wurde Schindler gesucht, und der 25-Jährige erzielte das 23:22. Aber Mindens Coach Richard Ratka reagierte schnell und verhinderte mit dem Legen der Grünen Karte das Herunterlaufen der Uhr.

Vier Sekunden blieben seinem Team nach offizieller Zeitnahme noch, doch es gelang kein Wurf mehr. Der letzte Versuch wurde mit einem Foulspiel, für das nun Schindler Rot sah, unterbunden. Stephan Just, noch mit dem Leibchen des zusätzlichen Feldspielers bekleidet, nahm sich das Leder, die Torentfernung betrug fast 15 Meter.

Doch dem Gästespieler gelang es, einen Wurf um die Mauer herum anzusetzen. Der Ball schlug direkt neben dem Pfosten ein - ungläubige Stille in der Halle, das Leder war im Netz. 23:23, Unentschieden, ein unterhaltsames Ende einer abwechslungsreichen Partie, bei der am Ende beide Teams mit der Punkteteilung zufrieden war.

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