Eine unglückliche 18:19-Niederlage in Erlangen für DHC. Kreisläufer Andrej Petro fällt lange aus.

Handball
DHC-Coach Richard Ratka bebt am Spielfeldrand.

DHC-Coach Richard Ratka bebt am Spielfeldrand.

Wentz

DHC-Coach Richard Ratka bebt am Spielfeldrand.

Dormagen. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt“, sprach DHC-Trainer Richard Ratka nach den spannenden 60 Minuten aus, was auch viele in der Karl-Heinz-Hiersemann-Halle gedacht hatten. Die Dormagener führten überwiegend, nachdem sie in der 4. Minute einen Schock verdauen mussten: Bartosz Konitz passt den Ball auf Andrej Petro. Der völlig freistehende Kreisläufer fängt das Leder, dreht sich zur Seite, will springen, stürzt aber, und auch die in der Nähe stehenden Spieler erkannten den einschlägig bekannten Ton beim Reißen der Achillessehne sofort.

Ohne Petro und später auch ohne Dennis Szczesny, der in der 39. Minute die Rote Karte sah, behielt der DHC die Ruhe und war zumindest an einem Teilerfolg nahe dran. Doch alle Hoffnungen platzten, als Hannes Münch in der 60. Minute den ersten und einzigen Zwei-Tore-Vorsprung (19:17) der Erlanger erzielte. Michael Hegemann schaffte noch den Anschlusstreffer zum 18:19, doch die Zeit reichte nicht zu mehr.

Die Zuschauer sahen ein torarmes, aber spannendes Spiel mit zwei überragenden Abwehrreihen und sehr guten Keepern. Das erste Tor erzielte der HC Erlangen nach der längeren Unterbrechung aufgrund der schweren Verletzung von Andrej Petro erst in der 5. Minute. Doch dann trumpfte Bartosz Konitz auf, der die Treffer eins bis fünf innerhalb von fünf Minuten erzielte.

Weil Jendrik Meyer gleich den ersten Strafwurf von Daniel Pankofer abwehrte und auch eine glasklare Chance von Hannes Münch zunichte machte, führte der DHC nach 13 Minuten mit 6:3. Der Gastgeber wurde indes vor allem von Andreas Bayerschmidt im Spiel gehalten. Der HC-Torwart war mit insgesamt 17 Paraden (darunter drei Siebenmetern) Erlangens Matchwinner. In der 14. Minute verhinderte er so das 4:7 durch Florian von Gruchalla – das Manko der Rheinländer wurde einmal mehr deutlich: Diesmal landete keiner der vier Siebenmeter im Netz. Zur Pause hieß es 10:10.

Hegemann erzielt letzte Führung für den DHC

Der DHC lag nach dem Seitenwechsel zunächst wieder in Führung, das Aus für den zweiten Kreisläufer traf die Gäste aber hart: Dennis Szczesny versuchte das 13:12 für Erlangen zu verhindern, die Aktion sah aber unglücklich aus und wurde mit Rot geahndet. Gleichwohl: Der gut aufgelegte Hegemann erzielt acht Minuten vor dem Ende die erneute Dormagener Führung zum 17:16 – doch es sollte die letzte in dieser Begegnung sein. Mit einem parierten Siebenmeter hielt Mathias Lenz den DHC noch einmal im Spiel. Beim nächsten Dormagener Angriff drang Konitz mit seinem Wurf nicht durch. Auf der anderen Seite lässt Hannes Münch die Halle beben. Er machte 33 Sekunden vor Schluss das vorentscheidende 19:17.

Die Enttäuschung wich jedoch schnell der Erkenntnis, dass eine solche Leistung schon bald das erhoffte Erfolgserlebnis bringen werde. „Die Signale waren eindeutig, die Reaktion der Mannschaft war positiv“, lobte Ratka seine Spieler. Red/M.I.

» Dormagen: Lenz, Meyer – Szczesny (2), von Gruchalla (1), Plaz (2), Hegemann (4), Wittig, Kübler, Lochten- bergh, Konitz (7), Holmgeirsson (2)

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