Neusser siegen nach einem dramatischen Spiel mit 4:3 erstmals gegen Ratingen.

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Der Treffer von Kai Oltmanns beim Penaltyschießen war wichtig.

Der Treffer von Kai Oltmanns beim Penaltyschießen war wichtig.

Bernward Franke

Der Treffer von Kai Oltmanns beim Penaltyschießen war wichtig.

Neuss. Das seit Jahrzehnten stets packende Vorstadtduell der Eishockeyteams aus Ratingen und Neuss bot auch diesmal wieder Dramatik pur. Die Neusser gewannen das Derby nach dem 14. Penalty mit 4:3 (2:1, 0:2, 1:0, 1:0) erstmal in dieser Saison. Doch sie hätten vor 802 emotional aufgeladenen Zuschauern am Ratinger Sandbach in diese missliche Situation eigentlich gar nicht kommen müssen, hätte man nur im Mitteldrittel die Vielzahl der Chancen genutzt.

So kamen statt die Neusser die Ratinger völlig überraschend zu zwei Treffern - wobei bei einem Schuss die Scheibe im Zeitlupentempo vom Schoner von Torhüter Carsten Solbach ins Tor kullerte, und die Ratinger so mit 3:2 vorne lagen.

Das Spiel hatte schon extrem turbulent begonnen. Nach sieben Minuten war für Boris Fuchs vorzeitiges Duschen angesagt. Er hatte ohne Absicht einen Ratinger Spieler im Gesicht verletzt. Bei der anschließenden fünfminütigen Unterzahl schoss aber der NEV durch Rob Campbell (11.) nach herrlicher Kombination mit Max Lingemann den ersten Treffer. Doch die Ratinger steckten diesen psychologischen Tiefschlag schnell weg und kamen durch Dennis Holstein in der 15. Minute zum Ausgleich.

Bis zur Drittelpause lag der NEV durch den an diesem Abend überragenden Holger Schrills wieder in Front (19.). Im Mitteldrittel stürmte der NEV dann pausenlos, doch die Treffer fielen nur auf der Gegenseite (Philipp Hendle und Jan Fries), und so musste der NEV im Schlussdrittel alles auf die Karte bedingungsloser Angriff - bei extrem gefährlichen Kontern der Ratinger - setzen.

Holger Schrills erzwingt mit seinem Tor ein Nachspiel

Aber das Glück der Tüchtigen war dem NEV hold: Holger Schrills schaffte es, in der 57. Minute den sich schier als unbezwingbar gebärdenden Ken Passmann im Ratinger Tor zum 3:3 zu bezwingen. Und dann begann des Dramas letzter Akt:

Wenn allein zweimal der "Blutwegputzer" auf das Eis muss, und viele der Zuschauer nach 150 Minuten Eishockey keine Stimme mehr haben, dann muss es sich dabei um ein Spiel zwischen Neuss und Ratingen handeln. Eine Reihe von Zuschauern drehten beim Penalty-Krimi der Eisfläche den Rücken zu, sie konnten das dramatische Treiben nicht mehr mitansehen. Wie schon zuvor als zwei städtische Eismeister mit Schaufel und Schaber aufs Eis mussten, um die Blutspuren zu beseitigen. Besonders als Holger Schrills auf dem Eis liegend Blut spuckte, mag nicht nicht nur den Neusser Zuschauern der Atem gestockt haben.

Insgesamt je siebenmal liefen die Spieler auf beiden Seiten zu den Penalties an. Daniel Hatterscheid als Nummer 13 traf (zuvor schon Oltmanns und Schrills), danach verfehlte der Ratinger Philipp Hendle das Ziel - der NEV hatte gewonnen und durfte sich ausgelassen feiern lassen.

Fazit: Was beim NEV an großem Potenzial vorhanden ist, wurde in Ratingen einmal mehr deutlich. Die Oberliga-Aufstiegsrunde ist aber in diesem Jahr mit mindestens sieben Top-Teams derart stark besetzt, dass meist die Tagesform entscheidet.

Der NEV liegt nun nach vier Spielen hinter der DEG II (12) und Hügelsheim (12) mit acht Punkten auf Rang drei. Am Sonntagabend musste der NEV in Stuttgart antreten, das Spiel stand nach dem zweiten Drittel 3:0 für Neuss.

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