Seit drei Jahren wird im DJK Holzbüttgen Floorball gespielt. Ein Trainingsbesuch.

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Auf den Knien wehrt der Torhüter beim Floorball die Bälle ab.

Auf den Knien wehrt der Torhüter beim Floorball die Bälle ab.

Manuela Kantert

Auf den Knien wehrt der Torhüter beim Floorball die Bälle ab.

Kaarst. Laut klackern die Bälle gegen die Bande, das Quietschen von Sportschuhen auf dem Hallenfußboden ist zu hören. Spieler rennen über das Feld. In ihren Händen halten sie bunte Kunststoffschläger, der Torhüter kniet vor seinem Tor und versucht, den Überblick über das Spielgeschehen zu behalten. Es ist Donnerstagabend, 18.30 Uhr, und das Herren-Regionalliga-Team der Floorball-Abteilung des DJK Holzbüttgen trainiert in der großen Halle am Bruchweg.

„Floorball ist eine Rand-, aber auch eine Trendsportart“, sagt Abteilungsleiter Philip Jesse. In anderen Ländern, wie zum Beispiel Schweden oder Finnland, sei die Sportart verbreiteter. Aber auch in Deutschland wachse die Szene stetig. „Es tut sich was.“

Floorball erinnert an Eishockey – nur ohne das Eis. Man sagt ihr Floorball nach, eine der schnellsten Sportarten überhaupt zu sein. Spieler sind maximal zwei Minuten im Einsatz, danach werden sie im fließenden Wechsel ausgetauscht. Gespielt wird mit einem Kunststoffschläger und einem gelochten Ball – entweder auf dem Großfeld (40x20 Meter) oder dem Kleinfeld (26x14 Meter).

Floorball ist ein eher körperbetonter Sport

Erlaubt ist der „Körpereinsatz mit angelegtem Arm“, erklärt Jesse. Verboten seien ein hoher Stock und Kopfbälle – sonst drohten Minutenstrafen oder sogar die rote Karte. „Floorball ist schon körperbetont, aber nicht so stark wie im Handball zum Beispiel“, sagt Jesse.

Der 26-Jährige leitet seit zwei Jahren die Floorball-Abteilung des DJK und kümmert sich um Homepage und Nachwuchsförderung. Außerdem ist er aktiver Spieler des Herren-Regionalliga-Teams. „Floorball ist mal etwas anderes, abseits von Fußball und Co. Während des Spiels ist man immer in Bewegung, man hat keine Sekunde Ruhe und kann sich richtig auspowern“, schwärmt der Kaarster von seiner Lieblingssportart.

„Außergewöhnlich ist auch das präzise Passspiel, das durch die leichte Ausrüstung ermöglicht wird. Und das Verletzungsrisiko ist relativ gering“, ergänzt sein Stellvertreter Peter Hahnen. Er spielt seit mehr als zwölf Jahren Floorball und ist mit seiner damaligen Bonner Mannschaft viermal Deutscher Meister geworden. „Das war eine tolle Zeit“, erinnert er sich und blickt auf die Spielfläche. Dort laufen sich die ersten Spieler warm, schießen Bälle hin und her und rudern mit den Armen.

In Holzbüttgen ist die Sportart schon seit 1997 vertreten. Zunächst war es eine lose Hobbygruppe, die sich wöchentlich zum Spielen traf, daraus wurde eine richtige Mannschaft. Seit 2009 ist Floorball eine Unterabteilung des DJK Holzbüttgen. Insgesamt bringt sie es auf mittlerweile 105 Mitglieder im Alter von sieben bis 75 Jahren.

„Das Spiel ist unheimlich schnell zu lernen, denn die Regeln sind nicht kompliziert“, erklärt Jesse. Besonders im Jugendbereich hat seine Abteilung schon einige Erfolge und Teilnahmen an Deutschen Meisterschaften zu verzeichnen. „Wer spielen möchte, braucht eine ganz gute Kondition und Schnellkraft“, erklärt Hahnen.

Seit 2011 gibt es auch eine 20-köpfige Damenmannschaft

Er muss es wissen, denn der 31-Jährige ist nicht nur aktiver Spieler der Herren-Regionalliga-Mannschaft, sondern auch deren Trainer. Neben dem normalen Spieltraining absolviert die Mannschaft auch Kraftübungen und analysiert Spiele per Videoaufnahme.

„Ich setze mich momentan dafür ein, Floorball als Schulsport zu etablieren. Nur so können wir unseren Nachwuchs rekrutieren und die Sportart bekannter machen“, sagt Philip Jesse. Der Referendar verweist auch auf eine 20-köpfige Damenmannschaft, die es seit 2011 gibt. „Floorball ist deshalb kein reiner Männersport mehr“, sagt er, greift nach seinem Schläger und klinkt sich in die Floorball-Partie seiner Teamkollegen ein.

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