CDU verliert in sieben Jahren fast 16 000 Stimmen. SPD wieder bei Ergebnis von 2005.

Neuss. Das Debakel der CDU, den Überraschungssieger Breuer, Erfolge der Piraten und der FDP: Alle Ergebnisse und erste Analysen haben die Statistiker im Wirtschaftsförderungsamt wieder schon am Tag nach der Wahl vorgelegt.

Es waren Ergebnisse mit starken Verschiebungen. So bei den Erststimmen: Reiner Breuer (SPD) wählten 23 062 Neusser, das sind 3561 Stimmen mehr als für den Kandidaten von 2010, Fritz Behrens. Umgekehrt verlor Jörg Geerlings (CDU), der 2010 und jetzt antrat, fast 5500 Wählerstimmen.

Noch deutlicher wird der Stimmenverlust beim Vergleich von 2005, als nur mit einer Stimme gewählt wurde, zu 2012: Die CDU in Neuss sackte von 52,1 Prozent auf jetzt 30,1 Prozent (Zweitstimmen). Knapp 34 800 CDU-Wähler bei der Landtagswahl 2005 standen 18 975 Stimmen vom Sonntag gegenüber. Das ist quer durch alle Wahlen prozentual das schlechteste Ergebnis für die CDU überhaupt.

Die SPD hat demgegenüber nach ihrem Einbruch vor zwei Jahren nun wieder das Ergebnis von 2005 erreicht beziehungsweise leicht gesteigert.

Deutlich ist, dass sowohl CDU als auch SPD mehr Erst- als Zweitstimmen erhielten: Die Wähler maßen dem Kandidaten mehr Bedeutung zu als der Partei.

Eindeutig ist der Erfolg der FDP in Neuss: Der Direktkandidat Hermann-Josef Verfürth verdoppelte das Erststimmenergebnis von 2010, die Partei legte um 2,8 Punkte auf 11,6 Prozent zu. Noch deutlicher punktete der Spitzenkandidat der Piraten, Joachim Paul, in Neuss. Er erreichte 5497 Stimmen, fast so viel wie Verfürth. Hans Christian Markert konnte an das 2010er Ergebnis nicht ganz anknüpfen.

Die Linken halbierten ihr Ergebnis von 2010, und Pro NRW erreichte nur 1,6 Prozent.

Die beiden großen Parteien haben ihre Hochburgen im Stadtgebiet behalten. Die CDU punktete überdurchschnittlich vor allem in Hoisten (35,8 Prozent), Selikum/Reuschenberg und Gnadental, die SPD in Derikum (42,7 Prozent), in der Neusser Furth und Weckhoven-Ost. Für die Grünen lief es am Hermannsplatz besonders gut, für die FDP im Stadionviertel.

Die höchste Wahlbeteiligung – sie lag in Neuss bei 57,9 Prozent – registrierten die Statistiker in Hoisten (67,1 %), die niedrigste in der Neusser Furth und Erfttal (jeweils 39 %).

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