Haushalte in Grevenbroich, Korschenbroich und Jüchen können sich für Glasfasernetz bewerben.

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Bald auch unter den Straßen von Grevenbroich: Glasfaserkabel für ein schnelleres Internet.

Bald auch unter den Straßen von Grevenbroich: Glasfaserkabel für ein schnelleres Internet.

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Bald auch unter den Straßen von Grevenbroich: Glasfaserkabel für ein schnelleres Internet.

Rhein-Kreis Neuss. Die Gemeinden Grevenbroich, Korschenbroich und Jüchen sowie Vertreter des Rhein-Kreises haben die Verträge mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser unterschrieben. Sobald sich nun in den einzelnen Kommunen viele Haushalte dafür entscheiden, dass sie an ein Glasfasernetz angeschlossen werden wollen und damit eine schnellere Internetverbindung bekommen, legt die Deutsche Glasfaser ihre Kabel unter die Erde. Die Kommunen haben keine Kosten. Die Erlaubnis für ihr Angebot an die Bürger gaben dem Unternehmen gestern die Grevenbroicher Bürgermeisterin Ursula Kwasny und die Bürgermeister Heinz Josef Dick aus Korschenbroich und Harald Zillikens aus Jüchen sowie Jürgen Steinmetz für den Rhein-Kreis mit ihrer Unterschrift unter einen Vertrag, der eineinhalb Jahre Vorlauf und knallharter Verhandlungen bedurfte.

24 000 potenzielle Anschlüsse in Grevenbroich

Angestoßen hatte die ganze Entwicklung Ursula Kwasny, die vor mehr als einem Jahr erst im Stadtrat, dann in der Bürgermeisterrunde von den Möglichkeiten durch eine Kooperation mit der Deutschen Glasfaser erzählte. „Ich hatte viele Beschwerden von Bürgern und vor allem Mittelständischen Unternehmen bekommen, was die Geschwindigkeit des Internets anging“, sagt Kwasny. Schüler, die ihre Hausaufgaben nur schwer ohne Internet erledigen konnten, Unternehmen, die Nächte lang für Downloads brauchten. „Ich musste denen immer sagen, dass wir für einen Ausbau kein Geld in der Stadtkasse hätten.“ In Gesprächen mit dem Kreis, in denen sie betont habe, dass das Internet ein wichtiger Standortfaktor sei, war man auf das junge Unternehmen Deutsche Glasfaser gestoßen, die bereits in Heinsberg erfolgreich ihren Ausbau anbieten.

Allein in Grevenbroich sieht Marco Westenberg von der Deutschen Glasfaser 24 000 potenzielle Anschlüsse für ein Glasfasernetzwerk. In der Praxis sieht das dann so aus: Die Deutsche Glasfaser darf jetzt das Netzwerk in den drei Kommunen unter die Erde bringen und bietet dieses als offenes Netz dem Markt an. Mit zwei Service-Providern seien bereits Verträge unterschrieben, Flink und NEW. „Jetzt liegt es am Bürger, ob er das Netzt auch nutzen will“, sagt Steinmetz. Denn: Die Deutsche Glasfaser fängt nur an zu graben, wenn sich in den Kommunen genug Haushalte finden, die für 35 Euro zusätzlich im Monat das schnelle Internet auch nutzen wollen.

Bürger werden in den nächsten Wochen informiert

Derzeit beträgt die maximale Downloadgeschwindigkeit in Grevenbroich 50 Megabit pro Sekunde. „Mit dem neuen Netz haben wir eine Datenübertragungsrate ab 100 Megabit“, sagt Westenberg. Gebiete ab 200 Haushalten fassen Westenberg und seine Mitarbeiter zu einem „Ausbaugebiet“ zusammen. „Wenn 40 Prozent der Haushalte im Ausbaugebiet an unserem Angebot interessiert sind, dann bauen wir das Netz.“ Vorher nicht.

In den nächsten Wochen werden die Bürger verstärkt Informationsmaterial der Deutschen Glasfaser erhalten. Das Unternehmen plant auch Informationsabende, bei denen die technischen Möglichkeiten der Glasfaser erklärt werden.

In ländlichen Gebieten ist die Internetgeschwindigkeit oft langsamer als in der Stadt. ANetzbetreiber können in Ballungsgebieten schließlich mehr Kunden auf einmal an ihr Netz anbinden und es so lukrativ betreiben.

Das Unternehmen wirbt damit, vor allem ländliche Gemeinden an ein Glasfasernetz anzuschließen – wenn sich eine gewisse Anzahl an Interessenten findet.

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