Krankenhausdirektor Hubert Retzsch geht in den Ruhstand.

Rhein-Kreis Neuss. Schlange stehend warteten festlich gekleidete Gäste darauf, endlich seine Hand zu schütteln und ihm Geschenke zu überreichen. Wenn auch nicht aus weihnachtlichem Anlass: Nach 50 Jahren im Berufsleben verabschiedet sich der Krankenhausdirektor der beiden Kreiskliniken in den Ruhestand. Ralf Nennhaus ist seit dem 1.  September neuer Krankenhauschef und Nachfolger von Hubert Retzsch.

130 Leute waren in die Aula des Schülerinnenwohnheims des Kreiskrankenhauses St. Elisabeth gekommen. Neben Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der Hubert Retzsch ein Goldstück übergab, lobte auch Christian Will, Vorsitzender des Krankenhausausschusses, Retzschs Leistungen.

„Sie haben immer sehr abgewogen gehandelt, was nicht selten Ungeduld bei Geschäftspartnern hervorgerufen hat. Mit einem Quäntchen Sturheit haben Sie für die richtigen Entscheidungen gekämpft.“ Will hob seinen Ehrgeiz hervor, der ihn vor sieben Jahren an die Spitze der beiden Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich brachte.

Beeindruckt habe ihn die Tatsache, dass Retzsch neben seiner damaligen Haupttätigkeit als Personalleiter im Krankenhaus zusätzlich seinen Abschluss als Diplomverwaltungswirt, anschließend als Diplomkrankenhausbetriebswirt gemacht hatte.

Auch würdigte Will Projekte wie den schrittweisen Ausbau zu Gesundheitszentren, die Gründung der Servicegesellschaft zur Entlastung der Pfegekräfte oder die gute Kooperation mit umliegenden Krankenhäusern.

„Für mich ist das Rentenalter der biologisch richtige Zeitpunkt, von Blüte zu Blüte weiterzuziehen“, so Retzsch am Ende seiner Rede, in die er Vergleiche zwischen dem Krankenhauswesen und der Bienenwelt einbaute.

Der begeisterte Hobby-Imker freut sich aber künftig nicht nur auf seine kleinen „Haustiere“, das Reisen und die Fotografie, sondern vor allem auf die Familienzeit. Als zweifacher Opa will er jetzt viel mit seinen Enkeln unternehmen. Dass er seine berufliche Laufbahn als Krankenhausdirektor beendet, hätte Retzsch zu Kindertagen wohl nicht gedacht: Als kleiner Junge wollte er eigentlich Elektroingenieur werden.

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