Zahlreiche Anregungen haben die Meerbuscher für ein besseres Bus- und Bahn-System.

Busse und K-Bahn treffen am Park&Ride-Platz Haus Meer in Büderich aufeinander. Wenn es nach dem Willen der Kunden geht, möglichst ohne lange Wartezeiten. Doch oft misslingt der Anschluss.
Busse und K-Bahn treffen am Park&Ride-Platz Haus Meer in Büderich aufeinander. Wenn es nach dem Willen der Kunden geht, möglichst ohne lange Wartezeiten. Doch oft misslingt der Anschluss.

Busse und K-Bahn treffen am Park&Ride-Platz Haus Meer in Büderich aufeinander. Wenn es nach dem Willen der Kunden geht, möglichst ohne lange Wartezeiten. Doch oft misslingt der Anschluss.

Marc Ingel

Busse und K-Bahn treffen am Park&Ride-Platz Haus Meer in Büderich aufeinander. Wenn es nach dem Willen der Kunden geht, möglichst ohne lange Wartezeiten. Doch oft misslingt der Anschluss.

Meerbusch. Meerbusch ist nicht sonderlich kompakt gebaut: Verteilt auf acht Stadtteile leben hier etwas mehr als 56000 Menschen. Die Stadt hat eine ländliche Struktur - und die hat ihren Preis. Mobil zu sein ist nicht für jeden Bürger in gleichem Maße selbstverständlich.

"Es ist nahezu unmöglich, einen kurzfristigen Entschluss, nach Düsseldorf, Krefeld oder in einen anderen Stadtteil zu fahren, spontan umzusetzen", beklagt ein Teilnehmer Defizite des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV).

Die gibt es in den Augen vieler: 43Prozent der Teilnehmer am Bürger-Barometer der Westdeutschen Zeitung finden das ÖPNV-Angebot in Meerbusch "insgesamt verbesserungswürdig", ebenso viele sind jedoch auch "sehr zufrieden". 14 Prozent der Befragten lassen an dem System aus Bussen und Bahnen kein gutes Haar. Sie sind damit schlicht "gar nicht zufrieden".

Die Bewohner oder Besucher der Rheingemeinden fühlen sich besonders benachteiligt. Die Anbindung von Ilverich, Langst-Kierst und Nierst - und zwar in alle Richtungen - sei verbesserungswürdig. "Von Haus Meer in Richtung Rheingemeinden ist die Anbindung eine Frechheit", stellt ein Leser verärgert fest.

Begehrlichkeiten hat der Shuttle-Bus geweckt, der seit zwei Jahren einmal jährlich die Nikolaus-Märkte miteinander verbindet. Solch ein Rundbus, der stündlich alle Ortsteile anfährt, steht auf der Leser-Wunschliste.

Eine solche gibt es ebenso wie konkrete Kritik am Status quo: Zu wenige Verbindungen, schlechte Anschlüsse und damit lange Wartezeiten, Unpünktlichkeit, eine umständliche Routenführung und ein zu enger Zeitrahmen am Abend - vor allem am Wochenende: Das sind Kritikpunkte, die sich regelmäßig wiederholen.

Eine direkte Verbindung zwischen Lank und Krefeld wird ebenso schmerzlich vermisst wie eine glattere und pünktlichere nach Osterath und speziell zum Bahnhof. Ärgerlich sei, dass sich die Züge und die Buslinie 832 häufig um fünf Minuten verpassen. Der Regionalexpress nach Neuss/Köln sollte im übrigen mindestens zweimal stündlich fahren.

"Wie wär’s: eine zusätzliche Anlegestelle für Rheinschiffe in Langst-Kierst für Verbindungen nach Büderich, Lörick und Düsseldorf?"

Häufige Verspätungen, Bus-Ausfälle und komplizierte Anbindungen von Osterath an Kaarst beziehungsweise an Willich kritisieren Leser. Außerdem fehle ein akzeptables Angebot in den Düsseldorfer Norden. Ein- bis eineinhalb Stunden brauche sie, klagt eine Leserin, um den Flughafen zu erreichen. Mit dem Auto benötige sie dazu 15 Minuten.

Die vor einigen Jahren eingeführten Taxibusse, also Taxen, die abends und an Wochenenden nach vorheriger telefonischer Anmeldung auf der Linienstrecke fahren, sind für viele ÖPNV-Nutzer wenig attraktiv. Stattdessen sollten zu diesen Zeiten - abends, an Samstagen und Sonntagen - regelmäßig kleinere Busse für maximal 20 Personen eingesetzt werden.

Mehr Park&Ride-Anlagen und ein kürzerer Takt für die K-Bahn ("ist grundsätzlich gut") erscheinen vielen wünschenswert.

"Für Menschen, die flexibel sein müssen und wenig Zeit haben, ist ÖPNV in ländlichen Gebieten immer eine Katastrophe."

Allerdings ist der Weg zu deren Haltestellen lang. "Leider fährt sie an den Zentren von Osterath und Büderich vorbei", kritisiert ein Umfrageteilnehmer. Ein anderer fordert, "leere Rheinbahn-Ungetüme durch kleine Busse für sechs bis zwölf Personen, die im Betrieb wesentlich preiswerter sind", zu ersetzen.

Angesichts solcher Vielfalt ist es schwer, aus den Anregungen ein zufriedenstellendes neues Konzept abzuleiten. Grundsätzlich, so sagt Heike Schuster als Sprecherin der Rheinbahn, ist das derzeitige Angebot aus Sicht des Düsseldorfer Unternehmens gut. Verbesserungen werde es trotzdem geben - mit der Fahrplanumstellung am 16. Juni, kündigt sie an.

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