Bauprojekt
Ein Teil der Baufläche am Hafenbecken 1 mit Blickrichtung nach Süden zum Hafenkopf.

Ein Teil der Baufläche am Hafenbecken 1 mit Blickrichtung nach Süden zum Hafenkopf.

Marc Ingel

Ein Teil der Baufläche am Hafenbecken 1 mit Blickrichtung nach Süden zum Hafenkopf.

Neuss. Mit der erneuten, am Dienstag im Rat einstimmig beschlossenen Offenlage des Bebauungsplans ist die Entwicklung am Hafenbecken 1 auf Innenstadtseite einen großen Schritt weitergerückt. Planer, Architekten, Stadtentwickler sprechen von einem „sensiblen Bereich“, und das ist wohl noch dezent umschrieben. Das Werhahn-Gelände zwischen Rheintor- und Düsseldorfer Straße sowie dem Hafenbecken 1, im Norden begrenzt durch das Unternehmen Zietzschmann, im Süden durch das UCI-Kino, soll bebaut werden. Innenstadt und Industriehafen stoßen hier aufeinander. Konflikte sind programmiert.

Das haben die Beteiligten in den vergangenen Jahren erfahren. Wer hier wohnen will, am Rand der Innenstadt in direkter Nachbarschaft zum Hafen, ist hohen Lärm- und Geruchsbelästigungen ausgesetzt. Die Hafenbetriebe wiederum befürchten, ihre Entwicklungsmöglichkeiten könnten durch neue Wohnbebauung und Schutzbedürfnisse der künftigen Bewohner eingeschränkt werden. Die erste Planung jedenfalls ließ sich gegen die Hafen-Industrie nicht durchsetzen.

Glasmauer hin zur Wasserfront

Man hat noch einmal gerechnet und dabei ein Worst-Case-Szenario zugrunde gelegt, den schlimmsten Fall betrachtet: Dass alle Hafenbetriebe gleichzeitig soviel Lärm produzieren wie sie dürfen.

Im neuen Bebauungsplan ist nun Wesentliches geändert. Aus der zum Hafenbecken hin offenen Bebauung wird nun eine, die sich selbst schützt: Glasbausteine schließen die Front der Wohnblöcke zur Wasserseite, dort dürfen ebenfalls keine „schutzbedürftigen Räume“ wie Wohnzimmer angelegt werden. Die werden hin zu den komplett umschlossenen, ruhigen Innenhöfen ausgerichtet.

Planungsdezernent Christoph Hölters hält die jetzt vorgeschlagene Planung, ebenfalls vom Büro Professor Ulrich Coersmeier, für eine „robuste Lösung“. Er betont: Das Heranrücken der Wohnbebauung – jetzt ist auch nicht-störendes Gewerbe möglich – ans Wasser sei kein Hindernis für eine künftige Entwicklung im Hafen. Darauf verweist auch die Wilhelm Werhahn KG als Eigentümerin des Geländes. Ihre Begrenzung findet eine mögliche Entwicklung der Hafenbetriebe wie bisher schon in der bereits bestehenden Wohnbebauung oder der Rheintorklinik, nicht aber durch das neue Projekt.

Das umfasst neben den Neubauten auch eine neue Nutzung der alten Werhahnschen Speicherhäuser. Wie berichtet, will das Unternehmen LO-Projects hier kernsanieren und kühne gewerbliche und gastronomische Nutzung möglich machen. Nördlich daran wird sich ein Parkhaus anschließen. Der Bebauungsplan wird ab Juni ausgelegt, auch eine Bürger-Informationsveranstaltung ist geplant. Läuft nun alles glatt, könnte die Politik im Herbst den entscheidenden Satzungsbeschluss fassen.

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