Das Ziel der neuen Anlaufstellen im Rhein-Kreis ist es, Flüchtlinge zügig in den Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Dirk Brügge (v.l.), Wendeline Gilles und Angela Schoofs stellten die neuen „Integration Points“ vor.
Dirk Brügge (v.l.), Wendeline Gilles und Angela Schoofs stellten die neuen „Integration Points“ vor.

Dirk Brügge (v.l.), Wendeline Gilles und Angela Schoofs stellten die neuen „Integration Points“ vor.

Im „Integration Point“ in der Arbeitsagentur an der Lindenstraße berät Björn Blankaert (r.) die Syrer Feras Asfor (v.l.) und Emad Wehbeh, die im September nach Deutschland gekommen sind.

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Dirk Brügge (v.l.), Wendeline Gilles und Angela Schoofs stellten die neuen „Integration Points“ vor.

Rhein-Kreis. Zwei Bausteine sind wichtig, um Flüchtlinge und Migranten zu integrieren: Deutschkenntnisse und eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem neuen Angebot „Integration Points“, die in ganz NRW eingeführt werden, soll genau da angeknüpft werden. Im Rhein-Kreis arbeiten das Jobcenter und die Kreisverwaltung dabei eng mit der Arbeitsagentur Mönchengladbach zusammen. Zwei „Integration Points“ werden dazu im Kreisgebiet eröffnet.

Die Flüchtlinge werden beraten, unterstützt und vermittelt

Der Auftakt erfolgte am Dienstag im Neusser Jobcenter an der Karl-Arnold-Straße, gestern folgt eine Einrichtung in Grevenbroich. Unterstützung, Beratung und Vermittlung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt, das ist das Ziel – eng verzahnt unter einem Dach. Der „Integration Point“ in Neuss dient als zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge, die in der Quirinus-Stadt und den Nachbarkommunen Kaarst, Korschenbroich, Dormagen und Meerbusch untergebracht sind. Grevenbroich ist Anlaufstelle für diejenigen, die in Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen untergebracht sind.

Das Angebot richtet sich an Asylsuchende mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Ziel sei ein „gelingendes Ankommen“ in Deutschland. Das erklärte Angela Schoofs, Leiterin der Arbeitsagentur für den Rhein-Kreis und Mönchengladbach. Die Integration in den Arbeitsmarkt sei mit Blick auf die Flüchtlingswelle eine der zentralen Herausforderungen, die es zu bewältigen gelte. Das betont auch Kreisdirektor Dirk Brügge. „Ein erster wichtiger Schritt sind die Sprachkurse, auf die wir frühzeitig gesetzt haben. „Jetzt kommen die ersten Männer und Frauen zu uns, die im November und Dezember unsere Deutschkurse absolviert haben“, sagt Angela Schoofs, Chefin der Agentur für Arbeit in Mönchengladbach. „Sie werden von uns in den Kursen angesprochen und eingeladen.“

„Ein erster wichtiger Schritt sind die Sprachkurse, auf die wir früh-zeitig gesetzt haben.“

Dirk Brügge, Kreisdirektor

Zurzeit leben rund 4500 zugewiesene Asylsuchende im Rhein-Kreis. Sie bringen unterschiedliche Sprachkenntnisse und berufliche Qualifikationen mit, die zunächst einmal erfasst werden.

Feras Asfor (36) und Emad Wehbeh (30) zum Beispiel gehören zu den ersten von derzeit 622 Kursusteilnehmern im Rhein-Kreis, die vom „Integration Point“ profitieren. Die jungen Männer sind im September aus Syrien nach Deutschland gekommen. Nach rund acht Wochen Sprachunterricht sprechen und verstehen beide schon weit mehr als nur ein kleines bisschen. „Deutsch ist schwer, aber wir versuchen es“, sagt Wehbeh, der in seiner Heimat als Tischler gearbeitet hat. „Ich will lernen und arbeiten.“ Genauso wie Feras Asfor. Der 36-Jährige lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in einer Unterkunft in Korschenbroich-Glehn und ist gelernter Auto-Elektriker. „Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass ich hier in Deutschland in meinem Beruf arbeiten kann“, sagt er. Der „Integration Point“ soll helfen, dieses Ziel möglichst schnell zu erreichen.

Das Team in den „Integration Points“ – im Rhein-Kreis wurden 13 Stellen hierfür geschaffen – hilft unter anderem bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, vermittelt Sprachkurse, Fortbildungen und ist Ansprechpartner für Unternehmen.

Arbeitgeber erhalten Info zur Anstellung von Flüchtlingen

Wendeline Gilles, Geschäftsführerin des Jobcenters im Rhein-Kreis Neuss, betont, dass Arbeitgeber Hilfe bei allen Fragen zur Anstellung von Flüchtlingen bekommen: „Wir verstehen das Angebot auch als Arbeitgeberservice.“

Zugleich soll den Asylsuchenden eine möglichst umfassende Unterstützung zukommen. Daher sind in den „Integration Points“ Fachleute aus Arbeitsagentur, Jobcenter, Sozialbehörde und Ausländeramt zu finden. Das soll für kurze Wege sorgen – und auch dafür, schwierigere Probleme zu lösen. Wendeline Gilles ist überzeugt, dass die Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Jobcenter und Kreis Früchte trägt. Bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit habe man schon gezeigt, dass man gut zusammenarbeite und Betreuung aus einer Hand anbiete. „Dies werden wir auch bei den Flüchtlingen tun.“

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