Polizeihund Freddy geht nach 420 Einsätzen in den Ruhestand. Einmal entdeckte er 21 Kilo Drogen.

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Hermann guckt Hundeführer Wolfgang Fischer (r.) tief in die Augen. Jürgen Steinmetz steuerte zum Abschied einen Knochen bei.

Hermann guckt Hundeführer Wolfgang Fischer (r.) tief in die Augen. Jürgen Steinmetz steuerte zum Abschied einen Knochen bei.

Hermann guckt Hundeführer Wolfgang Fischer (r.) tief in die Augen. Jürgen Steinmetz steuerte zum Abschied einen Knochen bei.

Ingel, Bild 1 von 2

Hermann guckt Hundeführer Wolfgang Fischer (r.) tief in die Augen. Jürgen Steinmetz steuerte zum Abschied einen Knochen bei.

Rhein-Kreis Neuss. Nach sechs Jahren heißt es Abschied nehmen von einem treuen Mitglied der Kreispolizeibehörde.

Auf dem Garagenhof der Wache in Neuss waltet Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats, seines Amtes und verabschiedet den Kollegen in den Ruhestand.

Doch der Pensionär verhält sich einfach nicht den Umständen entsprechend. Er hat es sich doch glatt auf dem Boden bequem gemacht. Die warmen Worte von Jürgen Steinmetz scheinen ihn wenig zu interessieren. Viel spannender ist diese Plastiktüte, aus der so ein verführerischer Duft strömt: Es riecht nach Knochen.

Gestern wurde Freddy (Foto links) offiziell aus dem aktiven Polizeidienst verabschiedet. Er ist neun Jahre alt, wiegt 45 Kilo und ist ein Belgischer Schäferhund. Sein Spezialgebiet: Drogen erschnüffeln.

In seiner gesamten Laufbahn hat er 420 erfolgreiche Einsätze absolviert, auch außerhalb des Kreises. So beschützte er seine zweibeinigen Kollegen etwa bei dem G8-Gipfel in Heiligendamm und sorgte während der Fußballweltmeisterschaft in der Schalke-Arena und im Dortmunder Westfalenstadion für Recht und Ordnung.

Dafür hätte es normalerweise eine Goldmedaille gegeben – aber Freddy freut sich nun mal mehr über einen Knochen. Den überreicht ihm Jürgen Steinmetz mit einer festlichen roten Schleife. Bei diesem Anblick ist Freddy kaum noch auf dem Boden zu halten. Steinmetz will noch schnell die Schleife lösen, da sagt Polizeioberkommissar Wolfgang Fischer: „Die macht er selber ab.“

Freddy findet auch weggeworfene Beute

Freddy ist vielseitig. Wie alle sechs Polizeihunde im Kreis ist er ein Schutzhund und hat zudem noch eine Spezialfähigkeit. Seine feine Nase schlägt jedoch nicht nur bei Drogen Alarm. Er liefert den Gerichten in Strafverfahren auch die nötigen Beweise, etwa die auf der Flucht weggeworfene Beute.

Im Oktober des vergangenen Jahres stöberte er sogar zwei Einbrecher im Gebüsch auf, die kurz zuvor ins Grevenbroicher Standesamt eingebrochen waren. Sein größter persönlicher Erfolg war ein Fund im März vergangenen Jahres. Bei einer Durchsuchung in Neuss spürte Freddy 21  Kilo Rauschgift auf. Sein guter Geruchssinn ist das Ergebnis harten Trainings.

Hermann soll bald ähnliche Erfolge feiern dürfen. So heißt Freddys Nachfolger. Der ist ebenfalls ein Belgischer Schäferhund, muss aber noch seine Prüfung als Schutzhund ablegen. Erst dann beginnt im April die Spezialausbildung zum Rauschgiftspürhund. Hundeführer Wolfgang Fischer sagt: „Ich bin zuversichtlich, dass er besteht.“

Beide Tiere leben zurzeit bei dem 47-jährigen Polizisten. Freddy wird seinen Ruhestand jedoch in Zukunft bei einer anderen Kollegin verbringen, die sich mittlerweile mit ihm angefreundet hat. Dann wird die Nase des Rentners hauptsächlich eines erschnüffeln: die Tüte mit den Knochen.

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