Das Gelände kommt aus Sicht der CDU vielleicht doch für den Fachmarkt infrage, den die Edeka-Gruppe dort bauen will.

Das Gelände kommt aus Sicht der CDU vielleicht doch für den Fachmarkt infrage, den die Edeka-Gruppe dort bauen will.
Auf der Brachfläche könnte es eine 4000-Quadratmeter-Fläche geben, auf der das Bauprojekt möglich sei, sagen die Christdemokraten. Archiv

Auf der Brachfläche könnte es eine 4000-Quadratmeter-Fläche geben, auf der das Bauprojekt möglich sei, sagen die Christdemokraten. Archiv

lber

Auf der Brachfläche könnte es eine 4000-Quadratmeter-Fläche geben, auf der das Bauprojekt möglich sei, sagen die Christdemokraten. Archiv

Dormagen. Geht doch noch was auf dem Zuckerfabrik-Areal? Seit Jahren liegt das riesige Gelände an der Europastraße brach. Was mit dem Areal, auf dem einst die „Pfeifer & Langen“-Zuckerfabrik stand, wird, steht in den Sternen. Das liegt an der immer noch ausstehenden gutachterlichen Gesamtbewertung auf der Grundlage der Seveso-III-Richtlinie. In der Beantwortung einer Anfrage der CDU-Fraktion zu diesem Thema erklärte der Erste Beigeordneter Robert Krumbein, dass im August mit dem Endgutachten zu rechnen sei. Ob sich im Ergebnis etwas ändern wird, ist offen. Krumbein will eine „Modifizierung der Achtungsabstände nicht ausschließen“. Das kann bedeuten, dass vielleicht einige tausend Quadratmeter nicht in den „Sicherheitsbereich“ fallen, sodass Grundstückseigentümer Edeka ein (kleines) Fachmarktzentrum bauen könnte.

Für die CDU ist unklar, ob auf dem Gelände gebaut werden kann

So sieht es auch die CDU, die mit ihrer Anfrage einen aktuellen Stand abfragen wollte. „Es dauert uns alles viel zu lange“, sagt Fraktionsvorsitzender Kai Weber – und spielt den Ball in Richtung Bezirksregierung und Landesumweltamt. Er verweist auf die CDU-Infoveranstaltung vor einigen Wochen, auf der die Baugenossenschaft gesagt habe, dass man wieder bauen werde. „Ich bin sehr erstaunt darüber, dass noch kein Baurecht geschaffen werden kann.“ Für die CDU ist jetzt unklar, ob Edeka nicht doch auf dem Zuckerfabrik-Areal bauen kann. „Wenn es dort doch eine Fläche von vielleicht 4000 Quadratmeter gibt, die doch außerhalb des notwendigen Abstands zu den Störfallbetrieben im Chempark liegt, dann hätten wir dort eine völlig neue Situation“, sagt Weber.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es Pläne unterschiedlicher Art, wie auf dem Areal ein Einkaufs- oder Fachmarktzentrum realisiert werden kann. Ein höchst umstrittenes Projekt, vor allem beim Einzelhandel in der Innenstadt. Im Frühjahr 2017 kam das Aus. Nach den Aussagen der Gutachter des TÜV Süd in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses ist der Abstand zwischen dem geplanten Fachmarktzentrum, das von der Edeka-Group gebaut werden soll, und Störfallbetrieben im Chempark nicht ausreichend groß genug. „Nach den störfallrechtlichen Vorgaben ist eine Einzelhandelsnutzung dort nicht genehmigungsfähig“, sagte Bürgermeister Erik Lierenfeld damals. „Wir haben den Eigentümer Edeka darüber unverzüglich informiert.“

Bezirksregierung und Umweltamt müssten das Gutachten bestätigen

Zunächst bleibe aber, so Lierenfeld, abzuwarten, ob das Gutachten in der vorliegenden Form von den zuständigen Behörden anerkannt werde. Damit sind die Bezirksregierung und das Landesumweltamt gemeint. Das Projekt Fachmarktzentrum ist negativ betroffen, weil es sich um ein neues Bauvorhaben in diesem Bereich handelt. „Für alle vorhandenen Wohngebäude und Gewerbegebiete im Bereich südlich der Europastraße gilt Bestandsschutz“, erklärte Stadtplaner Gregor Nachtwey.

Nach Angaben des Ersten Beigeordneten Robert Krumbein hat die Bezirksregierung Düsseldorf schnell ihr Ok für die kleineren Betriebe wie GHC usw. gegeben. Dagegen hat das Landesumweltamt mit Blick auf den Chempark „noch etliche Fragen“, so Krumbein. Es gibt Gespräche zwischen der Behörde, der Bezirksregierung Köln, Ineos und Chempark. „Die Komplexität ist angesichts eines Chemieparks groß.“

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