Lukas (15) und Laurenz (13) Walge schreiben eine Arbeit über Einwanderer – und bekamen dafür einen Interviewtermin bei Wirtschaftsminister Philipp Rösler in Berlin.

Lukas Walge, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Laurenz Walge und Lehrer Michael Kahlki (von links) trafen sich am Freitag zum Interview.
Lukas Walge, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Laurenz Walge und Lehrer Michael Kahlki (von links) trafen sich am Freitag zum Interview.

Lukas Walge, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Laurenz Walge und Lehrer Michael Kahlki (von links) trafen sich am Freitag zum Interview.

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Lukas Walge, Wirtschaftsminister Philipp Rösler, Laurenz Walge und Lehrer Michael Kahlki (von links) trafen sich am Freitag zum Interview.

Neuss/Berlin. Bis zur vergangenen Woche kannten Lukas und Laurenz Walge den Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) wie die meisten Deutschen nur aus der Zeitung oder vom Bildschirm. Das ist jetzt anders.

„Herr Rösler ist viel jugendlicher und lockerer als im Fernsehen. Nicht so ernst und angespannt“, können die beiden Schüler des Marie-Curie-Gymnasiums seit Freitag sagen.

Rösler sprach offen über seine Vergangenheit

Für den Geschichtswettbewerb „Spurensuchen“ der Körber-Stiftung hatten sich die Brüder als Thema die Integration vietnamesischer Einwanderer gewählt. Das Gespräch mit Rösler kam zustande, weil die beiden Schüler ihrem Lehrer Michael Kahlki vorgeschlagen hatten, auch den Vizekanzler zu interviewen. Nach der Anfrage klingelte das Telefon bei Kahlki – die Überraschung war groß.

Um 9 Uhr morgens hatten Lukas und Laurenz 30 Minuten lang die Möglichkeit, dem Minister für ihr Projekt zur Integration von vietnamesischen Einwanderern teils sehr persönliche Fragen zu stellen.

Die mussten wegen Röslers engem Zeitplan vorher eingereicht werden. Trotzdem antwortete Rösler, der als Kind aus einem Waisenhaus adoptiert wurde und vn Vietnam nach Deutschland kam, nach Einschätzung der beiden Jugendlichen offen und ehrlich.

Ob er das Gefühl habe, dass seine Politik von seiner Herkunft her beurteilt werde? Das verneinte der 39-Jährige vehement. Aus seiner Jugend berichtete er, dass Mitschüler wegen seiner Augen dachten, er könne Karate, und sich deshalb von ihm fernhielten. Rösler lobte aber auch das Projekt der beiden Schüler. Vor dem Gespräch waren Lukas und Laurenz natürlich „sehr aufgeregt“.

Rösler wird nicht der einzige Interviewpartner sein. Bis zum 28. Februar sprechen Lukas und Laurenz unter anderem noch mit Eltern von Schulfreunden. „Der Wirtschaftsminister wird dann unser Extra in dem 50-seitigen Buch“, sagt Lukas Walge. Schließlich hat Rösler keinen lokalen Bezug zu Neuss, wie es die Regeln eigentlich vorschreiben.

Überzeugen Lukas und Laurenz die Jury, könnten sie am Ende vielleicht den nächsten Politiker treffen: Die Preise für den Wettbewerb verleiht Bundespräsident Joachim Gauck. 

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