Ute Walter vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl koordiniert die Tätigkeiten von mehr als 200 ehrenamtlichen Helfern.

Ute Walter vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl koordiniert die Tätigkeiten von mehr als 200 ehrenamtlichen Helfern.
Ute Walter (r.) vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl und Ursula Kleophas vor dem Evangelischen Jugendcentrum, in dem Flüchtlingskinder Deutschunterricht erhalten.

Ute Walter (r.) vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl und Ursula Kleophas vor dem Evangelischen Jugendcentrum, in dem Flüchtlingskinder Deutschunterricht erhalten.

Georg Salzburg

Ute Walter (r.) vom Ökumenischen Arbeitskreis Asyl und Ursula Kleophas vor dem Evangelischen Jugendcentrum, in dem Flüchtlingskinder Deutschunterricht erhalten.

Kaarst. Zum Jahresbeginn wurde Ute Walters Teilzeitstelle auf die volle Stundenzahl ausgeweitet – nun auch auf dem Papier. De facto hatte die 54-Jährige ohnehin schon mehr gearbeitet als die im Vertrag vereinbarten 16, 20 oder zuletzt 23 Wochenstunden. Denn nicht nur die Zahl der Flüchtlinge in Kaarst hat sich innerhalb eines guten Jahres verzehnfacht, sondern auch die Zahl derjenigen, die gerne helfen wollen. Und als Leiterin des Ökumenischen Arbeitskreises Asyl steht Ute Walter nicht nur den etwa 800 Menschen, die in Kaarst Zuflucht gesucht haben, beratend zur Seite. Sie koordiniert auch die Einsätze von mehr als 200 ehrenamtlichen Helfern, die mit den Flüchtlingen Behörden aufsuchen, Deutsch unterrichten oder ihnen schlicht helfen wollen, sich in der fremden Umgebung zurecht zu finden.

Paten und Sprachlehrer treffen sich künftig noch häufiger

Es sind Frauen und Männer zwischen 18 und mehr als 80 Jahren, „Hartz-IV-Empfänger ebenso wie Ärzte, der gesamte Bevölkerungsquerschnitt“, beschreibt Ute Walter die Kaarster, die sich bei ihr melden, um etwas für die Flüchtlinge zu tun. Neu ist nach ihrer Beobachtung, dass sich auch immer mehr Berufstätige ehrenamtlich engagieren wollen. „Das hatten wir früher nicht so“, erinnert sie sich und betont: „Wir können auch noch mehr Ehrenamtler vermitteln.“ Da bei den Helfern auch der Bedarf nach Austausch gestiegen ist, finden ab morgen in kürzeren Abständen Treffen für Paten beziehungsweise Sprachlehrer statt.

Herausfinden, in welcher Art die Freiwilligen helfen möchten, und sie dann mit der entsprechenden Aufgabe betrauen – das macht den Großteil der Arbeit von Ute Walter aus. So besuchen zwei Frauen jeden Nachmittag die Menschen in den Containerbauten in Büttgen, um mit den Kindern dort zu spielen, zu basteln und zu musizieren. Andere helfen in der Radwerkstatt an der Elchstraße oder schließen sich der Gartengruppe an, übernehmen Patenschaften oder unterrichten Flüchtlinge im Lesen und Schreiben.

„Die Ehrenamtler schenken etwas von ihrer Zeit. Und da es Freiwillige sind, die kein Vertrag bindet, können sie jeden Tag neu entscheiden, ob sie das möchten.“

Ute Walter, Koordinatorin des Ökumenischen Arbeitskreises Asyl

Wesentlicher Teil der Arbeit ist auch, dass sich Ute Walter mit anderen Institutionen, Stadt, Kirchen und Vereinen abspricht, um Doppelstrukturen zu vermeiden.

Seit einigen Wochen hat Ute Walter willkommene Unterstützung: Ursula Kleophas nimmt ihr nicht nur manche Bürotätigkeit ab, sie kümmert sich auch um Sprachförderkurse. „Da es oft einige Zeit dauert, bis die Kinder zur Schule gehen können, organisieren wir für Kinder im Grundschulalter Kurse, in denen zwei Frauen vier bis sechs Mädchen und Jungen spielerisch an die Sprache heranführen“, erklärt sie. Am Montag ging ein Kursus für Jugendliche an den Start, die sich fünfmal wöchentlich treffen. Für beide Altersstufen sind bereits weitere Gruppen in Vorbereitung.

Bei allem Engagement ist Ute Walter wichtig, dass die Ehrenamtler Freude bei ihrem Einsatz haben. „Sie schenken etwas von ihrer Zeit“, sagt Ute Walter ganz deutlich, „und da es Freiwillige sind, die kein Vertrag bindet, können sie jeden Tag neu entscheiden, ob sie das möchten.“

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