Die Elektriker der Firma Prechters zeigen, wie sie in 70 Metern Höhe das Kreuz auf dem Quirinusmünster anbringen.

Die Elektriker der Firma Prechters zeigen, wie sie in 70 Metern Höhe das Kreuz auf dem Quirinusmünster anbringen.
Sicherheitsseile schützen sie vor einem Absturz.

Sicherheitsseile schützen sie vor einem Absturz.

Sicherheitsseile schützen sie vor einem Absturz.

Durch eine Dachluke wird das Kreuz ins Freie gehoben.

Das Kreuz liegt das ganze Jahr über im Turm.

Nach der Christmette an Heiligabend werden die Lampen des Weihnachtskreuzes eingeschaltet.

Aus dem Turm des Münsters heraus hat man einen tollen Ausblick: Nicht nur auf die Quirinusstatue auf der Kuppel, sondern auch über die gesamte Stadt und den Hafen.

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Sicherheitsseile schützen sie vor einem Absturz.

Neuss. Das Thermometer zeigt vier Grad. Es ist ein grauer Morgen, als sich Frank Schumacher, Stefan Augenstein und Lehrling Mohammad Heydari am Fuß des Quirinusmünsters treffen. Die drei Elektroinstallateure der Firma Prechters brechen an jenem Tag zu einem speziellen Einsatz auf: In 70 Meter Höhe werden sie das leuchtende Weihnachtskreuz auf St. Quirinus anbringen. Besonders aufregend werden die letzten sieben Meter: Denn um auf dem Spitzdach des Turms arbeiten zu können, müssen sich die Arbeiter anseilen. „Angst können wir uns nicht erlauben“, sagt Frank Schumacher, während er nach oben blickt, „aber man sollte schon Respekt haben.“

Das Kreuz auf St. Quirinus leuchtet in der Weihnachtszeit über die ganze Stadt. „Den Brauch hat es schon vor dem Zweiten Weltkrieg gegeben“, erzählt Oberpfarrer Guido Assmann, „das Kreuz gehört für die Neusser zum Weihnachtsfest.“

Durch eine Luke im Kupferdach wird das Kreuz ins Freie gehoben

Dann machen sich Frank Schumacher, Stefan Augenstein und Lehrling Mohammad Heydari auf den Weg nach oben, sie passieren eine enge Wendeltreppe, schließlich führen nur noch Leitern bis in die Spitze. Dort oben auf der letzten Etage des Quirinusmünsters, noch über den Kirchenglocken, liegt das Weihnachts-Kreuz. Zusammengeklappt wartet es dort das ganze Jahr auf seinen Einsatz.

Nieselregen schlägt den Arbeitern ins Gesicht, als sie die Turmkammer verlassen. Doch Augenstein winkt ab: „Das ist noch kein Regen.“ Und sein Kollege ergänzt: „Starker Wind wäre schlimmer, weil wir das Kreuz dann nicht gehalten kriegen.“ In 70 Meter Höhe hat man einen guten Ausblick über die Stadt und den Hafen, der Düsseldorfer Fernsehturm ist in der Ferne zu sehen. Für die Elektro-Experten ist der Aufstieg aber noch längst nicht geschafft: „Das letzte Stück ist gefährlich, deswegen müssen wir uns hier gut absichern“, sagt Schumacher und deutet auf eine Luke in dem schrägen Kupferdach. Durch die wird das Kreuz später ins Freie gehoben. Damit das gelingen kann, bauen Schumacher und Augenstein zuerst ein Gitterpodest auf: Auf ihm wird Augenstein in Höhe des goldenen Wetterhahns arbeiten.

Bis zum 6. Januar wird das Kreuz auf dem Quirinusmünster stehen

Danach befestigen die beiden Arbeiter einen Flaschenzug. Mit ihm wird das Kreuz ins Freie gehoben. Dafür ist Lehrling Mohammad zuständig: Er kurbelt im Inneren des Turms, langsam richtet sich das Kreuz auf. Nun können die ersten 100 Watt Glühbirnen in das Kreuz geschraubt und mit einem Glasaufsatz versehen werden. Schumacher hilft das Kreuz durch die Holzstreben des Turms zu navigieren, dann klettert er wieder zu Augenstein aufs Dach: Mohammad kurbelt und kurbelt und das Kreuz steigt immer höher. Draußen nehmen es die beiden Männer in Empfang und hieven es schließlich in seine Fassung. Die ist an dem gusseiserenen Schmiedekreuz angebracht, das das ganze Jahr auf St. Quirinus zu sehen ist.

An seinem Ende wird das Kreuz festgeschraubt. Bis zum 6. Januar wird es dort hängen und von seinem Platz aus das Weihnachtsfest verkünden.

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