Nach dem Pierburg-Areal hat die BEMA-Gruppe aus Düsseldorf auch die Schraubenfabrik gekauft. Mit der Stadt will sie ein gemischtes Quartier entwickeln.

Nach dem Pierburg-Areal hat die BEMA-Gruppe aus Düsseldorf auch die Schraubenfabrik gekauft. Mit der Stadt will sie ein gemischtes Quartier entwickeln.
Zwischen de rFurther Straße (u.) und dem Weißenberger Weg steht die ehemalige Schraubenfabrik. Das Gelände wurde jetzt verkauft.

Zwischen de rFurther Straße (u.) und dem Weißenberger Weg steht die ehemalige Schraubenfabrik. Das Gelände wurde jetzt verkauft.

Lothar Berns

Zwischen de rFurther Straße (u.) und dem Weißenberger Weg steht die ehemalige Schraubenfabrik. Das Gelände wurde jetzt verkauft.

Nordstadt Fast auf den Tag genau ein Jahr nach der letzten Schicht in der Schraubenfabrik Whitesell hat die Industriebrache jetzt den Besitzer gewechselt. Neuer Eigentümer der 48.000 Quadratmeter großen Liegenschaft direkt am Hauptbahnhof ist die Düsseldorfer BEMA-Gruppe, die im vergangenen Jahr schon das ehemalige Pierburg-Gelände an der Düsseldorfer Straße gekauft hat. Sie konnte das Whitesell-Areal, das der Stadt für drei Millionen Euro angeboten worden war, am Ende eines strukturierten Bieterverfahrens aus der Insolvenzmasse erwerben. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir sollten die Chance für eine nachhaltige Quartiersentwicklung mit Brückenfunktion zur Innenstadt nutzen.“

Reiner Breuer, Bürgermeister

Die für die 55.000 Quadratmeter große Fläche „Pierbug-Alt“ vorgestellten Pläne liefern nun offensichtlich die Blaupause für die Entwicklung am Hauptbahnhof. BEMA-Geschäftsführer Ralph Schneemann spricht von einem „attraktiven Quartier mit einer gesunden Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Einzelhandel und Hotel.“ Letzteres ist auch entlang der Düsseldorfer Straße geplant, in zwei Monaten könnte ein Pachtvertrag vorliegen.

Mit dem Verkauf an einen, wie der Insolvenzverwalter Biner Bähr hervorhebt „seriösen und erfahrenen Käufer“ sind alle Pläne der Stadt geplatzt, die Fläche auf der südlichen Furth selbst zu entwickeln. Noch Ende Oktober hatte Bürgermeister Reiner Breuer daran geglaubt, dass die Stadt vielleicht noch einmal einen Fuß in die Tür bekommt, nachdem der Rat mit Stimmen von CDU, Grünen und Teilen der FDP im Dezember 2015 wegen der ungeklärten Altlastenfrage einen Kaufbeschluss endgültig abgelehnt hatte. Nun scheint Breuer erkennbar bemüht, das Beste aus der Situation zu machen: „Wir sollten diese historische Chance für eine nachhaltige und innovative Quartiersentwicklung mit Brückenfunktion zur Innenstadt nutzen“, sagt Breuer. Ihn freut, dass endlich, wie er betont, Bewegung in die Entwicklung kommt. Gemeinsam mit der BEMA-Gruppe will Breuer nun einen städtebaulichen Ideenwettbewerb starten und Bürger und Politik frühzeitig beteiligen. Auch Planungsdezernent Christoph Hölters hat sich mit der Zukunft von Whitesell schon eingehend beschäftigt. Er spricht von einem „städtebaulichen Sanierungsverfahren mit Bezug zur Nordstadt und zum Hauptbahnhof“. Dabei müssten die Umweltbelastungen durch die fast 140-jährige Industrienutzung beseitigt, andererseits „die historische Prägung angemessen gewürdigt“ werden.

Auch wenn die Politik einen Kauf durch die Stadt abgelehnt hatte: Vorstellungen zur Nutzung der Fläche hatten die Ratsfraktionen von Anfang an. So diskutierten die Grünen schon im Februar mit der Regierungspräsidentin über die Chancen, ein gemischt-genutztes Quartier zu entwickeln. Sie nahmen die Aussage mit, dass alle Möglichkeiten zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum ausgeschöpft werden müssten. In diese Richtung denkt längst auch der Bürgermeister. Er erwarte 2017 einen Schub bei diesem Thema, sagte Breuer der NGZ. Für ihn ist klar: „Ohne fremde Akteure wird das nicht gehen.“ Ein Partner ist mit der Düsseldorfer BEMA-Gruppe nun gefunden.

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