Der Auftrag für den Bau des 4,3 Millionen teuren Bürohauses ist erteilt. Die Stadt errichtet die Fußgängerbrücke.

Der Entwurf von Oliver Ingenhoven wird jetzt an der Batteriestraße umgesetzt.   Ingenhoven &  Ingenhoven
Der Entwurf von Oliver Ingenhoven wird jetzt an der Batteriestraße umgesetzt. Ingenhoven &  Ingenhoven

Der Entwurf von Oliver Ingenhoven wird jetzt an der Batteriestraße umgesetzt. Ingenhoven &  Ingenhoven

Noch nutzen Autofahrer das Grundstück südlich der Cretschmarhallen als Parkplatz.

Copyright: Studio Holger Knauf, Düsseldorf, Bild 1 von 2

Der Entwurf von Oliver Ingenhoven wird jetzt an der Batteriestraße umgesetzt. Ingenhoven &  Ingenhoven

Neuss. Fünf Jahre nach dem Ideenwettbewerb für die Nachnutzung der Cretschmarhallen muss es jetzt ganz schnell gehen: Das lang diskutierte, „Waterfront“ genannte Kopfgebäude mit dem überkragenden Bug an der Batteriestraße soll in gut einem Jahr stehen.

Vor einer Woche wurde der Auftrag an den Generalunternehmer erteilt, sagt Klaus Harnischmacher, Geschäftsführer der rein städtischen Stadthafen GmbH: „Wir sind sicher, dass er es schaffen wird.“

Der Einzug der Mieter muss bis Ende 2013 sichergestellt sein. Ein ambitionierter Plan, wie auch Architekt Oliver Ingenhoven meint, der vor Jahren mit seinem markanten Entwurf den Stadtwettbewerb gewann.

Kein Investor wollte das Gebäude bauen

Bis zur Auftragsvergabe jetzt war es ein langer Weg. Nach dem städtebaulichen Wettbewerb, dessen Gewinner-Entwurf auch die Neubebauung des Münsterschulgeländes angeregt hatte, folgte 2008 ein Grundsatzbeschluss des Rates.

Doch die europaweite Ausschreibung im Jahr darauf brachte für das Kopfgebäude im Anschluss an die Cretschmarhallen kein einziges Gebot. 2011 ermöglichte ein Satzungsbeschluss den Bau des fünfgeschossigen Gebäudes dort, wo jetzt noch Autos parken und Skater ihre Bahnen ziehen. Mangels Investor wird die Stadt, genauer ihr Tochterunternehmen, nun selbst zum Bauherrn.

4,3 Millionen Euro investiert die Stadthafen GmbH, der auch das Grundstück gehört. Die Stadt selbst ist für den Bau der Fußgängerbrücke verantwortlich, die von der Straße Münsterplatz über die Batteriestraße auf die erste Ebene des neuen Gebäudes führt und dann weiter – behindertengerecht mit Aufzug oder über eine Treppe – die Hafenpromenade erreicht.

Gegenüber der ursprünglichen Planung wurden, wenn auch nicht am Gebäudeentwurf, Abstriche gemacht. Die Tiefgarage ist passé, stattdessen wird der Zwischenteil der Cretschmarhallen zum Parkhaus für die Gebäudenutzer. Und auch die Brücke kommt schmaler daher als vorgesehen und wird nicht mehr bis zum Wasser des Hafenbeckens 1 geführt. Ihr Bau wird schwierig.

Die Brücke führt über das Areal der Münsterschule; das entsprechende Teilstück hat sich die Stadt beim Verkauf an den dortigen Investor gesichert. Reißt der aber nicht bald das alte Schulgebäude ab – und das ist wegen der Widerstände gegen sein Bauprojekt nicht zu erwarten –, bleibt der Stadt nur eine „provisorische Lösung“, wie es aus dem Rathaus heißt.

Das Kopfgebäude selbst sei bis auf das Erdgeschoss vermietet, sagt Klaus Harnischmacher. Verträge gebe es zwar nicht; „aber Verhandlungen wie unter Kaufleuten. Das gilt.“ Erster Spatenstich soll am 15. Oktober sein.

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