Weil ein Gutachten auf sich warten lässt, stagniert die Entwicklung.

Weil ein Gutachten auf sich warten lässt, stagniert die Entwicklung.
Nicht nur die Bebauung des Zuckerfabrikgeländes in der Nähe von St. Michael ist vom Seveso-Gutachten abhängig.

Nicht nur die Bebauung des Zuckerfabrikgeländes in der Nähe von St. Michael ist vom Seveso-Gutachten abhängig.

L. Berns

Nicht nur die Bebauung des Zuckerfabrikgeländes in der Nähe von St. Michael ist vom Seveso-Gutachten abhängig.

Dormagen. Die Frage nach der Zukunft des Zuckerfabrikgeländes und die Auswirkungen eines Fachmarktzentrums auf die Innenstadt bewegte auch die Besucher beim Stadtteilgespräch Dormagen-Mitte in der Kulle. „Wir warten alle auf das von der Stadt beim TÜV Süd in Auftrag gegebene Seveso-Gutachten über die Achtungsabstände zu potenziellen Störfall-Betrieben. Es braucht enorm viel Zeit“, erklärte Bürgermeister Erik Lierenfeld.

Bis dahin ruht die Bautätigkeit in großen Teilen der Innenstadt bei allen Projekten in direkter Umgebung, die nicht unter den Bestandsschutz fallen. Das betrifft nicht nur das Fachmarktzentrum direkt am Chempark, sondern auch den Bereich Helbüchel-/Friedrich-Ebert-Straße, wo die Baugenossenschaft Dormagen neue Häuser mit 90 Wohnungen errichten möchte.

Resonanz hielt sich in Grenzen

Drängende Probleme scheinen die Bewohner von Dormagen-Mitte nicht zu bewegen; zumindest machten nur wenige Gebrauch vom öffentlichen Gesprächsangebot der Verwaltung. Denn anders als bei den sieben bisherigen sehr gut besuchten Stadtteilgesprächen hielt sich die Resonanz in der Kulle mit zehn Bürgern in engen Grenzen. Auch im Vorfeld war bei der Stadt nur ein Hinweis einer Bürgerin eingegangen, die mehr kleine und möglichst günstige Wohnungen – insbesondere für Senioren – in der Innenstadt wünscht. „Darauf haben wir als Stadt nur bedingt Einfluss“, erklärte Lierenfeld, den ein neues Problemfeld erreicht hat: „Nachbarschaft und Kneipen“. 80 Minuten diskutierten die Bürger engagiert mit der Verwaltung über die Innenstadt: So bemängelte ein Bewohner den zunehmenden Leerstand gerade auf der südlichen Kölner Straße.

Wirtschaftsförderung führt viele Gespräche

Auch dort spiele die noch unklare Zukunft des Zuckerfabrikgeländes, wo Eigentümer Edeka ein abgespecktes Fachmarktzentrum errichten will, eine Rolle. Und das Verhalten der Inhaber, wie der Rathaus-Chef betonte: „Unsere Wirtschaftsförderung führt viele Gespräche mit Interessenten, aber auch mit Eigentümern. Deren Mietvorstellungen und Entscheidungen müssen wir akzeptieren.“ Als Stadt würde er „jedes Grundstück zu einem vernünftigen Preis kaufen“.

Lierenfeld betonte: „Die Innenstadt ist besser als ihr Ruf. Hier kann ich wirklich fast alles kaufen.“ Es gebe zurzeit einige Wechsel, der Leerstand im Innenstadtbereich liege bei 13,6 Prozent. Er verwies auf gemeinsame Anstrengungen, die Innenstadt zu verschönern, wie mit Holzbänken und Blumenampeln, deren Kosten zu gleichen Teilen von der SVGD, den Technischen Betrieben und der Werbegemeinschaft CiDo übernommen wurden.

Das werde 2017 nicht mehr der Fall sein: „Für den Blumenschmuck werden noch Paten gesucht.“ Kostenloses W-LAN soll verstärkt werden. „Es tut sich einiges in der Innenstadt“, sagt Lierenfeld, der vernichtende Urteile über den Marktplatz hörte. Auch dort könne man über eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität reden, ebenso wie über Maßnahmen zu mehr Barrierefreiheit, die mit dem Seniorenbeirat noch abgestimmt werden sollen.

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